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Sonntag, 23. März 2014

Der 26. Spieltag in Wort und Witz: "Wir sind keine Arschlöcher"

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Verkehrte Welt in Wolfsburg. Nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg waren nicht die Gastgeber die gefühlten Verlierer, ... (Foto: dpa)

Verkehrte Welt in Wolfsburg. Nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg waren nicht die Gastgeber die gefühlten Verlierer, ...

Verkehrte Welt in Wolfsburg. Nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg waren nicht die Gastgeber die gefühlten Verlierer, ...

... sondern die Gäste. Trost für den FCA gab es von Kevin Vogt, der betonte: "Wir brauchen hier nicht mit gesenkten Köpfen herauszugehen."

Recht so! Schließlich blieb Augsburg zum achten Mal in Folge auswärts ungeschlagen, schließlich sind die europäischen Startplätze weiter in Reichweite.

Und schließlich war Augsburg auch in der Autostadt die bessere Mannschaft. Tobias Werner frohlockte denn auch: "Über mich und die Mannschaft freue ich mich. Wir sind in unglaublicher Form."

Verkehrte Welt in Stuttgart. Da spielt der VfB wochenlang ordentlich und gewinnt dennoch nicht. Und dann kommt der Hamburger SV, und plötzlich klappt es wieder mit drei Punkten - obwohl die Schwaben Fußball beim 1:0-Erfolg weitgehend verweigern.

Das sah sogar Stuttgarts Christian Gentner so: "Wir haben die letzten Wochen ein paar gute Spiele gemacht und heute vielleicht das schlechteste seit Ewigkeiten."

Stuttgarts Retter-Trainer Huub Stevens umschrieb die Leistung seines VfB diplomatisch: "Es waren gute Momente dabei, aber auch Momente, da war es Kreisliga."

Auch den Zoff zwischen seinem Keeper Sven Ulreich und seinem Innenverteidiger Georg Niedermeier sah Stevens positiv: "Es ist gut, dass so was ab und zu passiert, dann lebt die Bude."

Hamburgs Retter-Trainer Mirko Slomka will sich nach der wiederholt schwachen Auswärtsleistung jetzt auf die Spiele vor eigenem Publikum konzentrieren. Seine Rechnung lautet: "Wenn wir jedes Heimspiel gewinnen, sind wir wohl gerettet."

Einen Auswärtssieg will der FC Schalke am Dienstag feiern, dann ist "Königsblau" zu Gast bei Schwarzgelb in Dortmund. Und das sorgt für Kribbeln, bei beiden Klubs.

"Wenn man das größte Derby in Deutschland spielen kann - das wird eine Freude für uns alle sein", frohlockte Schalkes Trainer Jens Keller nach dem Heimsieg über Braunschweig.

Für die Treffer in Dortmund soll Torjäger Klaas-Jan Huntelaar sorgen, der in 900 Bundesliga-Minuten inzwischen auf zehn Treffer kommt - und damit der effektivste Ligastürmer ist.

Die Kollegen vom ZDF-Sportstudio interessierte hingegen, ob er als Routinier immer das Bier für die vielen Youngster im Team holen muss: "Wir trinken eigentlich nicht so viel Bier. Mehr Apfelschorle - bis jetzt."

Bei einem Derbysieg könnte sich das ändern.

Allerdings ist Dortmund nicht gewillt, dem Erzrivalen auch nur einen Punkt zu überlassen. Der BVB brennt für das Derby, sagte Erik Durm nach dem 3:0-Sieg bei Hannover 96: "Wenn ich daran denke, kommt es schon den Rücken hoch."

Im Hause Großkreutz sorgt das Derby für familiären Stress, gestand Ur-Borusse Kevin G.: "Mein Bruder geht mir schon seit Donnerstag damit auf die Nerven."

Für die BVB-Tore soll Robert Lewandowski sorgen, dem in Hannover ein Traumtor gelang - das selbst den Gegner begeisterte.

"Das war einfach sensationell gemacht", kommentierte 96-Innenverteidiger André Hoffmann den Treffer in der 53. Minute, als der Dortmunder Stürmer aus einer scheinbar ausweglosen Situation den vorentscheidenden zweiten Treffer erzielte.

Auch BVB-Coach Jürgen Klopp war angetan: "Das ist natürlich ein Weltklasse-Tor", schwärmte er: "Es war ein fantastischer Moment."

In Lewandowskis Analyse klang sein Tor ganz einfach: "Ich habe gemerkt, ich war alleine, also bin ich durchgesprintet. Dann habe ich einfach geschossen, da hat alles gepasst."

Alles gepasst hat für Borussia Mönchengladbach im Spiel gegen Hertha BSC. Nach dem ersten Auswärtssieg 2014 in Dortmund folgte gegen die Berliner der erste Heimsieg 2014.

Schon zur Pause stand es 3:0 für die Gladbacher, ...

... weshalb Hertha-Coach Jos Luhukay in der 2. Halbzeit nicht mehr volles Risiko ging: "Ich wollte keine Spaßveranstaltung arrangieren."

Auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl tanzte nach dem Sieg nicht ausgelassen durch den Borussia-Park: "Nach neun nicht gewonnenen Spielen fange ich nach zwei Siegen nicht an durchzudrehen."

Zumal Eberl derzeit eine brisante Personalie klären muss: die Zukunft von Publikumsliebling Juan Arango. Der Vertrag des 33-Jährigen läuft am Saisonende aus - ob er verlängert wird, ist in der Schwebe.

"Wir nehmen uns die Ruhe, um zu entscheiden, was wir tun", sagte Eberl: "Wir müssen über seine Qualitäten nicht reden, es gibt aber auch ein paar Defizite." Eins stellte Eberl aber klar: "Wir sind keine Arschlöcher und halten ihn hin." Ob sie ihn behalten?

In Mainz trauerte der FC Bayern nicht dem noch nicht perfekten Meistertitel hinterher, ...

... sondern plante die Meisterfeier in Berlin.

Bei Münchens Jerome Boateng sorgt das für fast romantische Gefühle: "Es wäre natürlich wunderschön, wenn ich mit Bayern in Berlin, wo alles angefangen hat, Meister werden könnte."

Ob Coach Josep Guardiola im Falle des Titelgewinns mit einer Berliner Bierdusche rechnen darf, ließ Thomas Müller offen: "Noch haben wir uns keinen Plan dafür skizziert."

Der Gegner aus Mainz ärgerte sich über die Niederlage durch zwei Gegentore in der 82. und 86. Minute. "Ab und zu verfluche ich, dass das Spiel nicht nach 80 Minuten zu Ende ist", sagte der Mainzer Manager Christian Heidel.

Offensivspieler Nicolai Müller tröstete sich mit der Feststellung: "Wir hatten sie da, wo sie wenige andere hatten."

Das war es übrigens auch, was Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer an der Partie so erfreute. Er fand: "Genau so ein Spiel haben wir gebraucht."

In Freiburg musste Christian Streich wieder einmal einen emotionalen Ausbruch erklären - seinen Veitstanz an der Linie nach dem Tor zum 3:0.

Seine Erklärung: "Wann führen wir mal 3:0? Da hast du dich halt gefreut, weil du gehofft hast, dass du gewinnst."

Das klappte auch. Am Ende hieß es 3:1.

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