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Donnerstag, 06. September 2018

Burt Reynolds ist tot: Bye-bye, "Schlitzohr"

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Hollywood-Legende Burt Reynolds ist im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. (Foto: imago/ZUMA Press)

Hollywood-Legende Burt Reynolds ist im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Hollywood-Legende Burt Reynolds ist im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Mit seinem Charme, seiner Lässigkeit und seinem Schnauzbart gehörte er zu einem der unverwechselbarsten Gesichter der Filmwelt.

Er schrieb Geschichte auf dem Weg von ganz unten nach oben und wieder zurück.

Der Sohn eines Halbblut-Indianers ließ sich als erster männlicher Star nackt für ein Magazin fotografieren, kassierte Millionengagen und verlor sie. Er kämpfte mit Drogen und hatte zahllose Liebschaften und Affären.

Und ein Burt Reynolds wusste immer, wie man sich als Bilderbuch-Macho wirkungsvoll in Szene setzt.

Charme, Lässigkeit und gutes Aussehen waren einige von Reynolds' Erfolgsfaktoren.

Eigentlich begann der Sunnyboy eine Karriere als aufsteigender Sportstar im Football, ehe eine Knieverletzung den Traum vom Spitzensport zerstörte.

Als 19-Jähriger ging Reynolds nach New York, schlug sich als Küchenhilfe und Türsteher durch - und hoffte auf eine Karriere im Fernsehen. (Aufnahme vom Mai 1959)

Und hatte Glück: Filmproduzenten wurden auf den jungen Mann aufmerksam (wohl auch weil er dem jungen Marlon Brando so ähnlich sah), sie verschafften ihm erste Rollen in Filmen und Fernsehserien. (Reynolds links, Brando rechts)

1972 gelang ihm der Durchbruch mit John Boormans verstörendem Filmmeisterwerk "Beim Sterben ist jeder der Erste". Reynolds spielte darin einen Naturburschen, der seine Wohlstandsfreunde durch einen traumatisch düsteren Abenteuer-Trip in die amerikanische Wildnis führt. (Aufnahme vom September 1972)

Sein Image des coolen, harten Mannes war geboren.

Reynolds etablierte sich in der ersten Riege der Schauspieler und war überall ein gern gesehener Gast.

Für einige Jahre zählte er zu den erfolgreichsten und bestbezahlten Filmstars in den USA.

Es folgten erfolgreiche Filme, die Reynolds' Image als kantigen Charmebolzen unterstrichen: "Straßen der Nacht" (1975), "Das schönste Freudenhaus in Texas" (1982), "Der Mann, der die Frauen liebte" (1983).

In seinen besten Jahren während der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, als er die bis dahin höchsten Gagen kassierte, lagen ihm - trotz des Oberlippenbartes! - ...

... die Frauen zu Füßen.

1984 begann der Abstieg, als ihm bei Aufnahmen zu "City Heat" (mit Clint Eastwood als Filmpartner) ein Stuntman versehentlich statt des präparierten einen richtigen Stuhl ins Gesicht schlug.

Monatelang musste er einen Spezialisten aufsuchen, der seinen Kiefer reparierte. In dieser Zeit wurde Reynolds eigenen Angaben zufolge süchtig nach Schlaftabletten. Danach ging es stetig bergab. Erst blieben die Freunde weg - dann die Rollen.

Die berufliche Krise hielt an, bis ihm Mitte der 90er Jahre ein kleines Comeback als schleimiger Gouverneur in "Striptease" an der Seite von Demi Moore gelang.

1998 beeindruckte sein Spiel in Paul Thomas Andersons genialem Kultfilm "Boogie Nights" auch die Kritiker. Reynolds verkörperte den Pornoproduzenten Jack Horner, ...

... er gewann den Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.

Zuletzt trat er in TV-Serien auf, außerdem betrieb er in Florida ein Institut zur Ausbildung des Film- und Theaternachwuchses.

Reynolds unterhielt das Publikum aber nicht nur mit Film- und Fernsehrollen, sondern auch mit seinem Privatleben.

Nach einer ersten kurzen Ehe in den 60er Jahren landete er durch Affären mit den Schauspielerinnen Sally Field und ...

... Dinah Shore, ...

... der Tennisspielerin Chris Evert und weiteren Frauen verlässlich in den Schlagzeilen.

"Ich bin ein guter Freund und ein guter Schauspieler, aber als Ehemann tauge ich nicht viel", sagte Reynolds einmal.

1988 heiratete er die Schauspielerin Loni Anderson.

Doch auch dieses Glück stand unter keinem guten Stern.

Die Scheidung ereilte ihn 1993 - und ist eine der schmutzigsten in der Geschichte von Hollywood.

Und auch in den folgenden Jahren lief es nicht immer rund im Leben der Hollywood-Legende: ...

... Im August 2011 musste Reynolds erneut Bankrott anmelden, nachdem er Hypotheken für sein Haus in Florida nicht mehr bezahlen konnte.

Zudem forderte das Alter seinen Tribut, die Gesundheit machte ihm zu schaffen.

2010 legte ihm ein Herzchirurg einen vierfachen Bypass. Ein halbes Jahr zuvor war er auf Entziehungskur, um seine Abhängigkeit von Medikamenten zu bekämpfen.

Doch wenig später gab er bereits wieder Interviews. Er fühle sich prächtig und so stark, als könne er Bäume ausreißen.

Doch seine Herzprobleme kehrten zurück. Im September 2018 wurde er nach einem Herzstillstand in ein Krankenhaus eingeliefert.

Dort starb Burt Reynolds im Kreise seiner Familie.

Seinen Fans wird er als Vorzeige-Amerikaner der alten Schule, dank seiner Macho-Allüren und seines nicht enden wollenden Optimismus in Erinnerung bleiben.

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