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Freitag, 08. März 2013

Forever Young: David Bowie, lebende Legende

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Der Mann mit den 1000 Gesichtern,  ... (Foto: AP)

Der Mann mit den 1000 Gesichtern, ...

Der Mann mit den 1000 Gesichtern, ...

... Haarfarben ...

... und Looks - ...

... aber einzigartigen Stimme ist wieder da.

Fast hätte man ihn vergessen, ihn einfach der Vergangenheit angerechnet, ...

... ihn vielleicht auch nur noch als Mann dieser alterslosen Schönheit (seiner Model-Frau Iman, seit 21 Jahren verheiratet) gesehen, ...

... aber am Ende ging dann alles doch ganz schnell: ...

Eine Woche vor der offiziellen Veröffentlichung konnten Millionen Fans am 1. März 2013 das Comeback-Album "The Next Day" von David Bowie plötzlich komplett im Netz hören.

Eine weitere Überraschung in der an Überraschungen nicht gerade armen Karriere eines der erfolgreichsten Pop-Künstler.

Wer sich die Spannung erhalten wollte, musste eine Woche länger warten - bis zum 8. März.

Denn dann endlich gab es die Belohnung: 17 neue Songs des Sängers, Produzenten und Schauspielers auf CD.

Und das Beste daran: Die Ikone, das Denkmal David Bowie bleibt unbeschädigt.

Die so exzentrische wie riskante PR-Strategie passt schließlich zu dem Briten, der in seiner 40-jährigen Karriere stets zwischen Künstler-Images, Genres und Stilen hin und her gesprungen ist - ...

... auch auf die Gefahr, sich mit Experimentierwut und Unberechenbarkeit selbst zu schaden.

In diesem Fall lässt sich feststellen, dass Bowie das riesige Interesse an seinem 30. Studioalbum auch ganz ohne Interviews (leider!) geschickt angeheizt hat.

Weltweit nutzten Musikkritiker die Gelegenheit, über Bowies Bedeutung für den Pop und seine chamäleonhafte Persönlichkeit zu philosophieren.

Teilweise liebevoll analysierten Bowie-Experten Song für Song das zunächst nur per Online-Stream verfügbare neue Werk.

Auch in zahllosen Blogs, Tweets und Posts war "The Next Day" sofort Top-Thema. Der Tenor: Begeisterung fast allerorten.

Was am 8. Januar 2013, an Bowies 66. Geburtstag, mit der etwas schrulligen, aber schönen Berlin-Ballade "Where Are We Now?" samt bizarrem Nostalgie-Video so unerwartet begann, ...

... dürfte nun in einen kommerziellen Triumph münden.

Zu den bisher weit über 100 Millionen verkauften Tonträgern werden wohl noch etliche Millionen hinzukommen, selbst im Internet-Zeitalter mit seiner Gratiskultur.

Zumal "The Next Day" in der Tat ein streckenweise brillantes Album geworden ist, ...

... das schon beim Cover direkt auf Bowies Klassiker ...

... "Heroes" von 1977 Bezug nimmt.

Dabei hatte man den vielseitigen Künstler irgendwie fast abgeschrieben, ...

... bevor er Anfang des Jahres mit ebenjenem vierminütigen Berlin-Song urplötzlich zurückkehrte.

Abgetaucht in die Anonymität, ...

... war er nur ganz selten in seiner Wahlheimat New York gesichtet worden, ...

... nach einem Herzinfarkt vor neun Jahren wirkte er oftmals kränklich.

Und musikalisch hatte man seit dem wenig beeindruckenden Album "Reality" (2003) nichts Neues mehr gehört.

Dass Bowie übrigens auch in den 90er Jahren kaum Sensationelles zum zeitgenössischen Pop beigetragen hatte, ging im Hype um den neuen Song etwas unter.

Doch einer lebenden Legende verzeiht man eben auch längere kreative Dürreperioden.

Nun also "The Next Day", das nächste Kapitel in der Karriere ...

... des Meisters der Masken und des Marketings.

Die bange Frage vieler Fans lässt sich schnell beantworten: ...

... Ja, Bowie ist gut bei Stimme.

"Where Are We Now?" hatte ihn noch etwas zittrig klingen lassen - ...

... aber das war wohl der tiefen Melancholie dieses Liedes geschuldet, ...

... in dem Bowie sowohl auf seine hochkreativen Berliner Jahre mit drei epochalen Alben von 1976 bis 1978 zurückblickte, ...

... aber auch auf den Mauerfall und seine Eindrücke von der früheren Grenze.

Und noch zwei weitere Balladen hat die vom alten Bowie-Weggefährten Tony Visconti produzierte Platte zu bieten, ...

... sie sind am Ende des regulären Albums platziert.

Abgesehen also von den Balladen bewahrheitet sich, was Visconti vor Wochen schon ausgeplaudert hatte: ...

... Bowie rockt.

Er rockt mit selbstbewusst-nostalgischer Würdigung des eigenen Werks.

Fast jede seiner Phasen - vom Glamrock der frühen 70er über weißen Funk, ...

... kühle Elektronik und Blues bis zum perfekten Pop - lässt sich heraushören, ...

... immer geprägt vom Charisma seiner unverwechselbaren Stimme.

"Nur weil er sich vor der öffentlichen Meinung zurückzog, konnte Bowie genau das Album machen, das er machen wollte", sagt Visconti.

Neben "The Stars (Are Out Tonight)" könnte auch "Boss Of Me" ein Hit werden, da sind sich die Kritiker einig.

"Valentine's Day" erinnert an Ziggy-Stardust-Zeiten, ...

... "(You Will) Set The World On Fire" imponiert mit muskulösem Gitarrenrock, ...

... und "I'd Rather Be High" spielt mit Beatles-Psychedelik.

"If You Can See Me" dürfte die Anhänger des experimentellen Bowie freuen.

Drei Bonusstücke runden das Bild ab. Ja, "The Next Day" präsentiert den Veteranen in starker Form.

Angesichts zunehmender Musealisierung - bald mit einer großen Bowie-Schau in London - und des verklärten Rückblicks auf seine Mauerstadt-Jahre ... (Foto: 1987 werden DDR-Bürger davon abgehalten, zu nah an das Brandenburger Tor zu gelangen, denn auf der anderen Seite spielen u.a. Genesis und David Bowie, die ihre Verstärker in Richtung Osten gedreht haben)

... ist das Album dieses Mannes, den wir auch immer gern im ...

... Kino und Theater gesehen haben, ...

... ein hochwillkommenes Lebenszeichen.

Welcome back, Mr. Bowie! (soe)

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