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Dienstag, 08. April 2014

I don't like Mondays : Trauer um Peaches Geldof

Von Sabine Oelmann

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Als ihr Mann sie kennenlernte, sagte er: "Von dem Moment an, als wir das erste Mal miteinander ausgingen, ... (Foto: REUTERS)

Als ihr Mann sie kennenlernte, sagte er: "Von dem Moment an, als wir das erste Mal miteinander ausgingen, ...

Als ihr Mann sie kennenlernte, sagte er: "Von dem Moment an, als wir das erste Mal miteinander ausgingen, ...

... wusste ich, dass ich nie wieder einen Tag ohne sie verbringen will für den Rest meines Lebens."

Der Rest seines Lebens ohne sie hat jedoch bereits angefangen - seine Frau, dieses Mädchen, die Tochter des großen und großartigen Bob Geldof, ist tot.

Einfach so, mit 25.

Sie hinterlässt eine unfassbar traurige Familie.

Ihren Mann, Thomas Cohen, einen Rocksänger, zwei kleine Kinder Astala (fast zwei) und Phaedra (noch nicht einmal ein Jahr alt), die sich niemals wirklich an ihre Mutter werden erinnern können, auch wenn ihr Vater sagt : "Meine geliebte Ehefrau Peaches wurde von mir und ihren zwei Söhnen Astala und Phaedra bewundert, und ich werde sie großziehen mit ihrer Mutter täglich in ihren Herzen."

Von ihren Schwestern, die alle auf so gleichsam lustige wie illustre Namen hören wie Fifi Trixibelle, ...

... Pixie (l.) ...

... und Heavenly Hiraani Tiger ...

... hier auf dem Arm ihrer Mutter Paula Yates mit Michael Hutchence.

Und schließlich ihr Vater, der in einem ersten Statement sagte: "Es ist mehr als schmerzlich für uns. ...

... Sie war die Wildeste, Lustigste, Spaßigste, Cleverste, Witzigste und die Verrückteste von uns."

Der Mann, der für den Weltfrieden und genug zu essen für alle sorgen wollte und seinen Teil mit Live Aid auch beigetragen hat, es noch immer tut, ist am Boden zerstört.

Sein großes Herz muss unfassbar leer sein.

Die zwei leiblichen Töchter Pixie (Foto) und Trixibell sowie Tiger, die Bob Geldof nach dem Tod seiner Ex-Frau Paula Yates adoptierte, ...

... obwohl sie von dem Mann stammte, der ihm seine Frau wegnahm, nämlich Michael Hutchence (legendärer Sänger von INXS), werden ihm jetzt Trost geben müssen, …

... obwohl die drei jungen Frauen selbst jeden Trost gebrauchen können. Für eine Familie, die so viele Schicksalsschläge hat wegstecken müssen, wirkte die Familie immer sehr einig.

In einem Interview mit n-tv.de vor drei Jahren erzählte Bob Geldof, was das Wichtigste auf der Welt für ihn ist: ...

... "Das ganze Leben wäre nicht lebenswert ohne die Liebe", sagte er da, und während er Sushi-essend auf dem Bett saß, sinnierte er darüber, was Familie bedeutet.

"Alles! Aber ich rede nicht gerne über meine Töchter, sie stehen sowieso schon zu sehr im Fokus der Öffentlichkeit."

Das war auch Peaches' großes Problem: ...

... Seit ihre Mutter, die britische TV-Ikone Paula Yates, erst Witwe von Michael Hutchence war und dann selbst an einer Überdosis starb, standen die Kinder, besonders dadurch, dass Bob Geldorf die kleine Tiger adoptierte, immer im Mittelpunkt des Interesses.

Kein Wunder, der Mann hat den größten Respekt vor dem Leben, er kann mit allen.

Und auch er wuchs ohne Mutter auf – typisch Bob Geldof also, dass er jetzt gleich mitteilen ließ, dass die Familie immer für Thomas und die beiden Enkel da sein werde.

Die Mädchen schlugen sich fortan mehr oder weniger bravourös durchs Leben, Peaches beichtete, dass sie es krachen ließ, Alkohol und Drogen seien immer mal wieder im Spiel gewesen, aber seit sie Mutter war, fühlte sie sich geerdet: ...

... "Ich habe mit Drogen experimentiert. Ich habe mich betrunken und Partys gefeiert. Aber ich war nie extrem wild", erzählte sie 2009 der "Elle". "Ich hätte die Möglichkeit dazu gehabt. ...

... Doch ich habe mich jedes Mal daran erinnert, was mit meiner Mutter passiert ist."

Endlich war sie da, wo sie schon immer sein wollte, seit sie ihre Mutter verloren hatte: zu Hause.

In der Grafschaft Kent hatte sie ein idyllisches Haus mit ihrem Mann und den beiden Kindern, sie schrieb Kolumnen, ...

... modelte hier und da ...

... und war nicht mehr so oft auf Partys wie früher.

Sie erzählte einmal, dass sie sich den Dämonen ihrer Kindheit gestellt habe: "Als meine Mutter starb, gingen wir am nächsten Tag alle zur Schule, ...

... denn mein Vater ist ein Anhänger des Spruchs 'Keep calm and carry on'. Er wollte es so normal wie möglich für uns gestalten. Ich weinte keine Träne bei der Beerdigung meiner Mutter. Erst als ich 16 war, konnte ich meinen Schmerz zulassen.“

Warum sie nun so jung starb, gibt allen Beteiligten Rätsel auf, denn von Drogen ist nicht die Rede.

Im Gegenteil, sie wirkte gefestigt: In ihrem letzten Interview mit der Zeitschrift "Mother & Baby" hatte sie vor Kurzem betont: ...

... "Ich würde meine Söhne nie im Stich lassen. Für nichts und niemanden. Seitdem ich Mutter bin, bin ich endlich ich selbst. ...

Jahrelang habe ich versucht, mich selbst zu finden. Ich habe mich so verloren gefühlt, wie ein Boot ohne Steuer. Meine Babys zu haben, hat die vielen Traumata meiner eigenen Kindheit geheilt. Ich fühle mich endlich verankert."

Und auch ihrem Vater ging es seit langem wieder gut: 2011 sagte Bob Geldof im Interview: "Ja, ich bin in einer guten Phase meines Lebens. Ich habe sehr schlimme Zeiten hinter mir, Zeiten des Verlusts, Zeiten ohne Liebe, aber jetzt geht es mir eigentlich so gut wie noch nie in meinem Leben."

Ständig machte Peaches Fotos von sich und den Kindern und twitterte sie – dafür wurde sie oft kritisiert. Jetzt hat man den Eindruck, dass sie sich der Echtheit ihres Glücks versichern wollte, und ihren süßen, witzig aussehenden Kindern bleibt nichts als diese Fotos.

Es heißt, sie wollte noch ein drittes Kind – aber sie wolle sich noch Zeit lassen, sie sei ja noch so jung.

Wie oft muss man sich also noch sagen, dass man den Tag nutzen soll? Es kann so schnell vorbeigehen.

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