Panorama

Drogenkrieg im Touristenparadies 25 Leichen in Acapulco gefunden

Der Drogenkrieg in Mexiko breitet sich bis an die Traumstände des Landes aus. In der Touristenmetropole Acapulco entdeckt die Polizei 25 teils grausam zugerichtete Leichen. Die Ermittler vermuten den mächtigen Drogenboss "El Chapo" hinter den Morden.

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Acapulcos legendärer Strand ist ein wahrer Touristenmagnet.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die mexikanische Polizei hat im Badeort Acapulco die Leichen von 25 Ermordeten gefunden. Wie die Behörden des südlichen mexikanischen Bundesstaates Guerrero mitteilten, wurden 15 Leichen bei einem Einkaufszentrum in einem Vorort der Stadt am Pazifik abgelegt, 14 von ihnen waren enthauptet.

Bei den Leichen waren sogenannten "Narco-Botschaften" hinterlegt, in denen konkurrierende Drogenkartelle davor gewarnt wurden, in Acapulco tätig zu werden. Nach Vermutungen der Polizei stammen sie von dem mächtigsten Drogenboss Mexikos, den Chef des Pazifikkartells, Joaquín "El Chapo" Guzman.

Sechs Leichen im Taxi

In der Nähe des Einkaufszentrums Plaza Senderos seien die Leichen von 15 Männern im Alter zwischen 25 und 30 Jahren gefunden worden, präzisierte die Polizei. Bei einer Leiche sei der Kopf nicht vollständig abgetrennt worden und habe eine Schusswunde mit einem Projektil aufgewiesen. Die Köpfe der übrigen Männer seien alle zusammen an einem anderen Ort gefunden worden.

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Der Drogenkrieg erreicht die Touristenstädte: Polizisten auf der Flucht vor dem Angriff einer Drogenbande.

Die anderen Morde ereigneten sich in verschiedenen anderen Teilen der Stadt am Pazifik rund 400 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt. Sechs Leichen wurden in einem Taxi gefunden. Wegen der zunehmenden Gewalt wurden die Polizeieinheiten in der auch bei Ausländern populären Urlauberstadt in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

12.000 Opfer im Jahr 2010

Die private Beratungsfirma Stratford hatte kürzlich in einem Bericht erklärt, Drogenboss Guzmán habe mit den Mafiabanden Golf-Kartell und La Familia ein Bündnis mit dem Namen Neue Föderation geschlossen. Der mexikanische Bundesstaat Guerrero, in dem der Badeort Acapulco liegt, ist eine Hochburg von La Familia. Das Kartell kämpft mit der Drogenbande Los Zetas und deren Verbündetem Pacifico Sur um die Vorherrschaft. Dem Kartell Pacifico Sur wird zur Last gelegt, im September 20 mexikanische Touristen entführt zu haben, die offenbar irrtümlich für La-Familia-Mitglieder gehalten wurden. Ihre Leichen wurden später in einem Massengrab in der Nähe von Acapulco gefunden.

In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Kartellen. Seit Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden den Kampf angesagt hatte, starben bei der mit Unterstützung der Armee geführten Offensive sowie Auseinandersetzungen zwischen den Banden landesweit mehr als 30.000 Menschen. Allein im vergangenen Jahr kamen 12.000 Menschen in dem Drogenkrieg ums Leben. In jüngster Zeit dehnte sich der Drogenkrieg vom Norden Mexikos zunehmend auf Touristenorte wie Acapulco aus.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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