Panorama

Schlafendes Mädchen vergewaltigt 22-Jährige startet Petition gegen Donau-Lied

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Das Lied wird in Passauer Festzelten und Kneipen noch immer gespielt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im sogenannten Donau-Lied wird die Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens besungen. Dass so ein sexistischer Text noch immer in Kneipen und Festzelten gespielt wird, kann eine 22-jährige Studentin aus Passau nicht nachvollziehen. Doch ihre Petition sorgt auch für Häme im Netz.

Mit einer Online-Petition gegen ein umstrittenes Festzeltlied hat eine Passauer Studentin eine Diskussion über Sexismus angestoßen. Das sogenannte Donau-Lied, das von der Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens handelt, soll demnach nicht mehr in Passauer Festzelten und Kneipen gesungen werden, wie es auf der Petitionsseite heißt. Die Aktion löste positive und negative Reaktionen im Netz aus.

Mit der Petition wolle die Studentin kein Verbot des Donauliedes erwirken, wie sie klarstellte. Vielmehr sollten sich die Leute mit dem Text auseinandersetzen, der Vergewaltigungen verharmlose, und dann freiwillig auf das Singen verzichten. Ihre ausländischen Mitstudenten gegenüber müsse sie sich rechtfertigen, "warum wir so etwas noch singen".

In dem Donau-Lied, das auch von Mickie Krause gesungen wird, geht es um einen Mann, der ein am Fluss schlafendes, leicht bekleidetes Mädchen vergewaltigt. Als dieses ihm daraufhin vorwirft, sie geschwängert zu haben, antwortet er nur: "Du saublöde Schlampe, was denkst du von mir? Ich trage doch immer den Gummi bei mir".

Mehr als 2300 Unterstützer beteiligten sich bislang an der Petition. Aber auch Beleidigungen und Häme musste die 22-Jährige für ihre Aktion im Internet einstecken. Schon vor gut zwei Jahren habe sie überlegt, etwas gegen das Lied zu unternehmen. Als kürzlich die TV-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit einer Sendung sexuelle Belästigung von Frauen anprangerten, sei ihr die Idee mit der Petition gekommen.

Winterscheidt und Heufer-Umlauf hatten bei ihrem Sender ProSieben 15 Minuten freie Sendezeit erspielt und sie für das ernste Thema genutzt. Dafür gab es viele positive Reaktionen aus dem Netz. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer von sozialen Medien zeigten sich bestürzt und berichteten von ähnlichen Erfahrungen - von sexueller Belästigung bis hin zu sexueller Gewalt.

Quelle: ntv.de, lri/dpa