Die Finanzmärkte stecken in der Krise - nicht zum ersten Mal. Euphorie und Absturz bestimmen schon immer den Gang der Börsen. Schuld an dem derzeitigen Debakel ist die US-Kreditkrise. Hier ein Rückblick auf frühere Turbulenzen in den USA:Bild 1 von 32 Der erste Börsencrash des vergangenen Jahrhunderts ereignet sich wenige Jahre nach der Jahrhundertwende: 1907. Es ist der drittgrößte Börsencrash der Geschichte. Nach einer mehrjährigen Hausse hat sich der Aktienmarkt heißgelaufen. Am 12. Januar 1906 ...Bild 2 von 32 ... überschreitet der Dow erstmals in seiner Geschichte die Marke von 100 Punkten (beim Start am 26. Mai 1896 lag er bei 40,74 Zählern). Die Hausse hält noch einige Monate an und nimmt im Oktober 1907 mit einem bis dahin nicht gekannten Kurssturz ein jähes Ende.Bild 3 von 32 Die Panik an der Wall Street wird ausgelöst durch einen Massenansturm auf die US-Bank Knickerbocker Trust. Banken fordern Kredite zurück und die Aktienkurse stürzen ins Bodenlose.Bild 4 von 32 Beruhigung bringt der Banker JP Morgan, der sich mit anderen Bankern zusammenschließt und Liquidität bereitstellt. Durch einen schnell verfügbaren Kredit von 10,0 Mio. Dollar (das reichte damals) ...Bild 5 von 32 ... sorgt Morgan dafür, dass sich die prekäre Situation an der New York Stock Exchange entspannt. Die Liquidität am Aktienmarkt kann dadurch aufrecht erhalten werden ...Bild 6 von 32 ... und der Verkaufsdruck der Kunden lässt langsam nach. Diese Erfahrung führt 1914 zur Gründung der US-Notenbank Federal Reserve.Bild 7 von 32 Dennoch geht das Jahr 1907 als eines der schlimmsten der US-amerikanischen Börsengeschichte in die Annalen ein.Bild 8 von 32 Ende 1929 notiert der Dow Jones nur noch bei 58,75 Punkten - ein Minus von 37,73 Prozent im Jahresvergleich.Bild 9 von 32 Als dunkelster Tag in der Börsengeschichte gilt nach wie vor der 25. Oktober 1929, der "SCHWARZE FREITAG". Ihm geht eine konjunkturelle Schwächephase voraus. Die Kurse stürzen und es folgt die schwerste Weltwirtschaftskrise des vergangenen Jahrhunderts.Bild 10 von 32 Zuvor hat sich der Dow Jones im Wert mehr als verdreifacht. Die Anleger sind wieder zu euphorisch. Insbesondere der Aktienverkauf auf Kredit wird dem Markt zum Verhängnis, weil Anleger von den Banken gezwungen werden, die Papiere zu verkaufen.Bild 11 von 32 Kreditbeschränkungen und Darlehensausfälle bringen in den 30er Jahren das Aus für 9000 Banken in den USA. Nach dem Börsencrash bereitet das massenhafte Abheben von Geld durch besorgte Kunden den Geldhäusern Probleme.Bild 12 von 32 Präsident Franklin D. Roosevelt ruft deshalb nach seinem Amtsantritt 1933 eine dreitägige Bankschließung aus, um die Gemüter zu beruhigen. Danach verabschiedet der Kongress das Gesetz zur Gründung des Einlagensicherungsfonds FDIC.Bild 13 von 32 Anfang der 70er Jahre herrscht wieder Aktieneuphorie. Die Weltkonjunktur boomt. 1973 kommt das jähe Erwachen. Durch das Ölembargo der arabischen Staaten wird der Schmierstoff für die Konjunktur deutlich teurer. Wachstum und Börse brechen ein.Bild 14 von 32 Nach einer mehrjährigen Börsenhausse lösen 1987 steigende Zinsen, ein fallender Dollar und das hohe US-Leistungsbilanzdefizit den "SCHWARZEN MONTAG" aus.Bild 15 von 32 Am 19. Oktober 1987 erlebt die Wall Street in einem beispiellosen finanziellen Erdbeben den schlimmsten eintägigen Kursverlust ihrer Geschichte.Bild 16 von 32 Der Dow Jones büßt innerhalb eines Tages rund 22 Prozent ein. Die Anleger verlieren allein an der New Yorker Börse über 500 Mrd. Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie am 28. Oktober 1929.Bild 17 von 32 Insgesamt wird in diesem Crash ein Drittel des Dow-Wertes vernichtet. Die Fed unter ihrem brandneuen Chef Alan Greenspan stellt in einer Erklärung klar, dass die Fed bereit ist, den Banken ein absolutes Sicherheitsnetz zu bieten.Bild 18 von 32 Die US-Notenbank stehe als "Liquiditätsquelle zur Unterstützung des Wirtschafts- und Finanzsystems bereit". In Krisentreffen mit Groß- und Investmentbanken wird die Basis für eine rasche Begrenzung der Krise gelegt.Bild 19 von 32 Der üppige Fluss aus dem Geldhahn bringt die US-Wirtschaft wieder schnell auf Expansionskurs. Anfang 1988 notiert der Dow wieder auf 2000 Punkten, auf dem Stand von Anfang 1997.Bild 20 von 32 Anfang der 90er Jahre wieder ein Dämpfer für die Wall Street: Am 12. Februar muss die US-Investmentbank Drexel Bumham Lambert Konkurs anmelden. "Junk-Bond-King" Michael Milken hatte sie zu einer großen Nummer gemacht.Bild 21 von 32 Milken war in den 70er Jahren einer der Hauptbeteiligten bei der Schaffung des Junk-Bond-Markets. 1989 wurde er wegen Finanzbetrugs inhaftiert: Er gilt als Symbol der Gier während der 1980er Jahre.Bild 22 von 32 1997 kommt es zum zweiten "SCHWARZEN MONTAG". Am 27. Oktober verliert der Dow-Jones 554 Punkte. Der von New York ausgelöste Kursrutsch verbreitet sich wie ein Lauffeuer um den Globus. Über Südamerika und Asien setzte sich das Kursbeben bis nach Europa fort.Bild 23 von 32 Auslöser für den Einbruch an der Wall Street ist die sogenannte Asienkrise.Bild 24 von 32 1998 kommt es noch dicker. Zur bereits schwelenden Asienkrise kommt der Zusammenbruch der russischen Börse. Als dann noch der Hedgefonds LTCM in Schieflage gerät, verliert der Dow über 33 Prozent.Bild 25 von 32 Auslöser für die massiven Verluste von LTCM sind Ausfälle russischer Staatsanleihen. Die Fed organisiert eine Geldspritze von 3,625 Mrd. Dollar. Bear Stearns will sich nicht beteiligen.Bild 26 von 32 Mit Schaudern erinnern wir uns an den Anschlag vom 11. September 2001, als ein voll besetztes Flugzeug in das World Trade Center fliegt. Dax und Dow sehen die schlimmsten Kursstürze in der Geschichte.Bild 27 von 32 Der Dax kracht zehn Prozent nach unten. In New York wird der Handel erst gar nicht aufgenommen und für eine Woche ausgesetzt. Danach bricht der Dow um sieben Prozent ein.Bild 28 von 32 Letzte Station 2008: Die US-Immobilienkrise weitet sich zu einer ausgewachsenen Bankenkrise aus.Bild 29 von 32 Im März wird Bear Stearns gerettet, Freddie Mac und Fannie Mae überleben dank staatlicher Hilfen. Lehman meldet Insolvenz an und die Bank of America übernimmt Merril Lynch.Bild 30 von 32 Am 15. September 2008 schickt die Finanzkrise europaweit Banken- und Versicherungsaktien auf Talfahrt. Der Dow sackt über 500 Punkte ab. Das ist der höchste Punkte-Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001.Bild 31 von 32 24. Oktober 2008: Ein deutlicher Kursrutsch in Asien und ein überraschend starkes Schrumpfen der britischen Wirtschaft ziehen den Dax in der Spitze elf Prozent ins Minus. (Bilder: ap, dpa, rts / Text: Diana Dittmer)Bild 32 von 32