Panorama

Tödliche Salzwasserkur 22-Jährige stirbt nach "Teufelsaustreibung"

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Die tägliche Dosis Salz, das die junge Frau zu sich nehmen musste, führte zu ihrem Tod.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Eine junge Frau wird von ihrem Ehemann und ihren Schwiegereltern gezwungen, jeden Tag Salzwasser zu trinken - bis sie an dieser sogenannten Kur zur Teufelsaustreibung schließlich stirbt. Die Angeklagten wollten damit ein ganz bestimmtes Problem "behandeln".

Mit einer "Salzwasserkur zur Teufelsaustreibung" sollen drei Männer und eine Frau eine 22-Jährige in Berlin getötet haben. Mehr als vier Jahre später erhob die Berliner Staatsanwaltschaft gegen die Angeschuldigten zwischen 34 und 58 Jahren Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge, wie die Ermittler mitteilten. Bei ihnen handelt es sich demnach um den Ehemann des Opfers, ihre Schwiegereltern und einen als "islamischer Wunderheiler" tätigen Mann.

Die vier wollten nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Winter 2015 die Kinderlosigkeit der jungen Frau "behandeln". Sie sollen das Opfer Nesma M. täglich zur Aufnahme von Wasser gezwungen haben, welches mit einer gesundheitsschädlichen beziehungsweise zuletzt tödlichen Dosis Kochsalz angereichert gewesen sein soll.

Die Verdächtigen stammen nach Angaben einer Behördensprecherin aus dem Libanon, der Ehemann und der Heiler haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Warum der Fall erst jetzt angeklagt wird, war auf Nachfrage zunächst nicht zu erfahren.

Den Ermittlern zufolge soll die Frau an einer Gerinnungsstörung und einem fiebrigen Infekt gelitten haben. Demnach starb sie am 7. Dezember 2015 nach erfolglosen Reanimationsversuchen an einer beidseitigen Lungenarterienembolie und einem Hirnödem im Krankenhaus.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa