Panorama

Bundesweiter Kinderpornografie-RingAngeklagter gesteht Missbrauch

01.10.2010, 16:30 Uhr

Zumindest in einem Fall gesteht der Hauptangeklagte in einem der größten Prozesse wegen Kinderpornografie den Missbrauch eines Mädchens. Bis Dezember läuft die Verhandlung, in der es um einen gut abgeschottenen Kinderporno-Ring geht.

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Fünf von insgesamt neun mutmaßlichen Mitgliedern eines Kinderporno-Rings verdecken im Landgericht Darmstadt zu Prozessbeginn ihre Gesichter. (Foto: dapd)

In einem der bundesweit größten Kinderpornografie-Prozesse in Darmstadt hat der Hauptangeklagte ein Teilgeständnis abgelegt. Der 57-Jährige aus Wald-Michelbach im Odenwald gab am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht zu, eine heute 19-Jährige als Mädchen mehrmals sexuell missbraucht zu haben. Die junge Frau ist Nebenklägerin.

Der Mann bezeichnete sich vor Gericht als "kinderlieb". Zum eigentlichen Vorwurf, mit weiteren acht Angeklagten zwischen 2006 und 2009 im Internet streng geheime Porno-Treffpunkte organisiert zu haben, äußerte er sich nicht.

Abgeschotteter Pornoring

Die Ermittler waren den Angeklagten nach akribischen Recherchen auf die Spur gekommen. Der straff organisierte Porno-Ring hatte sich vor der Außenwelt besonders gut abzuschotten versucht. Die Männer waren nach einem anonymen Hinweis bei einer Razzia vor einem Jahr aufgeflogen. Die Ermittler stießen bei den Angeklagten auf mehr als 100.000 Porno-Dateien. Ein 33-Jähriger aus Schwerin hatte fast 66.600 Dateien gebunkert.

Die Aussagen der Angeklagten ähnelten in weiten Teilen denen, die sie bereits vor zwei Wochen gemacht hatten. Damals war der Prozess jedoch im ersten Anlauf wegen Befangenheit einer Schöffin am vierten Verhandlungstag geplatzt. Am Donnerstag war der Prozess zum zweiten Mal mit neuen Schöffen gestartet. Es sind Termine bis Mitte Dezember angesetzt.

Quelle: dpa