"Nicht außer Lebensgefahr"An Walrettung beteiligte Tierärztin liegt wohl im Koma

Eine private Initiative will dem Wal in der Wismarer Bucht helfen. Doch plötzlich wird eine Tierärztin der Gruppe ins Krankenhaus transportiert. Sie soll in Lebensgefahr schweben.
Die an der Rettung des Buckelwals in der Ostsee beteiligte Tierärztin, Janine Bahr-van Gemmert, liegt nach einem medizinischen Notfall offenbar im Koma. Das sagte die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die den privaten Bergungsversuch mitfinanziert, dem NDR. Die Ärztin sei am Montagmittag "mit Kreislaufsymptomen und Schlaganfall-Auffälligkeiten ins Krankenhaus gebracht worden." Der Rettungsdienst vor Ort habe fantastisch reagiert. "Sie musste dringend notoperiert werden, ist noch nicht außer Lebensgefahr, befindet sich im Koma", so Walter-Mommert.
Zuvor hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus mitgeteilt, Bahr-van Gemmert sei am Montag mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht worden. Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. Medien berichten, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei. Nach Angaben der selbsternannten Rettungsinitiative beteiligt sich neu die Tierärztin Kirsten Tönnies.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium und Fachleute kamen schon vor rund drei Wochen zu dem Schluss, dass der Meeressäuger in schlechtem Zustand, mutmaßlich schwer krank und womöglich sogar im Sterben sei. Ende März wurden sämtliche Bemühungen zur aktiven Rettung mangels realistischer Erfolgsaussichten und aus tierschutzrechtlichen Bedenken beendet. Es galt als wahrscheinlich, dass der Wal in der Wismarer Bucht verenden würde.
Gleichwohl entschied das Landesumweltministerium in der vergangenen Woche, einen neuerlichen Rettungsversuch durch die unter anderem von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz getragene private Initiative zu dulden. Die Verantwortung dafür liegt allein bei der Initiative, die Behörden überwachen die Aktion jedoch mit eigenen Fachleuten.
Der Wal wurde erstmals am 3. März im Hafen von Wismar beobachtet und irrt seither vor der deutschen Ostseeküste umher. Er strandete dabei mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt kam er in einer Seitenbucht vor der Insel Poel bei Wismar fest. Es ist unklar, warum das ungefähr vier bis fünf Jahre alte Tier in die für ihn als Lebensraum ungeeignete Ostsee geriet.