Hitzewelle im Liveticker+++ 15:35 Schon mehr als 41 Grad - Hitzerekord könnte schon wieder fallen +++
In der aktuellen Hitzewelle steuert Deutschland auf den erneuten Temperaturrekord zu. An zwei Wetterstationen - in Andernach in Rheinland-Pfalz und in Genthin in Sachsen-Anhalt - seien bereits um kurz vor 15 Uhr 41,1 Grad gemessen worden, sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Es sei durchaus möglich, dass die Temperaturen im Laufe des Nachmittags weiter steigen. Mit 41,3 Grad war am Freitag gegen 17 Uhr in Saarbrücken eine neue Höchsttemperatur in Deutschland gemessen worden. Berechnungsmodelle des DWD hatten für Samstag dann bereits die Möglichkeit ergeben, dass sogar die 42 Grad geknackt werden könnten. Auch am Sonntag dürfte es demnach weiterhin sehr heiß bleiben, der Schwerpunkt der Hitzewelle verschiebt sich aber mehr und mehr nach Osten.
+++ 14:54 Nach Böschungsbrand steht Zugverkehr am Stuttgarter Hauptbahnhof still +++
Wegen eines Böschungsbrands nahe dem Stuttgarter Hauptbahnhof ist der Bahnverkehr eingestellt worden. Das teilt ein Sprecher der Bundespolizei mit. Demnach gibt es seit dem Mittag Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr. Auch der S-Bahn-Verkehr wurde in der Innenstadt gestoppt, wie die Deutsche Bahn auf X mitteilt. Bis die Löscharbeiten des Böschungsbrands abgeschlossen sind, ist der Bahn zufolge kein S-Bahn-Verkehr möglich. Laut dem Bundespolizeisprecher ist eine starke Rauchentwicklung zu sehen.
UPDATE: Nach Angaben der Bahn und der Bundespolizei sind die Löscharbeiten abgeschlossen. Der Bahnverkehr werde schrittweise wieder freigegeben. Es werde aber noch einige Zeit zu Fahrplanabweichungen und Zugausfällen kommen können.
+++ 14:15 Es ist "fünf nach zwölf" beim Hitzeschutz für Arbeiter +++
"Die Temperaturen, die wir heute als besonders hervorheben, werden in Zukunft Normalität sein" prognostiziert Industriegewerkschafter Karsten Berlin. Er fordert Tarifverträge für Arbeitende im Bau, der Landwirtschaft und der Gebäudereinigung, um Personen finanziell und physisch vor Hitzeausfällen zu schützen.
+++ 13:47 Nachfrage nach Ventilatoren steigt auf das 17-Fache an, bei Klimaanlagen noch extremer +++
Die Hitzewelle hat auf dem Online-Marktplatz Kleinanzeigen für deutlich mehr Angebote und eine stark gestiegene Nachfrage nach Ventilatoren und Klimaanlagen gesorgt. Das geht aus einer Auswertung des Unternehmens hervor. Im Einzelhandel sind kühlende Geräte mancherorts gar nicht mehr erhältlich. Im Zeitraum vom 17. bis 24. Juni wurden deutschlandweit rund 14.500 neue Anzeigen für Klimaanlagen auf Kleinanzeigen eingestellt. In der Vergleichswoche vom 9. bis 16. Juni waren es rund 4400. Das entspricht einem Anstieg um rund 230 Prozent. Auch bei Ventilatoren nahm das Angebot deutlich zu. Die Zahl der neu eingestellten Anzeigen stieg von rund 4600 auf knapp 11.800 und damit um etwa 156 Prozent. Die Nachfrage zog noch stärker an: Suchanfragen nach Klimaanlagen stiegen von rund 118.000 in der Vergleichswoche auf knapp 2,47 Millionen während der Hitzewoche (knapp das 21-Fache). Bei Ventilatoren legten die Suchanfragen von gut 71.000 auf rund 1,22 Millionen in den vergangenen Tagen zu - das ist mehr als das 17-Fache.
+++ 13:18 Schon am Mittag Einlassstopp in ersten Freibädern +++
Die Hitze sorgt bereits seit dem Vormittag für großen Andrang bei den Berliner Freibädern - bei einigen ist der Ticket-Verkauf sogar schon gestoppt worden. Vor dem Sommerbad am Insulaner in Berlin-Schöneberg bildete sich bereits vor 10.30 Uhr eine mehrere hundert Meter lange Schlange, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Auf der Webseite der Berliner Bäder waren um kurz nach 11 Uhr Warnhinweise für das Sommerbad Humboldthain und das Sommerbad Pankow zu sehen: "Aktuell maximale Auslastung: Ticket-Verkauf-Stopp". Derzeit sind zudem das Kombibad Seestraße, das Sommerbad Staaken-West, das Kinderbad Marzahn (Platsch) und Monbijou sowie die Sommerbäder Olympiastadion, Kreuzberg, Mariendorf, Wilmersdorf, Neukölln sowie Wuhlheide und das Kombibad Gropiusstadt voll ausgelastet. "Nur noch wenige Tickets" melden die Berliner Bäder lediglich für das Strandbad Wannsee. Bei den übrigen Bädern gibt es keine Auslastungsanzeige, sodass Besucher ihr Glück vor Ort versuchen müssen.
+++ 12:49 Deutsche Bahn rät von Bahnfahrten ab +++
Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Das teilt die Deutsche Bahn online mit. "Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekordhitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen", heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus warne der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen. Der bundeseigene Konzern erklärt: "Gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Branchenorganisationen wie dem Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) rät die Deutsche Bahn: Bitte vermeiden Sie heute und morgen alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr."
+++ 12:26 Feuerwehr bekämpft Brände an Trafostationen +++
In Bonn und Kerpen haben Brände an Trafostationen die Feuerwehr bei extremer Hitze in Atem gehalten. In Bonn rückten die Einsatzkräfte am späten Freitagabend aus, weil sich Flammen gleich an zwei Trafostationen ausgebreitet hatten. "Die Brände wurden schnell abgelöscht, jedoch verursachten diese einen Stromausfall im Bonner Süden", berichtet die Feuerwehr. Die Stadtwerke Bonn seien mit zahlreichen Mitarbeitern im Einsatz gewesen und hätten das Problem kurz nach Mitternacht lösen können. Auch in Kerpen brannte es an einer Trafostation. Es sei "eine massive Brandbekämpfung durch mehrere Trupps unter Atemschutz durchgeführt" worden. In den umliegenden Straßen kam es zu Rauchentwicklung. 16 Personen seien vor Ort untersucht, eine davon in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Strom fiel stellenweise aus, die Versorgung konnte aber den Angaben zufolge für die meisten Haushalte zügig wiederhergestellt werden. In manchen Fällen war Geduld bis in die Morgenstunden gefordert.
+++ 11:50 Todesfall in Seniorenheim - Gebäude wegen Hitze teilweise geräumt +++
In Dormagen sind wegen gefährlicher Hitze-Entwicklung zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht sei ein Bewohner gestorben. Ob die Hitze ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagt ein Sprecher der Stadt. Man habe sich am Morgen zu umfassenden vorsorglichen Maßnahmen entschieden. Seit 7 Uhr waren Kräfte in dem überhitzten Gebäude im Einsatz, in dem rund 160 Rentner leben. Der Stadtsprecher schildert nach einer Krisensitzung, es sei zu Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Mehrere Krankenwagen standen vor der Einrichtung bereit. Derzeit wird laut Stadtsprecher weiter geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Bisher handele es sich um zehn Personen. "Wer medizinisch versorgt werden muss, den holen wir raus." Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln. In einer Cafeteria habe man externe Klimageräte aufgebaut.
+++ 11:19 In welchen Regionen heute vor starker und extremer Hitze gewarnt wird +++
Nicht nur in weiten Teilen Deutschlands warnt der Deutsche Wetterdienst an diesem Wochenende vor der Hitze, sondern in ganz Deutschland: Es gibt Warnungen vor starker Hitze sowie vor extremer Hitze. Auf der interaktiven ntv-Karte sehen Sie, welche Warnstufe in Ihrem Landkreis beziehungsweise in Ihrer Stadt gilt. Ganz grob zusammengefasst: An der Nordsee wird vor starker Hitze gewarnt, ebenso im bayerischen und baden-württembergischen Süden. In allen anderen Regionen herrscht der Extremzustand.
+++ 10:47 Schwerer Ast bricht plötzlich ab - ein Dutzend Verletzte in Biergarten +++
Ein abgebrochener Ast hat in einem Biergarten in Steinberg im Vogtland mehrere Menschen verletzt. Der schwere Ast stürzte am Freitagabend gegen 20.40 Uhr plötzlich auf Tische und Stühle im Außenbereich, wie die Polizei mitteilt. Vier Menschen wurden nach bisherigen Erkenntnissen schwer verletzt, acht weitere erlitten leichte Verletzungen. Einige Betroffene waren unter dem Ast eingeklemmt und mussten von den Rettungskräften befreit werden. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort. Die Verletzten wurden mit Rettungswagen und Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Womöglich brach der Ast aufgrund von anhaltender Trockenheit ab.
+++ 10:22 Hitzschlag und Sonnenstich erkennen und richtig handeln +++
Rekordtemperaturen setzen dem Körper zu. Dr. Christoph Specht zeigt, woran Sie Hitzschlag und Sonnenstich erkennen, wie Sie Betroffenen schnell helfen und welche Fehler Sie besser vermeiden.
+++ 09:53 Roland Kaiser verschiebt Konzerte +++
Roland Kaiser verschiebt zwei Konzerte an diesem Wochenende ein wenig nach hinten, um für etwas Abkühlung zu sorgen. Wie der Schlagerstar auf Instagram mitteilt, werden die Shows in Halle an der Saale jeweils eine Stunde später beginnen. Auch der Einlass startet später. Zudem habe Kaiser mit dem örtlichen Konzertveranstalter besprochen, dass Besucher "ein alkoholfreies Getränk in einer PET-Flasche bis 1,5 Liter mit auf das Gelände" nehmen dürfen. Sind die Flaschen leer, können sie kostenfrei an Trinkwassertanks aufgefüllt werden, erklärt der 74 Jahre alte Schlagersänger. Darüber hinaus würden "mehrere Sprühnebel-Duschen zur Abkühlung" aufgebaut werden. "Unsere Bitte: Denkt an ausreichend Sonnenschutz (insb. Sonnencreme und Kopfbedeckung) und trinkt bereits vor Eurem Konzertbesuch genügend Wasser", fordert der Interpret seine Fans auf.
+++ 09:20 Hitze reißt Asphalt auf weiterer Autobahn auf +++
Deutschland steht der Höhepunkt einer historischen Hitzewelle bevor. Die Auswirkungen sind schon jetzt landesweit zu spüren: auf der Straße, auf der Schiene und in zahlreichen Heimen und Wohnungen ohne Klimaanlagen. Schon gestern musste die Autobahn GmbH einen Fahrstreifen der stark frequentierten A7 im Süden Hamburgs sperren lassen (siehe Eintrag von 19:24 Uhr). Jetzt geht es auf der A2 in Brandenburg weiter.
+++ 08:57 Heute ist Siebenschläfertag - was bedeutet das für die nächsten Wochen? +++
Ausgerechnet am heutigen Samstag ist Siebenschläfertag. Laut Bauernregeln soll sich am 27. Juni entscheiden, wie das Wetter in den nächsten sieben Wochen wird. Diesmal wird es der Vorhersage zufolge ein sehr heißer Tag, der Deutschland womöglich sogar Rekordhitze bringt (siehe Eintrag von 07:27 Uhr). Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeigt sich allerdings gelassen. Bauernregeln seien zwar interessant, doch wissenschaftlich nicht belegt, wie DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn sagt. "Die Aussage kann stimmen, muss aber nicht." Für den weiteren Sommerverlauf sei jedenfalls nicht das Wetter an einem einzelnen Tag ausschlaggebend.
+++ 08:15 Experten räumen mit Hitze-Mythen auf +++
Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle. Wie verhält man sich richtig bei Hitze und Dauersonne? Noch immer kursieren Hitze-Mythen - doch was weiß man eigentlich gesichert? Erfahren Sie hier im ntv-Artikel den aktuellen Stand der Forschung.
+++ 07:56 Das war die heißeste Nacht jemals +++
Hinter Deutschland liegt die heißeste Nacht aller Zeiten. ntv-Meteorologe Rainer Buchhop: "Wir haben einen neuen Allzeit-Rekord bei den nächtlichen Tiefstwerten gemessen". Auf dem 554 Meter hohen Berg Weinbiet kühlte es nicht unter 28,2 Grad ab. Es handelt sich dabei um den heißesten Ort der vergangenen Nacht. Deutschlandweit wurden verbreitet Temperaturen zwischen 20 und 27 Grad gemessen, in Brandenburg und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns auch leicht unter 20 Grad. Die vorherige höchste Tiefsttemperatur lag bei 27,2 Grad. Sie wurde am 13. August 2003 gemessen, ebenfalls auf dem Weinbiet, erklärt Buchhop.
+++ 07:27 So heiß wird es dieses Wochenende +++
Nach dem Temperaturrekord in Deutschland mit 41,3 Grad sind die nächsten Höchstwerte schon in Sicht. Für das Wochenende sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Höhepunkt der Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 42 Grad vorher. Heute werden nachmittags und abends an der Nordseeküste sowie vom westlichen Mittelgebirgsraum bis in den Nordosten lokale kräftige Gewitter und Unwetter erwartet. Die Temperaturen liegen zwischen 36 und 41 Grad und können lokal auf 42 Grad klettern. Auch für Sonntag sind gebietsweise teils schwere Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr angekündigt. Der DWD sagt Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet. Es drohen Sturmböen, heftiger Starkregen und großer Hagel.
+++ 07:06 Bahnbetreiber streicht am Nachmittag alle Zugverbindungen +++
Der Bahnbetreiber National Express streicht in Nordrhein-Westfalen am Nachmittag alle Zugverbindungen. Zwischen 13 Uhr und voraussichtlich 19 Uhr wird der Betrieb auf den Linien RE 1 (Aachen - Hamm), RE 4 (Aachen - Dortmund), RE 5 (Wesel - Koblenz), RE 6 (Köln/Bonn Flughafen - Minden) und RE 11 (Düsseldorf - Kassel-Wilhelmshöhe) vorübergehend eingestellt, teilt das Unternehmen mit. "Die anhaltend extremen Temperaturen stellen die Fahrzeuge aktuell vor außergewöhnliche technische Herausforderungen", sagt Andreas Leue, Chief Operating Officer (COO) von National Express. "Die temporäre Betriebseinstellung ist eine vorsorgliche Entscheidung, um den verlässlichen Schutz und das Wohlergehen der Fahrgäste sowie Mitarbeitenden jederzeit zu gewährleisten. Uns ist bewusst, welche Auswirkungen dies auf viele Reisende hat - umso wichtiger ist es, in dieser Situation verantwortungsvoll zu handeln." Das Unternehmen verhindere mit dieser Maßnahme, dass Züge auf offener Strecke zum Stehen kommen und evakuiert werden müssten. Am Sonntag rechnet der Bahnbetreiber mit einer "Entspannung der Fahrzeugverfügbarkeit".
+++ 06:52 Kann man sich an diese Hitze gewöhnen? +++
Die hohen Temperaturen im Land sind belastend. Da stellt sich schnell die Frage, ob man sich nicht allmählich daran gewöhnen kann. Eine Expertin liefert die Antworten und warnt gleichzeitig vor den gesundheitlichen Gefahren durch Hitze.
+++ 06:39 Gletscher-Forscher: Alpen leiden unter der Hitze +++
Die Hitzewelle setzt auch den Gletschern zu: In den Alpen sei mit einem "sehr starken Eisverlust" zu rechnen, sagt der Schweizer Gletscher-Forscher Matthias Huss. Voraussichtlich schon am 29. Juni seien die winterlichen Schneereserven der Gletscher in diesem Jahr aufgebraucht - danach verlieren sie beim Schmelzen an Masse. Der sogenannte Gletscherschwundtag war bisher nur ein einziges Mal schon so früh im Jahr eingetreten, im Jahr 2022. Zum "äußerst schlechten Zustand der Gletscher" habe in diesem Jahr eine "Kombination unglücklicher Umstände" beigetragen: neben geringen Schneefällen im Winter etwa auch Saharastaub im März und die erste Hitzewelle im Mai. Huss sieht dabei eine "erstaunliche" Ähnlichkeit zum "Extremjahr" 2022. Die Schmelze setze etwa drei Monate früher ein als für die Gletscher "gesund" wäre. Eine einzige Hitzewelle sei für die Gletscher normalerweise noch kein großes Problem, hebt Huss hervor. "Das Problem ist eher, wenn wir sehr hohe Temperaturen haben, die sehr lange anhalten", erklärt der Experte. "Es ist also eine Kombination aus Intensität und Dauer. Je mehr Tage mit sehr hohen Temperaturen es gibt, egal ob 35 oder 40 Grad, desto schlechter ist das für die Gletscher."
+++ 06:07 Mehrere Bewohner kollabieren in Altenheim +++
Fünf Senioren sind in einem Altenheim wegen der Hitze kollabiert, Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr auf andere Zimmer verlegt werden. Mitarbeiter eines Krefelder Altenheims hatten am Freitagabend den Rettungsdienst gerufen, da mehrere Bewohner stark unter der Hitze litten, wie ein Feuerwehrsprecher erklärt. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus. Alle Bewohner der im Dachgeschoss liegenden Station seien von Ärzten untersucht worden. Fünf von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Knapp 40 Senioren konnten auf andere Zimmer in kühleren Stockwerken verteilt werden. Einsatzkräfte stellten zur Abkühlung auch Ventilatoren auf. Eine Klimaanlage gibt es in dem Gebäude nicht, heißt es weiter. Insgesamt dauerte der Einsatz knapp sechs Stunden.
+++ 05:05 Das hilft Wildtieren bei Hitze +++
Angesichts der Hitze rufen Naturschützer dazu auf, ein besonderes Augenmerk auf die Wildtiere zu haben. Während natürliche Quellen wie Bäche, Tümpel oder Pfützen austrockneten, steige der Wasserbedarf von Tieren wie Gartenschläfern, Igeln, Vögeln und auch Bienen. "Eine einfache Möglichkeit, ihnen zu helfen, ist das Aufstellen von Tränken", sagt Josephin Bruhn, Naturschutzreferentin vom BUND Hessen. Ideal seien mehrere flache Wasserschalen an unterschiedlichen Stellen. Auch Insekten seien auf Wasser angewiesen. "Jede offene Wasserstelle sollte mit einem Ast, Stein oder Stück Holz als Landeplatz und Rettungsinsel für Insekten ausgestattet werden", erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des Nabu Hessen.
+++ 02:45 Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor +++
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband wirft der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor. Die damalige Bundesregierung habe bereits vor drei Jahren ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Hitzeschutz angekündigt, sagt die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu habe auch gehört, die medizinische Aufklärung während Hitzewellen in Hausarztpraxen zu vergüten. "Bis heute ist de facto nichts passiert", kritisiert die Verbandsvorsitzende. Dabei gehe es nicht nur um allgemeine Hinweise, ausreichend zu trinken oder die Mittagshitze zu meiden. Oft müssten Medikamente überprüft oder angepasst und Patientinnen und Patienten darüber informiert werden, wie hitzeempfindliche Arzneimittel wie Insulin richtig gelagert werden. "Das ist nicht trivial und kostet Zeit", sagt Buhlinger-Göpfarth. Viele Menschen seien dabei auf die Unterstützung ihrer Hausarztpraxis angewiesen.
+++ 00:08 Zu wenig Sauerstoff: In der Mosel droht ein Fischsterben +++
Die hohen Wassertemperaturen in der Mosel haben den Sauerstoffgehalt vor allem am Oberlauf des Flusses so sinken lassen, dass dort ein Fischsterben droht. Im Bereich von Palzem im Landkreis Trier-Saarburg liege die Sauerstoffkonzentration im Wasser mit 2,6 Milligramm pro Liter unter der für Fische kritischen Marke von 3 Milligramm, teilt das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz mit. Hohe Temperaturen führten zu sinkenden Sauerstoffgehalten, die das ökologische Gleichgewicht empfindlich störten, erklärt Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider. Wenn dann noch weitere sauerstoffzehrende Prozesse hinzukämen, werde Stress für Fische und andere Lebewesen ausgelöst. "An der Obermosel können wir ein Fischsterben nicht ausschließen", so die CDU-Politikerin.
+++ 22:00 Extreme Hitze in Europa: Paris aktiviert Notfallplan für Kliniken +++
Angesichts der extremen Temperaturen aktiviert Frankreichs Hauptstadt für die Kliniken den Krisen- und Notfallplan. Die Hitzewelle setze das Gesundheitssystem und insbesondere die Notaufnahmen und Rettungsdienste unter Druck, begründen die Gesundheitsbehörden den Schritt. Der Notfallplan beinhaltet die Mobilisierung von zusätzlichem Personal sowie die Kooperation mit weiteren Gesundheitseinrichtungen im Großraum Paris. Der Rettungsdienst werde dort derzeit 61 Prozent häufiger als in der vergangenen Woche und 75 Prozent häufiger als im Vorjahreszeitraum alarmiert, teilen die Behörden mit.
+++ 21:12 Neuer Hitzerekord auch in der Schweiz +++
In der Schweiz ist am Freitag mit 38,8 Grad ein neuer Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet worden. "Die Hitze geht unvermindert weiter", erklärt der Wetterdienst Meteoschweiz bei X. Demnach war es an der Wetterstation Basel/Binningen "mit 38,8 Grad so heiß wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1897". Erst am Donnerstag hatte die Schweiz den bisherigen Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen.
+++ 20:32 Klimaanlage defekt: Passagiere werden aus Zug evakuiert +++
Eine Regionalbahn mit defekter Klimaanlage ist bei Bonn wegen einer technischen Störung liegengeblieben. Der Zug mit etwa 475 Passagieren sei evakuiert worden, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Im Rheinland liegt die Temperatur derzeit tagsüber bei rund 38 Grad. Zwei Menschen hätten wegen der Hitze Kreislaufprobleme erlitten, einer von ihnen sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine weitere Person habe sich beim Aussteigen leicht verletzt. Rund 350 Passagiere seien mit Bussen zum Hauptbahnhof gebracht worden.
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