Bilderserie
Sonntag, 04. April 2010

Apple zelebriert Marktstart: Ansturm auf das iPad

Bild 1 von 32
Nein, diese New Yorker warten nicht auf den Start des Ticketverkaufs für das Finale des Super Bowl. (Foto: picture alliance / dpa)

Nein, diese New Yorker warten nicht auf den Start des Ticketverkaufs für das Finale des Super Bowl.

Nein, diese New Yorker warten nicht auf den Start des Ticketverkaufs für das Finale des Super Bowl.

Auch Rock- oder Popstars sind in San Francisco in der Nähe dieses Menschenauflaufs weit und breit nicht zu sehen.

Nicht vor einer Kirche stehen sie am Ostersamstag Schlange, sondern vor der Kathedrale des Technologiezeitalters: dem Apple Store.

Apple ruft zum Verkauf des neuen Tablet-PC iPad - und die Apple-Jünger hören und kommen in Scharen.

Pünktlich um 9 Uhr Ortszeit öffnen sich in 221 Apple-Stores im ganzen Land die Pforten.

Den Mitarbeitern ist die Freude nicht minder groß ins Gesicht geschrieben als den Käufern.

Heerscharen feuern die Käufer zum Verkaufsstart an, ...

...Verkäufer hinter dem Tresen locken die letzten Reserven aus den teils über Stunden wartenden Apple-Fans heraus.

Apple ist es wieder einmal gelungen, den Verkaufsstart eines neuen Produktes als gesellschaftliches, wenn nicht gar kulturelles Ereignis zu zelebrieren.

Wochenlang wurde für den DIN-A4-großen Computer geworben, vor allem hinter den Kulissen. Apple-Produkte sollen keine Produkte sein, sondern käuflicher Lifestyle.

Mit dazu gehört die übliche Geheimniskrämerei: Kaum einer bekam das iPad vor dem Verkaufsstart in die Hand.

Ob das iPad sein Geld wert ist - in der Basisversion sind es knapp 500 Dollar plus Mehrwertsteuer - muss sich nun erweisen.

Experten loben das Display, die Handhabung und nicht zuletzt das Design.

Kritiker verweisen darauf, dass der Akkusatz gerade zehn Stunden hält und - wenn er einmal den Geist aufgibt - nur von einem Techniker ausgetauscht werden kann. Bei jedem anderen Notebook sind es ein paar Handgriffe.

Zudem können nicht mehrere Programme parallel laufen und die populäre Flash-Technologie von Adobe, Bedingung für viele Programme, ist nicht an Bord.

Ein USB-Anschluss, seit mehr als zehn Jahren Standard, sucht man am iPad ebenfalls vergebens.

Das iPad soll nun auch die eReader das Fürchten lehren. Immerhin hat es ein Farbdisplay, doch die Laufzeit ist mager im Vergleich zum Beispiel zum Kindle, der tagelang nicht an die Steckdose muss.

Trumpf des iPads sind die "Apps", Zehntausende Applikationen wie Spiele, Anwendungen und andere Hilfsprogramme.

Die Apps waren schon auf dem iPhone der Renner - und das große Geschäft für Apple.

Das iPad sieht aus wie das Multimediahandy iPhone, ist aber fast so groß wie ein Din-A4-Blatt. Bedient wird es über einen Touchscreen.

Gedacht ist das Gerät vor allem zur mobilen Unterhaltung: Es dient als Lesegerät für elektronische Bücher, bietet Internet, E-Mail, Musik, Filme und Computerspiele und kann Dokumente und Präsentationen bearbeiten.

Das Tippen funktioniert über eine eingeblendete oder mit einer externen Tastatur.

Mit dem nur 13 Millimeter dicken Gerät will Apple etwas schaffen, das ihm schon mit dem iPod gelungen ist: die Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher revolutionieren.

Alleine am ersten Wochenende, schätzen Analysten, gehen 200.000 bis 400.000 iPads über den Ladentisch.

Der Marktforscher Gartner glaubt, dass die Nachfrage nach Tablet-Computern mit einem Schlag anzieht und dass es im gesamten Jahr 10,5 Millionen werden - großteils iPads.

Laut Branchenexperten kann es sich aber durchaus auszahlen, mit dem Kauf noch zu warten.

Bei aller Freude, zu den Ersten zu gehören, ist das iPad Technikexperten zufolge derart kompliziert, dass sich bei der Nutzung schnell der eine oder andere Mangel zeigen dürfte, der dann von Apple behoben werden muss.

Eigens für das iPad präsentiert Apple-Chef Jobs eine digitale Bücherei namens iBooks. Auch Zeitungen sollen so abgerufen werden. Das macht den Verlagen Hoffnung auf dringend benötigtes Geld im Internet.

Das kleinste iPad mit 16 Gigabyte Speicher und ohne Mobilfunkanschluss kostet in den USA zunächst 499 Dollar, ...

...die teuerste Version mit 64 Gigabyte Speicher und UMTS kostet 829 Dollar.

Zunächst ist der Tablet-Computer nur in den USA erhältlich, Ende April kommt er auch in die deutschen Läden.

Ob dann auch hierzulande so viele glückliche Gesichter vor den Elektronikmärkten zu sehen sein werden, hängt wohl neben dem Preis auch davon ab, ob das iPad in den kommenden Wochen den Praxistest in den USA besteht.

weitere Bilderserien