Er ist ein blutsaugender Parasit und deshalb reichlich mit Vorurteilen besetzt.Bild 1 von 34 | Foto: REUTERSObwohl wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass sein Einsatz beim Menschen entzündungshemmende, antibakterielle und gerinnungshemmende Wirkungen hat, ist sein Image schlecht.Bild 2 von 34 | Foto: REUTERSViele Menschen empfinden Ekel, wenn sie die glitschigen Tiere nur sehen.Bild 3 von 34 Ganz zu schweigen von der Vorstellung, solch ein Tier festgesaugt in der eigenen Haut zu haben.Bild 4 von 34 | Foto: REUTERSDie Rede ist vom Blutegel.Bild 5 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaVon den über 600 verschiedenen Egelarten ist wohl der Medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) der bekannteste Vertreter.Bild 6 von 34 | Foto: REUTERSEr wird bis zu 15 Zentimeter lang und ist oft mit einer außergewöhnlichen Rückenzeichnung ausgestattet.Bild 7 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebDie Medizinischen Blutegelarten sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild sehr variabel. Sie können gelb, olivgrün oder dunkelbraun sein.Bild 8 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDas Wort Egel stammt nicht von Ekel ab. Ihren Namen verdanken die Tiere dem griechischen Wort "echis", das "kleine Schlange" bedeutet.Bild 9 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebDie Anwendung von Blutegeln zu heilenden Zwecken ist schon in der Antike bekannt und erlebt in der Gegenwart sowohl in der Alternativ- als auch in der Schulmedizin eine Renaissance.Bild 10 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDie unscheinbaren Tiere werden weltweit gezielt ein- und angesetzt. Sie sollen bei Rheuma, Gürtelrose, Tinnitus, Furunkeln, Brustdrüsenentzündung, Arthrose, Bluthochdruck, Angina pectoris, ...Bild 11 von 34 | Foto: REUTERS... Gallenblasenentzündung, Thrombose, Durchblutungsstörungen und ähnlichen Erkrankungen helfen. Für manche Patienten mit chronischen Leiden ist eine Therapie mit Blutegeln die letzte Hoffnung auf Heilung.Bild 12 von 34 | Foto: picture-alliance / dpaVor allem in der plastischen und in der Schönheitschirurgie werden immer öfter Blutegel erfolgreich eingesetzt.Bild 13 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDas heilende Geheimnis der Tiere ist ihr Speichel, der auch Saliva genannt wird. Er enthält mehr als 20 verschiedene Substanzen, darunter Hirudin, Calin, Egline und Bdellin. Diese Bestandteile haben vor allem gerinnungs-, entzündungshemmende sowie gefäßerweiternde Wirkungen.Bild 14 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDie Wissenschaft konnte bisher nicht genau die Wirkung von allen Bestandteilen auf den Menschen erklären. Es wird angenommen, dass die Kombination der Inhaltsstoffe des Blutegelspeichels die heilende Wirkung für den Menschen ausmacht.Bild 15 von 34 | Foto: REUTERSDer Speichel der Tiere wird sogar für die Herstellung von Salben benutzt.Bild 16 von 34 Durch den vielseitigen Therapieeinsatz werden Blutegel manchmal sogar als lebende Apotheke bezeichnet.Bild 17 von 34 | Foto: REUTERSBlutegel sind wahre Meisterwerke der Natur, die in ihrem parasitären Leben scheinbar sogar auf Nachhaltigkeit achten. Der spezielle Speichelcocktail und der schmerzfreie Biss schädigen das Wirtstier nicht. Im Gegenteil, die Wirkstoffe im Egelspeichel können dem angesaugten Tier oder dem Menschen auf vielfältige Weise nützen.Bild 18 von 34 | Foto: REUTERSEin Blutegel trinkt nur soviel Blut, wie er tatsächlich für sein Leben braucht. Eine einzige Blutmahlzeit reicht ihm für ein bis zwei Jahre.Bild 19 von 34 Blutegel haben Saugnäpfe an beiden Körperenden. Damit können sie sich außerhalb des Wassers fortbewegen und an ihrem Wirt festsaugen. Sie besitzen zwei Mäuler und fünf Augenpaare.Bild 20 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaUm in die Haut des Säugetiers zu gelangen, wendet der Blutegel eine relativ schmerzfreie Bisstechnik an. Er raspelt sich quasi mit drei sternförmig angeordneten Sägeleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnen vorsichtig durch die Haut, ...Bild 21 von 34 | Foto: wikipedia... um schließlich an das Blut zu gelangen. Während des Saugens, das rund 30 Minuten dauert, gibt der Blutegel seinen heilsamen Speichel in die Wunde ab. Danach lässt sich der Egel einfach abfallen.Bild 22 von 34 | Foto: REUTERSEin Blutegel kann je nach Größe und Alter zwischen zwei und zehn Milliliter Blut aufnehmen. Das ist das Zehnfache seines eigenen Körpergewichts.Bild 23 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaBei einer Blutegeltherapie werden meistens mehrere Tiere gleichzeitig eingesetzt. Die Tiere kommen nicht auf Entzündungsstellen oder an Venen direkt, sondern immer nur in der Nähe der erkrankten Stellen zum Einsatz.Bild 24 von 34 | Foto: picture-alliance / dpa/dpawebAuch wenn die Vorgehensweise einer Blutegeltherapie recht simpel ist, sollten Betroffene die Egel nicht selbst ansetzen, sondern fachkundige und ausgebildete Therapeuten aufsuchen.Bild 25 von 34 | Foto: REUTERSDenn sowohl die korrekte Körperstelle als auch die Wundversorgung nach einer Behandlung sind wichtig, damit es nachträglich nicht zu Infektionen kommt.Bild 26 von 34 | Foto: REUTERSDurch die blutverdünnenden Wirkstoffe im Blutegelspeichel kann eine Wunde bis zu zehn Stunden nachbluten. In ganz seltenen Fällen sind auch allergische Reaktionen möglich.Bild 27 von 34 | Foto: REUTERSAuch die Vorgeschichte und das Krankheitsbild des Betroffenen muss der Therapeut genau kennen, bevor er sich für oder gegen eine Blutegeltherapie entscheidet.Bild 28 von 34 | Foto: REUTERSEin angesetzter Blutegel sollte auf keinen Fall gewaltsam aus der Haut gezogen werden.Bild 29 von 34 | Foto: REUTERSEine Blutegeltherapie ist relativ schmerzfrei. Lediglich an der Bissstelle kann es, ähnlich wie beim Mückenstich, zu Juckreiz kommen.Bild 30 von 34 | Foto: REUTERSFür eine Therapie werden ausschließlich gezüchtete Blutegel eingesetzt.Bild 31 von 34 | Foto: REUTERSAus hygienischen Gründen müssen die Tiere nach einer Behandlung getötet werden.Bild 32 von 34 | Foto: REUTERSDurch den übertriebenen Einsatz von Blutegeln in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die natürlichen Bestände so sehr verringert, dass die Art bis heute stark gefährdet ist.Bild 33 von 34 | Foto: ASSOCIATED PRESSAus diesem Grund stehen Blutegel in vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland, unter Naturschutz und dürfen in der freien Natur nur mit einer besonderen Genehmigung (CITES) gesammelt werden. Leider nimmt der Bestand wildlebender Blutegel immer weiter ab.Bild 34 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpa