Politik

Applaus für neuen Landeschef Ramelow verweigert Höcke den Handschlag

Die Fraktion des AfD-Rechtsaußen Höcke taktiert im Thüringer Landtag. Nach Wochen der Krise wird nun doch der Linken-Politiker Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten gewählt. Die Gratulation Björn Höckes will er jedoch nicht annehmen. Nach seiner Vereidigung verweigerte der neue Thüringer Regierungschef Höcke demonstrativ einen Handschlag. Dennoch unterhielt sich Ramelow im Plenarsaal kurze Zeit mit ernster Miene mit Höcke. Zur Begründung sagte Ramelow im Plenum, Höcke habe sich nach der umstrittenen Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich Anfang Februar damit gebrüstet, dem Politiker eine "Falle" gestellt zu haben. Erst wenn Höcke die Demokratie verteidige und nicht Demokraten Fallen stelle, werde er ihm die Hand schütteln. Höcke reagierte verstimmt. "Diese Manierlosigkeit des neuen Ministerpräsidenten ist eine Schande für Thüringen", sagte Höcke ntv. Für ihn sei es "ein Bedürfnis" gewesen, ihm die Hand zu schütteln. Nicht, weil er sich freue, dass Ramelow als "Kandidat der SED" in das Amt des Ministerpräsidenten zurückkehre, sondern weil er ihm damit zeigen wolle, dass er diese formal korrekte, demokratische Wahl akzeptiere. Höcke warf Ramelow vor, mit "gespaltener Zunge" zu sprechen. "Einerseits Toleranz und Offenheit predigen, andererseits große Teile nicht nur des Parlaments, sondern mittlerweile auch der Thüringer Wählerschaft auszuschließen - das geht gar nicht", schimpfte Höcke vor Reportern im Landtag in Erfurt.
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