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Donnerstag, 26. Juli 2018

Rockstar mit berühmten Lippen: Mick Jagger - Urgroßvater und ewiges Sexsymbol

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Kaum zu glauben: Wenn man Mick Jagger auf der Bühne sieht, ... (Foto: imago/Eastnews)

Kaum zu glauben: Wenn man Mick Jagger auf der Bühne sieht, ...

Kaum zu glauben: Wenn man Mick Jagger auf der Bühne sieht, ...

... wie er herumwirbelt, das Publikum in seinen Bann zieht, ...

... wie er sich räkelt und windet ...

... wie schon vor Jahrzehnten (hier 1975), dann kann man sich kaum vorstellen, dass Michael Philip Jagger, wie er offiziell heißt, ...

... am 26. Juli 2018 tatsächlich 75 Jahre wird und mehrfacher Großvater, sogar schon Urgroßvater ist. Und dass er den Stones-Frontmann schon seit mehr als über fünf Jahrzehnten gibt.

Angefangen hat die Geschichte der Rolling Stones im Jahr 1961, ... (Bild von 1964)

... als sich auf einem Bahnhof im englischen Dartford zwei Musikfans begegneten - Mick Jagger und Keith Richards (v.r., Bild von 1962). Sie erkannten sich ...

... an den Blues-Schallplatten unterm Arm. "Mick und ich hatten den absolut gleichen Musikgeschmack. Es gab keine Fragen, keine Erklärungen. ...

... Das ging alles wortlos", schrieb Richards in seiner Autobiografie.

Weitere Bandmitglieder wurden gesucht und gefunden, die Stones gegründet und am 12. Juli 1962 hatten sie ihren ersten Auftritt im legendären Londoner Marquee Club. (im Bild, 1971)

Der Rest ist Musikgeschichte. Jagger als Sänger und Richards an der Gitarre der Rolling Stones ...

... führten die Gruppe zu Weltruhm ...

... und Jaggers markante Stimme wurde zu ihrem Markenzeichen.

Und natürlich sein legendärer Riesenmund, der den Londoner Kunststudenten John Pasche 1970 ...

.. zum heute weltberühmten Stones-Logo inspirierte. Die Rolling Stones verwendeten es erstmals 1971 für ihr Album "Sticky Fingers", ...

... danach wurde es zu ihrem Markenzeichen.

Pasche erzählte, die Idee zu dem Logo sei ihm beim ersten Treffen mit Jagger gekommen: "Das Erste, was mir auffiel, war die Größe seiner Lippen und seines Mundes."

Obwohl es regelmäßig zwischen Jagger und Richards kracht, schreiben sie wie ein altes Ehepaar seit über einem halben Jahrhundert ...

... einen Hit nach dem anderen, darunter Klassiker wie "(I Can't Get No) Satisfaction", "Sympathy For The Devil", "Honky Tonk Women" und "Jumpin' Jack Flash".

Die Musik kittet sie zusammen - sowie die Interventionen von Gitarrist Ron Wood und Schlagzeuger Charlie Watts. Bald bringen die vier Rock-Dinosaurier gemeinsam 300 Jahre auf die Bühne.

Neben den Rolling Stones hatte Jagger auch immer eigene Musik-Projekte. 1985 erschien sein erstes Soloalbum "She's The Boss". Die Platte war so erfolgreich, dass er weitere Soloaktivitäten plante.

Beim "Live Aid"-Konzert 1985 trat er an der Seite von Tina Turner auf, ...

... im selben Jahr veröffentlichte er mit David Bowie den Tanzbodenknaller "Dancing In The Street". Der Verkaufserlös ging an Live Aid.

Im Jahr 2011 gründete Jagger eine eigene Band, SuperHeavy, mit Bob Marleys Sohn Damian Marley, der Sängerin Joss Stone und Dave Stewart von den Eurythmics (v.l.) ...

... sowie dem indischen Komponisten und Sänger A.R. Rahman (l.). Doch Mick Jagger machte nicht nur Musik, ...

... er war auch auf der Kinoleinwand zu sehen - so zum Beispiel in Nicolas Roegs 1968 gedrehtem Kultthriller "Performance" über Sex, Drogen, Rock'n'Roll und Gewalt ...

... oder, mit Bart, in einem Film über den australischen Outlaw Ned Kelly (1970, im Bild). Zudem hatte er 2002 einen Auftritt in der Komödie "The Man From Elysian Fields" (Ein Mann für geheime Stunden) von George Hickenlooper.

Aufgewachsen ist Mick Jagger, geboren am 26. Juli 1943, in Dartford im Süden Londons. Auf dem Foto seiner "Dartford Grammar School" von 1955 sitzt er unten rechts.

Der junge Jagger war nach Aussage seines Biografen Philip Norman scheu und konnte nur schwer seine Gefühle zeigen.

Später wurde er vom Stones-Manager Andrew Loog Oldham (hier 1966) zum lauten und wilden Rebellen gemacht. Der entschied, ...

... Jagger und seine Stones-Kollegen als Bürgerschreck, als böse Jungs, als "Anti-Beatles" zu verkaufen.

Ein "Bad Boy" war Jagger auch, wenn es um Frauen ging.

Auf die Frage, wann er bemerkt habe, dass er ein Womanizer sei, ...

... sagte er einmal in einem Interview: "Mit ungefähr 18. Die Stones hatten gerade angefangen, in Londoner Clubs zu spielen und ich begriff, ...

... dass ich viel Aufmerksamkeit von Frauen bekam, normalerweise war das nicht so." (Bild von 1966)

Vor allem in der Boulevardpresse machte Jaggers Privatleben als Womanizer Schlagzeilen. (Bild: 1969 mit Marianne Faithfull)

Jagger war zweimal verheiratet; die erste Ehe mit Bianca Pérez-Mora Macias wurde im Mai 1971 in Saint Tropez geschlossen.

Mit Bianca hat er eine Tochter - Jade wurde 1971 geboren und ist heute ... (Bild: Jade und Mick Jagger 1984)

... Model, Mode- und Schmuckdesignerin. (rechts, neben Model Kate Moss, 1997)

Bei Jades Hochzeit im Juni 2012 waren Mick und Bianca dabei. Nach der Scheidung von Bianca nach mehr als acht Jahren Ehe (1971 bis 1980) heiratete Mick ...

... 1990 seine langjährige Freundin Jerry Hall, hier 1983 schwanger auf Barbados. Mit ihr war er für Womanizer-Rockstar-Verhältnisse sehr, sehr lange zusammen - von 1977 bis Ende der 1990er-Jahre.

Zudem hat er mit dem Model vier Kinder: Elizabeth wurde 1984 geboren, ...

... James (r., l. Elizabeth) 1985, ...

... Georgia 1992 (Bild von 2005) ...

... und Gabriel 1997.

Jagger und Hall ließen sich 1999 scheiden, als das brasilianische Model ...

... Luciana Gimenez Morad, hier schwanger beim Karneval in Rio im Februar 1999, ein Kind von ihm erwartete. Heraus kam ...

... Sohn Lucas (hier 2014).

Natürlich nicht Jaggers einziger Fehltritt - vor, nach und während seiner Ehen hatte er zahllose Affären. (Bild: mit Freundin Chrissie Shrimpton im Februar 1966)

Eine der bekanntesten und schlagzeilenträchtigsten war dabei sicher die mit Marianne Faithfull, hier beide im Juni 1966.

Sie waren eins der Glamourpaare der wilden 60er. Angeblich komponierte Mick Jagger den Song "Wild Horses" für sie; an "Sister Morphine" soll sie mitgeschrieben ...

... und bei "Angie" soll er an sie gedacht haben. Ihre eigene musikalische Karriere als Sängerin begann 1964 mit "As Tears Go By", einer Komposition von Jagger/Richards.

Sie sagte einmal ganz freimütig: "Ich habe mit drei von den Stones geschlafen und mich dann für Mick entschieden."

Nach ihrer Trennung kam sie sehr lange nicht von ihm weg: "Um Mick Jagger zu vergessen, habe ich rund 30 Jahre gebraucht". Danach versank sie noch tiefer im Drogensumpf als ohnehin schon.

Insgesamt hat Mick Jagger acht Kinder - sein erstes, seine Tochter Karis Jagger (l.) ...

... stammt aus seiner Beziehung mit der US-Sängerin Marsha Hunt und wurde 1970 geboren.

Mick Jagger und Marsha Hunt (m.) sind wohl nicht im Bösen auseinandergegangen, sie scheinen sich immer noch gut zu verstehen: Er und Jerry Hall waren bei der Uni-Abschlussfeier von Karis Jagger 1992 an der Seite von Marsha Hunt dabei, ...

... und beim Tod seines Vaters Joe (hier beide 2003) im November 2006 stand Marsha Mick zur Seite. Auch seine Ex-Ehefrauen Bianca Jagger und Jerry Hall trösteten ihn bei der Beerdigung - gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ...

... L'Wren Scott. Mit der US-amerikanischen Stylistin, 26 Jahre jünger als er, war Jagger seit 2001 liiert.

Ihre Beziehung nahm ein tragisches Ende, als L'Wren Scott im März 2014 tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Sie hatte Selbstmord begangen, wie die Autopsie ergab.

Im Dezember 2016 wurde Jagger schließlich zum achten Mal Vater, mit 73 Jahren. Mutter seines Sohnes mit dem ausgefallenen Namen Deveraux Octavian Basil: die damals 29-jährige US-amerikanische Balletttänzerin Melanie Hamrick.

Anlass für Keth Richards, mal wieder draufzuhauen: In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" spottete er über Jagger, dass dieser sich endlich sterilisieren lassen sollte. "Mick ist ein geiler, alter Bastard. Es ist Zeit für den Schnitt - in dem Alter kannst du kein Vater mehr sein. Die armen Kinder!"

Anfang 2018 entschuldigte er sich aber bei Jagger dafür. "Ich bedauere zutiefst die Kommentare, die ich über Mick im WSJ gemacht habe, die waren völlig unangebracht", schrieb der Stones-Gitarrist bei Twitter. Er habe sich auch persönlich bei Jagger entschuldigt.

Obwohl Jagger das Image als Bad Boy noch nicht ganz verloren hat, wurde es in den letzten Jahren etwas ruhiger um ihn.

Im Dezember 2003 wurde er im Buckingham Palace für seine "Verdienste um die populäre Musik" zum Ritter geschlagen. Was ihm diese Ehre bedeute, wollte der "Guardian" damals wissen. "Nicht viel", sagte Sir Mick, "Mein Vater war sehr stolz. Ich habe mich für ihn gut gefühlt." (l. Micks Vater Joe, r. seine Töchter Karis und Elizabeth)

Jagger ist sogar bei wohltätigen Unternehmungen dabei: Er ließ sich von Bryan Adams für seine Fotoaktion "Hear the World" ablichten. Der Versteigerungs-Erlös der Fotografien ging an eine Stiftung zugunsten Gehörloser.

Und er schaut sich Fußballspiele an - wie hier das WM-Halbfinale Kroatien gegen England am 11. Juli 2018 im Moskauer Luschnikistadion. Aber ganz zur Ruhe ...

... hat er sich doch nicht gesetzt. Ein paar - wenn auch wenige - Konzerte gaben die Rolling Stones schon noch in den letzten Jahren - ...

... sie können wohl nicht anders. Jaggers ungebrochene Energie und Bühnenpräsenz kann man, wenn man nicht die Chance hatte, bei einem der Konzerte (hier am 8. Juli 2018 in Warschau) dabeigewesen zu sein, auch auf der Leinwand sehen: ...

... Im Jahr 2005 drehte Star-Regisseur Martin Scorsese (m.) den Konzertfilm "Shine a light" über die Rolling Stones.

Zum 50. Bandjubiläum im Sommer 2012 erschien der Dokumentarfilm "Crossfire Hurricane" von Brett Morgan mit den Höhepunkten der Stones-Geschichte vom ersten Auftritt 1962 bis eben 50 Jahre danach.

Wann immer es einen Auftritt der Rolling Stones gibt (hier Mitte Juli 2013 im Hyde Park in London), gehen die Karten zu Höchstpreisen weg.

Man weiß ja nie, ob man sie nochmal live sehen kann - und ihre Shows sind immer noch Rockersuperklasse.

Und die Fans lieben Jagger und Co. nach wie vor. Aber sie müssen sich auch nicht sorgen, dass Mick sobald aufhört, im Gegenteil: "Ich schreibe gerade", sagte er kürzlich dem "Independent" in einem seiner seltenen Interviews; Songs, hauptsächlich für die Stones. "Ich denke nicht wirklich viel darüber nach, was ich geschrieben habe. Ich ackere mich einfach immer weiter durch, wirklich."

Und er reißt er sein Millionenpublikum immer noch mit. Harte Arbeit, verriet er dem irischen Sender "RTE": "Man kann die Songs nicht einfach runtersingen. Du musst dich wirklich reinverbeißen. Du siehst die Leute, für die du sie singst, du hast diesen Austausch an Gefühlen. Darum geht es." (abe/dpa)

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