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Missbrauchsfall in Thüringen 31-jähriger Turntrainer muss in Haft

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Das Landgericht Erfurt hat den 31-jährigen Turntrainer zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Fast acht Jahre lang bleiben die Missbrauchsfälle in einem Turnverein in Weimar unentdeckt - bis eines der Opfer Anzeige erstattet. Nun wurde der 31-jährige Täter vor dem Landgericht Erfurt in 82 Fällen für schuldig befunden.

Ein 31-Jähriger, der jahrelang als Trainer in einem Weimarer Sportverein tätig war, ist wegen sexuellen Missbrauchs von 15 jungen Turnerinnen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Jugendschutzkammer des Landgerichts Erfurt verhängte eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten. In 82 Fällen wurde der Mann für schuldig befunden, davon in einem Fall auch wegen Nötigung.

Die Taten ereigneten sich zwischen 2007 und 2015. In der Urteilsbegründung äußerte die Vorsitzende Richterin Unverständnis, dass sowohl Turnverein als auch Eltern trotz mancher Anzeichen keinen Verdacht geschöpft hätten. "Man hat so oft die Augen nicht verschlossen, sondern zugekniffen." Vertreter der als Nebenklägerinnen auftretenden Opfer zeigten sich unzufrieden mit dem Strafmaß.

Fast acht Jahre lang soll der Trainer der Turnabteilung die ihm anvertrauten Mädchen missbraucht haben. Mit zwei Schülerinnen unter 16 Jahren habe er außerdem einen pornografischen Film angesehen, so der Vorwurf. Anfang 2016 stellte schließlich eines der Opfer Strafanzeige bei der Polizei. Mit Ausnahme der Urteilsverkündung war die Öffentlichkeit zum Schutz der Intimsphäre der Opfer von dem Prozess ausgeschlossen.

Vertreter der als Nebenklägerinnen auftretenden Opfer zeigten sich unzufrieden mit dem Strafmaß. Es sei deutlich zu gering, sagte Anwältin Anne Prestrich. Weil das Verfahren sich zwei Jahre hinzog, wurde dem Mann noch im Gerichtssaal ein Monat der verkündeten Haftstrafe erlassen. Zu seinen Gunsten wirkte sich zudem aus, dass er nicht vorbestraft ist und geständig war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: ntv.de, nen/dpa