Panorama
Freitag, 17. April 2009

Wattestäbchen-"Phantom": 71-jährige Packerin "enttarnt"

Die Identität des vermeintlichen "Phantoms von Heilbronn" ist geklärt. Die Gen-Spur an verunreinigten Wattestäbchen, welche die Ermittler in mehreren Mordfällen jahrelang irritierte, stamme von einer mittlerweile 71 Jahre alten ehemaligen Packerin, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Polizeikreise.

Die Frau habe bei einer Firma im bayerischen Tettau gearbeitet, sei dort aber seit längerem nicht mehr beschäftigt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren.

Die Wattestäbchen habe sie offenbar bereits vor Jahren verunreinigt. Wie die Zeitung weiter schreibt, stammt die Frau aus Oberschlesien. Die Polizei hatte aufgrund der Gen-Spur zuletzt vermutet, dass das vermeintliche "Phantom" aus Osteuropa stammt. Den Ermittlern sei jedoch weiterhin unklar, auf welche Weise die Frau die Wattestäbchen verunreinigt hat.

An Dutzenden Tatorten die gleichen DNA-Spuren

Polizisten in ganz Deutschland hatten jahrelang nach dem Mord an einer Kollegin in Heilbronn im April 2007 ein angebliches "Phantom" gejagt. Seit Ende März steht jedoch fest, dass die aufgrund einer Gen-Spur jahrelang gesuchte Frau, die mit mehreren Morden und zahlreichen Einbrüchen in Verbindung gebracht worden war, gar nicht existiert. Die an vielen Tatorten gefundene DNA gehört einer Arbeiterin, die Wattestäbchen für die Spurensicherung zusammensetzte. Seit 2001 waren an Dutzenden Tatorten die gleichen DNA-Spuren entdeckt worden.

Der Fall mit den verunreinigten Wattestäbchen hat eine Diskussion über die Zuverlässigkeit von DNA-Spuren ausgelöst. Zudem gibt es in Baden-Württemberg eine politische Diskussion um Innenminister Heribert Rech (CDU) und die Arbeit der Polizei.

Quelle: n-tv.de