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Hohe Bußgelder gefordert 50 Polizisten sollen für Corona-Party zahlen

Polizei und Justiz in Rheinland-Pfalz haben eine neue Ermittlungsstrategie gegen Intensivtäter entwickelt. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

Kollegen hatten die Feiernden mehrfach vergeblich aufgefordert, die Party aufzulösen.

(Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild)

Kollegen hatten sie mehrfach gewarnt und aufgefordert, die wegen der damaligen Corona-Beschränkungen verbotene Party aufzulösen. Doch rund 50 Polizisten in Mainz feierten trotzdem bis tief in die Nacht. Nun sollen sie teils hohe Bußgelder zahlen.

Die Stadt Mainz hat gegen rund 50 Polizisten Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie vor etwa drei Monaten in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben. "Die Höhe der beabsichtigten Bußgelder reicht dabei von schlichten Verwarngeldern wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht bis hin zu Strafen, die deutlich im dreistelligen Bereich angesiedelt sind", sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr in Mainz.

Die Polizisten und Polizistinnen verstießen dem Sprecher zufolge gegen elementare Vorgaben der im Mai gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes. So hätten sie etwa keinen Mund-Nasen-Schutz getragen sowie Kontaktbeschränkungs- und Abstandsregelungen nicht eingehalten. Die Mainzer Polizisten hatten in der Kneipe zudem länger als erlaubt gefeiert, trotz mehrfacher Beschwerden und Aufforderungen, die Party zu beenden.

Erst nach vier Anrufen von Polizeidienststellen bei den feiernden Kollegen wurde die Party aufgelöst. Der Wirt hatte sich einem Medienbericht zufolge selbst angezeigt. Die Einnahmen, die er nach der Sperrstunde ab 22 Uhr gemacht hatte, wollte er spenden. Die Party endete erst gegen 23 Uhr.

Anlass der Feiern während des Lockdowns sollen der Beförderungstag der Polizei sowie die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen gewesen sein. Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte, die Polizei müsse das Bußgeldverfahren in jedem Einzelfall abwarten, bevor sie disziplinarrechtliche Folgen prüfen könne.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa