Überspannte Träume am Golf: Böses Erwachen in Dubai
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Mit einer überraschenden Bitte um Zahlungsaufschub sorgt der Golfstaat Dubai für erhebliche Unruhe an den Finanzmärkten.Bild 1 von 78 | Foto: REUTERSRund um die Welt geben die Börsenkurse nach: Die Anleger werden vorsichtig. Auf Verdacht verkaufen sie vor allem die Aktien, die sich mit dem Dubai-Boom in Verbindungen bringen lassen.Bild 2 von 78 | Foto: REUTERS"Wir verstehen die Unruhe der Märkte und besonders der Gläubiger", sagt Scheich Ahmed bin Said el Maktum.Bild 3 von 78 | Foto: REUTERSAls Vorsitzender des obersten Haushaltsausschusses des Emirats Dubai muss er versuchen, die Wogen zu glätten.Bild 4 von 78 | Foto: REUTERSDas Vorgehen sei, so der Scheich weiter, notwendig gewesen, um "entschieden" gegen die Schuldenlast vorzugehen.Bild 5 von 78 | Foto: REUTERSDubai habe eine "nachhaltige" Wirtschaft, die nach einem "Jahrzehnt beispiellosen Wachstums" über große Rücklagen verfüge.Bild 6 von 78 | Foto: REUTERSAm Tag nach der Ankündigung aus Dubai fallen islamische Finanzprodukte in Asien im Schnitt um 15 Prozent.Bild 7 von 78 | Foto: REUTERSDer Deutsche Aktienindex in Frankfurt am Main schließt mit einem Minus von mehr als drei Prozent. Auch andere europäische und asiatische Börsen rutschten ab.Bild 8 von 78 | Foto: REUTERSBetroffen von der Bitte um Zahlungsaufschub sind die Kreditgeber des Staatsfonds Dubai World und von dessen Immobilientochter Nakheel.Bild 9 von 78 | Foto: REUTERSStaatsfonds und Immobilientochter sind am Bau der künstlichen Inseln vor der Küste von Dubai beteiligt.Bild 10 von 78 | Foto: APDas Emirat Dubai, der wirtschaftliche Mittelpunkt der Golfregion, beheimatet den größten Hafen, die größten Bauprojekte und das bedeutendste Handelszentrum der Vereinigten Arabischen Emirate.Bild 11 von 78 | Foto: REUTERSDer Export des in der Region geförderten Erdöls sowie der Tourismus gehören zu den rentabelsten Wirtschaftszweigen.Bild 12 von 78 | Foto: REUTERSBei Urlaubern sind die Einkaufszentren und Luxushotels beliebt - wie das berühmte segelförmige Burj al-Arab.Bild 13 von 78 | Foto: REUTERSAuf künstlichen Inseln, die in Form von Palmen angelegt wurden, sollen neben langen Sandstränden auch Luxuseinrichtungen für Urlauber geschaffen werden.Bild 14 von 78 | Foto: REUTERSMit einer Fläche von etwa 3900 Quadratkilometern ist das Emirat am Persischen Golf etwas größer als das Saarland und Berlin zusammen.Bild 15 von 78 | Foto: REUTERSNach Angaben des Auswärtigen Amtes leben rund 1,3 Millionen Menschen in dem vergleichsweise ölarmen Emirat, etwa 80 Prozent davon sind Ausländer.Bild 16 von 78 | Foto: REUTERSIn den vergangenen Jahren lockte der beispiellose Bauboom Menschen aus aller Welt an:Bild 17 von 78 | Foto: REUTERSIngenieure aus China, Architekten aus Deutschland und vor allem billig entlohnte Bauarbeiter aus Pakistan und Indien.Bild 18 von 78 | Foto: REUTERSMit dem Ende der hochwachsenden Träume haben sich auch die Zahlenverhältnisse in der Bevölkerungsstatistik rapide gedreht:Bild 19 von 78 | Foto: REUTERSDas Aufenthaltsrecht für Gastarbeiter ist scharf begrenzt. Binnen Tagen nach der Kündigung müssen die meisten das Land verlassen. Dubai wird damit zum Alptraum von Planern und Verwaltern: eine Volkswirtschaft mit extrem beweglichen Variablen.Bild 20 von 78 | Foto: REUTERSGeografisch gesehen, besteht der größte Teil Dubais ohnehin aus Wüste. Doch nach der Idee eines einzelnen Mannes soll Dubais Zukunft die Wirtschaftskraft der Nachbarstaaten überstrahlen.Bild 21 von 78 | Foto: REUTERSScheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum (in blau), Herrscher von Dubai und Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, setzt auf Visionen, Innovationen und kühne Pläne.Bild 22 von 78 | Foto: REUTERSMega-Projekt für Mega-Projekt soll sich der öde Küstenstreifen zwischen Saudi-Arabien und Oman seinen Vorstellungen annähern.Bild 23 von 78 | Foto: REUTERSNicht ganz zu unrecht sieht der Herrscher in der Neuausrichtung des Landes die einzige Chance auf künftigen Wohlstand. Vor allem mit seinen spektakulären Bauvorhaben in nie dagewesenen Ausmaßen hat Dubai hochfliegende Erwartungen geweckt.Bild 24 von 78 | Foto: REUTERSEs ist wie ein Traum aus Tausendundeiner Nacht. Eine Insel in Form einer Palme, von Menschenhand geschaffen. Was hier noch nur in der Computersimulation zu sehen ist, ...Bild 25 von 78 ... wächst seit 2001 aus Sand und Steinen. "The Palm Jumeirah", die erste von fünf geplanten Inseln vor der Küste Dubais, eröffnet im November 2008.Bild 26 von 78 Über sieben Jahre dauern die Arbeiten an der Verwirklichung dieses Traumes.Bild 27 von 78 Die Arbeiter schütten mehr als 100 Mio. Kubikmeter Erde und Steine auf.Bild 28 von 78 Bis zu 40.000 Menschen waren gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt.Bild 29 von 78 Das neue Eiland verlängert die Küstenlinie des Golfstaates um knapp 100 Kilometer. Angeblich soll das künstlich aufgeschüttete Gebilde sogar vom Mond aus sichtbar sein.Bild 30 von 78 Die Gesamtkosten des Projektes werden mit etwa drei Milliarden US-Dollar beziffert. Auch nach der Eröffnung wird weiter gebaut, weitere Hotels sollen entstehen.Bild 31 von 78 Bisher stehen mehr als 2000 Villen und 40 Hotels auf den "Wedeln" der "Palme".Bild 32 von 78 Die Häuser finden innerhalb kürzester Zeit willige Käufer.Bild 33 von 78 Prunkstück von "Palm Jumeirah" ist das erste Hotel am Platz - das "Atlantis the Palm".Bild 34 von 78 Noch im September 2008 durch ein Feuer während der Bauarbeiten leicht beschädigt, ...Bild 35 von 78 ... erstrahlt das Hotel zur offiziellen Eröffnung von "The Palm Jumeirah" in vollem Glanz.Bild 36 von 78 Den gigantischen Ausmaßen des Projektes angemessen, geraten die Feier zur Einweihung am 20. November 2008 zu einem riesigen Spektakel.Bild 37 von 78 Dubai erlebt das größte Feuerwerk aller Zeiten, für das 100.000 Feuerwerkskörper von allen Teilen der Insel aus gezündet wurden.Bild 38 von 78 Pyro-Dirigent Phil Grucci lässt ein sieben Mal größeres Feuerwerk entstehen als bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking.Bild 39 von 78 Zusätzlich erhellt eine Lichtinstallation die Fassade des "Atlantis the Palm".Bild 40 von 78 2000 Gäste sind geladen, um die Eröffnung mit einer standesgemäßen Party zu begehen. Die Prominenz lässt sich nicht lange bitten: Schauspielerin Lindsay Lohan, ...Bild 41 von 78 ... "His Airness" Michael Jordan, ...Bild 42 von 78 ... Bollywoodstar Priyanka Chopra ...Bild 43 von 78 ... und Oscarpreisträgerin Charlize Theron - nur eine kleine Auswahl der Stars und Sternchen in Dubai. Die Fotografen am roten Teppich haben alle Hände voll zu tun.Bild 44 von 78 Absoluter Stargast des Abends ist Kylie Minogue.Bild 45 von 78 Die Australiern unterhält die Gäste mit einer einstündigen Show.Bild 46 von 78 Die Herzogin von York, Sarah Ferguson, zeigt sich besonders begeistert von "The Palm Jumeirah": "In Dubai wird nicht nur geträumt, hier werden Träume erfüllt."Bild 47 von 78 Bauherr Sultan Ahmed bin Sulayem (rechts mit Hoteleigentümer Sol Kerzner und dessen Frau) pflichtet der Britin bei: "Wir haben Sand und Sonne, aber die Leute wollten auch Strände - und die haben wir nun. Wo wir heute stehen, war vor fünf Jahren noch Wasser."Bild 48 von 78 Die Einweihungsfeier kostet Bin Sulayem, der zu den finanzstärksten Geschäftsmänner der Vereinigten Arabischen Emirate zählt, etwa 16 Mio. Euro.Bild 49 von 78 Peanuts im Vergleich zu den 1,5 Mrd. Dollar, die alleine der Bau des Hotels "Atlantis the Palm" verschlingt.Bild 50 von 78 Dafür besticht das Hotel mit purem Luxus.Bild 51 von 78 Insgesamt 1539 Zimmer stehen für die Gäste bereit.Bild 52 von 78 Die können sich in der üppigen Wasserlandschaft vergnügen ...Bild 53 von 78 ... die dem Hotel angeschlossen ist.Bild 54 von 78 Wer nicht selbst nass werden will, bestaunt die Haie in den künstlichen Lagunen ...Bild 55 von 78 ... oder das Aquarium im Inneren des Hotels.Bild 56 von 78 Wenn es im Hotel doch zu langweilig werden sollte, kommt man auf dem schnellsten Wege auf das Land. Eine 5,4 Kilometer lange eingleisige Bahn führt direkt vom Hotel ...Bild 57 von 78 ... über den "Stamm" der Palmeninsel ...Bild 58 von 78 ... bis zum Festland. Ein Anschluss an die Dubai Metro ist geplant.Bild 59 von 78 In Dubai lässt sich dann eine einzigartige Boomtown bestaunen. Seit Jahren gleicht die Wüstenstadt einer einzigen Baustelle.Bild 60 von 78 Im Jahr 2006 berichtet die Zeitung "Gulf News", das bis zu 25 Prozent aller Turmkräne der Welt in Dubai stehen würden.Bild 61 von 78 Die Skyline wächst immer weiter in die Höhe.Bild 62 von 78 Der Burj Dubai, auch Dubai Tower genannt, erreicht bereits im September 2008 mit 668 Metern Höhe einen neuen Rekord und ist damit höchstes Gebäude der Welt. Zur Fertigstellung ragt er 819 Meter in die Luft ragen.Bild 63 von 78 Damit ist der Dubai Tower fast 40 Prozent größer als das bisher größte Gebäude der Welt, der Taipeh 101 in Taiwan.Bild 64 von 78 Das segelförmige "Burj Al Arab" vor der Küste von Dubai ist mit 321 Metern der höchste Hotelbau der Welt.Bild 65 von 78 Wegen der luxuriösen Ausstattung wird das "Burj Al Arab" als Sieben-Sterne-Hotel bezeichnet, offiziell hat es aber nur die maximal erreichbaren fünf Sterne.Bild 66 von 78 Anfang November 2008 eröffnet in Dubai auch eines der größten Einkaufszentren der Welt seine Pforten in Dubai.Bild 67 von 78 Auf einer Grundfläche von ungefähr 50 Fußballfeldern bietet es Platz für über 500 Geschäfte, ein Aquarium ...Bild 68 von 78 ... und ein kleines Eisstadion.Bild 69 von 78 Solange die Ölquellen sprudeln, so scheint, wird in der Wüste weiter gebaut. An neuen Ideen mangelt es nicht.Bild 70 von 78 Diese Simulation zeigt ein 80-stöckiges Hochhaus, das bis 2010 fertiggestellt werden soll. Das Design birgt eine architektonische Sensation, ...Bild 71 von 78 ... die 80 Etagen sollen unabhängig voneinander rotieren und so ständig die Form des Gebäudes verändern. Ob es nach den Auswirkungen der Finanzkrise tatsächlich gebaut wird, steht in den Sternen.Bild 72 von 78 Dagegen mutet dieses Gebäude, das ebenfalls 2010 eröffnet werden soll, geradezu konservativ an. Es soll nach dem ehemaligen Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher benannt werden.Bild 73 von 78 Immobilen-Tycoon Donald Trump, ein enger Partner von Sultan Bin Sulayem, hat ebenfalls große Pläne in Dubai. Nicht immer können die aber in die Tat umgesetzt werden.Bild 74 von 78 Das "Trump International Hotel and Tower" sollte von vier goldenen Blumenblättern umgeben werden. Das wurde abgelehnt.Bild 75 von 78 Der Alternativentwurf ist kaum minder spektakulär. Bis 2011 sollen die Gebäude fertig sein. All diese Pläne werden jedoch von einem weiteren gigantischen Inselprojekt vor der Küste Dubais in den Schatten gestellt ...Bild 76 von 78 ... gegen das selbst "The Palm Jumeirah" verblasst. "The World", eine Inselgruppe in Form einer Weltkarte, soll Platz für 150.000 Einwohner bieten. Eine der 300 Inseln wird bis zu 40 Mio. US-Dollar kosten.Bild 77 von 78 Mit den Zweifeln an der Finanzkraft einheimischer Unternehmen gerät das alles in Misskredit: Weltweit fürchten Anleger und Großinvestoren nun, dass von der Dubai-Story ohne Boom nicht viel mehr übrig bleibt als Sand und schöne Sonnenuntergänge.Bild 78 von 78 | Foto: REUTERS