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Montag, 10. September 2018

"Ein Andy Warhol der Mode!": Lagerfeld feiert 85. Geburtstag. Oder so.

Von Sabine Oelmann

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Vor fünf Jahren mutmaßten wir, dass unser Lieblingslispler, Über-Couturier und Style-Gott Karl Lagerfeld 80 Jahre alt wird. Der Meister hüllte sich Marlene-Dietrich-haft in Schweigen über sein Alter (sein gutes Recht), doch wir sollten recht behalten. (Foto: imago/Starface)

Vor fünf Jahren mutmaßten wir, dass unser Lieblingslispler, Über-Couturier und Style-Gott Karl Lagerfeld 80 Jahre alt wird. Der Meister hüllte sich Marlene-Dietrich-haft in Schweigen über sein Alter (sein gutes Recht), doch wir sollten recht behalten.

Vor fünf Jahren mutmaßten wir, dass unser Lieblingslispler, Über-Couturier und Style-Gott Karl Lagerfeld 80 Jahre alt wird. Der Meister hüllte sich Marlene-Dietrich-haft in Schweigen über sein Alter (sein gutes Recht), doch wir sollten recht behalten.

Denn ganz offensichtlich wird "Karlchen" nun 85 und deswegen wollen wir ihm nicht nur ein Geburtstagküsschen aufdrücken, sondern wir wollen ihm huldigen.

So wie Claudia Schiffer in der August-Ausgabe der Mode-Zeitschrift "Madame".

"Seine unglaubliche Kunst hatte riesigen Einfluss auf mein Leben und er hat mich so viel gelehrt."

"Für mich ist er einfach ein Genie, ein Andy Warhol der Mode", so Schiffer in dem Magazin über ihren Förderer.

Mit 18 Jahren lief das Model zum ersten Mal für Chanel über den Laufsteg; sie ist seitdem mit Lagerfeld befreundet.

Ja, der Mann ist ein Genie.

Ein Typ.

Ein Charakter.

Sehr speziell.

Er ist beliebt.

Und gefürchtet.

Wenn er mit spitzer Zunge und leicht zischendem "S" seine Kommentare zu allem und jedem abgibt, ...

... dann wird man entweder ...

... durch ihn geadelt oder …

… zu einer Art Aschenputtel degradiert.

Zum Beispiel unsere Bundeskanzlerin: "Frau Merkel müsste so etwas für ihre speziellen Proportionen maßanfertigen lassen", sagte der in Paris arbeitende Deutsche vor ein paar Jahren.

"Aber sie will ja keine Ratschläge, habe ich gehört", ...

... und man sieht förmlich, wie er leicht spöttisch unter seiner Sonnenbrille guckt und eine vernichtende Handbewegung macht.

Beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin beispielsweise habe die CDU-Politikerin "leider" eine "Extrem-Schlaghose" getragen: ...

... "Die Proportionen waren schlecht, der Schnitt ebenfalls, und zu lang war die Hose auch."

Gut, nun ist die Kanzlerin ja auch nicht unbedingt gewählt, um als Modepäpstin zu fungieren, ...

... aber man kann sich denken, dass es eine Person des öffentlichen Lebens doch stichelt, wenn der Mode-Zar sein Urteil fällt.

Er ist aber ein bisschen milder geworden.

Was vielleicht an seinem kleinen Patensohn Hudson liegt? Der läuft seit Jahren für ihn über den Catwalk.

So eine schmale Gerte wie jetzt ...

... war er übrigens nicht immer.

Inzwischen jedoch ernährt er sich angeblich fast nur von Cola Light.

Auch nicht wirklich ideal, aber ...

... jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Dem Modevolk ist seine Figur egal, es hat genug mit der eigenen zu tun.

Außerdem - der Karl ist wandelbar.

Geboren wurde er am 10. September in Hamburg.

"Hamburch" - wie er noch heute sagt. Auf dem Foto ist er in der Elbphilharmonie zu sehen, wo er 2017 seine "Métiers d'Art-Kollektion" für Chanel zeigte.

Seit 30 Jahren ist er der Kreativ-Chef des traditionellen Hauses - eine Leistung!

Zurück zum Anlass: Über das Jahr seiner Geburt wurde immer wieder spekuliert.

Offiziell begeht man nun aber, am 10. September 2018, seinen 85. Geburtstag.

Es könnte aber auch, wie gesagt, ein anderer Tag sein.

Man weiß es nicht, man munkelt's bloß.

Eigentlich auch egal, oder?

"Ich weiß, dass er seinen Geburtstag nicht gerne feiert und nicht gerne darüber spricht", so Verona Pooth (nicht im Bild).

Der Designer hat schon immer ein großes Geheimnis um sein Geburtsjahr gemacht.

Mal sagt er, er sei 1935 geboren.

Und dann sagt er kurz darauf wieder etwas anderes.

Egal jedoch, wie alt er ist: Wo Karl ist, da ist vorne.

Jeder eilt, ...

... wenn Karl ruft.

Tumultartige Szenen und Jubel selbst unter Promis gibt es immer wieder, wenn der Meister auftaucht: ...

... Bei seinen Shows und Defilees ...

... herrscht stets großer Andrang, ...

... er ist ein gern gesehener Gast, ...

... und auch als Fotograf hat er sich einen Namen erarbeitet.

Karls Ästhetik kommt an.

Als er 2013 seinen Shop in München mit großem Tamtam eröffnete, ...

... mussten Bodyguards ihn vor den tobenden Massen beschützen.

Das gleiche Spiel in Berlin, auch da trägt ein Shop seinen Namen ...

... und es gibt schlichtes Schickes und erschwingliche Accessoires.

Zu Lagerfeld pilgern die Stars und Sternchen, und die sagen dann so Sachen wie: …

... "Er ist mein Gott".

Jetzt sollte man nicht denken, dass der eitle Modemensch mit dem gepuderten Weißhaar besonders gebauchpinselt darauf reagiert.

"Karlchen" sagt dann nur: "Ich hoffe, Sie sind Atheistin".

Überhaupt wird viel über ihn berichtet, aber kennen tun ihn wohl die wenigsten.

So wie die ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift "Bunte", Patricia Riekel, die im n-tv.de Interview dieses Jahr sagte: "Der Karl ist ein Autodidakt, wahnsinnig faszinierend, aber auch sehr kontrolliert. Schwer, hinter seine Fassade zu blicken."

Stets umgibt ihn ein Hauch von Unnahbarkeit.

Etwas Mysteriöses.

Sein Liebesleben zum Beispiel, ...

... gibt es überhaupt eines?

Haut er auch mal auf den Putz?

Wie sieht er aus, wenn er morgens aufsteht und noch nicht 10 Ringe trägt, das Haar nicht gepudert ist, keine Handschuhe, keinen steifen Kragen?

Karl Lagerfeld in Jogginghosen? Undenkbar!

Aber einige kennen ihn wirklich auch anders.

Zum Beispiel Baptiste Giabiconi.

Er war Fabrikarbeiter in Marseille, als ihn Modedesigner Karl Lagerfeld 2009 entdeckte.

Da war Giabiconi gerade mal 19 Jahre alt.

Ein paar Jahre später ist er eines der bestbezahlten Männermodels der Welt.

Der Franzose will zwar nicht nur als Muse Karl Lagerfelds wahrgenommen werden, sondern auch als Musiker, …

… aber zu Entdecker und Förderer Karl Lagerfeld hat das Model nach wie vor einen engen Kontakt: …

… "Er hat mich von Anfang an unterstützt und freut sich über das, was ich mache. ...

... Er ist ja selbst das beste Beispiel", so Giabiconi: "Ihm gelingt es, verschiedene Dinge zu vereinen. Er ist Designer, Fotograf und Herausgeber."

Am 1. Oktober 2018 erscheint im Prestel Verlag nun übrigens der Bildband "Chanel: Karl Lagerfeld - Die Kampagnen", denn der Maestro ist nicht nur gut im Bezug auf Kleider, sondern auch bei Fotografie.

Er arbeitete für unzählige Kampagnen und entwickelte fast ein Eigenleben für die Fotografie. Neben Werbeanzeigen und Pressemappen von Chanel fotografiert er ebenso für Bücher, Zeitschriften und andere Marken.

In einem Interview mit der französischen "Vogue" sagt er einmal: ...

... "Im Werk Helmut Newtons gibt es keine Spur von Nostalgie. Nur die heutige Welt und die heutige Mode konnten es ihm ermöglichen, derartige Bilder zu schaffen."

Und man liegt sicher nicht vollkommen daneben, wenn man denkt: "Mensch, das passt doch auch ganz gut auf den rastlosen Karl."

Genau! Und eigentlich ist es daher auch total egal, ...

... wie alt der Lagerfeld ist.

Hoch lebe er! Und zwar noch lange!

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