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Mittwoch, 24. Januar 2018

Herr der Lüfte in Not: Der Kondor ist bedroht

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Eigentlich ist der Anblick eines Kondors ein atemberaubendes Naturschauspiel. (Foto: imago/robertharding)

Eigentlich ist der Anblick eines Kondors ein atemberaubendes Naturschauspiel.

Eigentlich ist der Anblick eines Kondors ein atemberaubendes Naturschauspiel.

Doch in der Provinz Mendoza in den argentinischen Anden in fast 3000 Metern Höhe zeigt sich ein Bild des Schreckens.

34 tote Kondore sind in der Nähe der Bergortschaft Los Molles tot aufgefunden worden. Die Großgeier sind nach Angaben der Behörden vergiftet worden, meldet die Zeitung "Los Andes".

So wie diese Gänsegeier haben wahrscheinlich auch die Kondore von einem Schafkadaver gefressen. Allerdings war der wohl von Landwirten mit Gift versehen worden, vermutet der Naturschutzchef der Provinz Mendoza, Adrián Gorrindo.

Mit dieser illegalen, aber weit verbreiteten Maßnahme sollen Pumas oder Füchse von den Schafen ferngehalten werden. Neben dem toten Schaf und den 34 toten Vögeln wurde auch ein höchstwahrscheinlich an Gift verendeter Puma entdeckt.

Wenn die Kondore vom vergifteten Schafskadaver gefressen haben, ist ihr Tod ein schwerwiegender Kollateralschaden der illegalen Aktion.

Dabei steht der Kondor unter Naturschutz, denn die Anzahl der in Freiheit lebenden Tiere sinkt stetig.

Weltweit sind zwei verschiedene Kondor-Arten bekannt. Der Andenkontor (Vultur gryphus) lebt, wie der Name schon sagt, vor allem in den Anden. Er bevorzugt Höhenlagen ab 3500 Metern von Peru bis Patagonien und Feuerland.

Die männlichen Tiere sind leicht zu erkennen. Sie tragen deutlich ausgeprägte Hautkämme, die vom Schnabel bis zur Stirn reichen, sowie Hautlappen an der Kehle und erreichen eine Körperhöhe von bis zu 1,22 Metern.

Männliche Andenkondore sind bis zu 15 Kilogramm schwer und damit deutlich schwerer als die Weibchen. Ihre Flügelspannweite beträgt rund drei Meter.

Die Andenkondor-Hennen hingegen bringen um die neun Kilogramm auf die Waage. Sie sind rund 13 Prozent kleiner als die männlichen Tiere.

Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen einen weißen Kragen um den Hals. Die Körper der Tiere sind überwiegend mit schwarz glänzendem Gefieder bedeckt.

Legt das Weibchen ein Ei, wird es von beiden Elternteilen bebrütet. 55 bis 60 Tage sind sie damit beschäftigt. Dann schlüpft das Küken, dessen ...

... Aufzucht die Kondor-Eltern ebenfalls gemeinsam übernehmen.

Erst nach etwa sechs Monaten wird der junge Kondor flügge.

Mithilfe ihrer besonderen Flugtechnik und der breiten Schwingen steigen die Andenkondore in Höhen von bis zu 7000 Metern auf, um nach Futter Ausschau zu halten.

Sie ernähren sich überwiegend von Aas, an den ...

... Meeresküsten etwa fressen sie die Kadaver gestrandeter Robben oder Wale.

Es gibt aber auch Berichte, nach denen die Tiere mit ihrem Flügelschlag Kühe, Schafe oder Ziegen, die an Hängen weiden, zum Absturz zwingen, um dann die toten Tiere zu verspeisen.

In Tiltil, rund 60 Kilometer nördlich von Santiago de Chile entfernt, sind Kondore sogar auf Müllhalden zu beobachten. Doch diese artunspezifische Nahrung bekommt den Tieren auf Dauer nicht gut.

Ebenso wie der Andenkondor ernährt sich auch der etwas kleinere Kalifornische Kondor von Aas.

Als kleinen Bruder (Jungtier im Bild) kann man den Kalifornische Kondor (Gymnogyps californianus) dennoch nicht bezeichnen, ...

... denn Andenkondor und Kalifornischer Kondor sind nicht näher verwandt, wie eine Genanalyse zeigte.

Den gleichen Namen haben die beiden Vögel vor allem wegen ihres Aussehens bekommen.

Der nur etwas kleinere Kalifornische Kondor ist vor allem in Kalifornien und Arizona heimisch. 1987 gab es allerdings nur noch 27 Exemplare.

Die Art war massiv vom Aussterben bedroht.

Nur ein großangelegtes Schutz- und Aufzuchtprogramm in Zoos und Tierparks hat das Überleben der Art schließlich sichergestellt.

Dennoch sind freilebende Kalifornische Kondore weiterhin bedroht. Es wird vermutet, dass sie mit dem Schrot in erlegtem Wild Blei aufnehmen und daran zugrunde gehen.

Aus diesem Grund ist in Kalifornien die Jagd mit bleihaltiger Munition in den Regionen, in denen Kondore leben, verboten.

Trotz Verboten kommt es immer noch zu Vergiftungen bei den majestätischen Vögeln. Zudem leiden beide Arten unter Nahrungsmangel und ...

... verlieren mehr und mehr Lebensraum.

Eigentlich können die Vögel bis zu 40 Jahre alt werden. (jaz)

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