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Samstag, 09. Dezember 2017

Paris im Ausnahmezustand: Hunderttausende trauern um Rockikone Hallyday

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So etwas hat Frankreich lange nicht gesehen: Auf den Pariser Champs-Élysées drängen sich Hunderttausende. (Foto: Reuters)

So etwas hat Frankreich lange nicht gesehen: Auf den Pariser Champs-Élysées drängen sich Hunderttausende.

So etwas hat Frankreich lange nicht gesehen: Auf den Pariser Champs-Élysées drängen sich Hunderttausende.

Vom Triumphbogen bis zur Madeleine-Kirche am Concorde-Platz skandiert die Menge den Namen ihres Idols: Johnny Hallyday.

Applaus brandet auf, als der weiße Sarg mit den sterblichen Überresten des Sängers im schwarzen Leichenwagen vorbeifährt.

Hallyday war am 6. Dezember mit 74 Jahren an Krebs gestorben. Mit Songs wie "Ma gueule" (Meine Schnauze) oder "Noir c'est noir" (Schwarz ist Schwarz) hatte er drei Generationen von Musikfans begeistert.

700 Motorradfahrer begleiten nun seinen Sarg zur Kirche - denn der König des French Rock hatte eine Vorliebe für schnelle Zweiräder.

"Es ist Johnnys letzte große Tournee", sagt ein ergriffener Fan. "Er ist der französische Elvis, er ist der King."

Alle sind sie gekommen, um Hallyday die letzte Ehre zu erweisen: Vom einfachen Fan aus der Provinz ...

... über Spitzenpolitiker bis hin zu Schauspiel-Größen wie Jean Reno.

In der Madeleine-Kirche findet die Trauerfeier für Hallyday statt.

Hallydays jüngste Töchter Jade und Joy kämpfen mit den Tränen ...

... und küssen gemeinsam mit ihrer Mutter Laetitia Hallyday zum Abschied den Sarg ihres Vaters.

Auch Hallydays Ex-Frauen, Schauspielerin Nathalie Baye (l.) und Sängerin Sylvie Vartan, nehmen mit ihren Kindern an der Trauerfeier teil.

Draußen singen die Fans stundenlang in der winterlichen Kälte die Hits des Rockers mit, die seine Band mit Gitarren und Mundharmonika in der Kirche spielt und die live ins Freie übertragen werden.

Präsident Emmanuel Macron greift die Stimmung in seiner Ansprache vor der Kirche auf: "Johnny war viel mehr als ein Sänger: Er war das Leben, ein Teil von uns selbst, ein Teil von Frankreich", sagt der Staatschef ...

... und bringt mit seinen Worten viele Anwesende zum Weinen.

Nicht nur Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte (l.) sind gekommen, um Hallydays Witwe ihr Beileid auszusprechen.

Auch seine Vorgänger François Hollande ...

... und Nicolas Sarkozy geben sich die Ehre.

Die Trauerfeier ist nur vergleichbar mit dem Abschied von zwei anderen nationalen Ikonen: der Chanson-Legende Edith Piaf 1963 und dem Schriftsteller Victor Hugo 1885.

Beerdigt wird Hallyday dann aber auf der französischen Karibik-Insel Saint-Barthélemy, wo er eine Villa besaß.

Bis dahin wird der Eiffelturm das Wochenende über mit den Worten "Merci Johnny" angestrahlt, vor jedem französischen Fußball-Ligaspiel ertönt einer von Hallydays Hits ...

... und die Pariser Metrostation Duroc wurde kurzerhand in "Du rock Johnny" (Johnny-Rock) umbenannt.

Wer Hallyday nicht mag oder dieses Spektakel schlicht größenwahnsinnig findet, dem bleibt in Paris zur Zeit nur eine Wahl: sich zu Hause einschließen oder verreisen. (ftü/AFP)

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