Panorama

Freiburger Mordprozess Anklage fordert Höchststrafe für Hussein K.

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Im Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. endet nach knapp einem halben Jahr die Beweisaufnahme.

(Foto: dpa)

Der Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. neigt sich dem Ende zu. Oberstaatsanwalt Eckart Berger fordert die Höchststrafe: Sicherheitsverwahrung nach lebenslanger Haftstrafe. Das Rückfallrisiko sei hoch, schwere Straftaten wahrscheinlich.

Im Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. hat der Staatsanwalt eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung beantragt. Der Angeklagte sei gefährlich für die Allgemeinheit, sagte Oberstaatsanwalt Eckart Berger vor dem Landgericht. Es gehe von ihm ein hohes Rückfallrisiko aus, schwere Straftaten gegen junge Frauen seien wahrscheinlich.

Die Vorwürfe des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung seien in dem Prozess erhärtet worden, sagte der Anklagevertreter weiter. Es müsse Erwachsenenstrafrecht gelten, zudem müsse die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, sagte Berger. Damit wäre eine vorzeitige Freilassung nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen.

Anders als geplant werden alle Plädoyers doch öffentlich gehalten. Der Angeklagte widersprach auf Anraten seines Verteidigers dem vom Gericht vorgesehenen Ausschluss der Öffentlichkeit und machte so öffentliche Plädoyers möglich, wie die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk erläuterte. Hätte er nicht widersprochen, wäre die Öffentlichkeit laut der Richterin ausgeschlossen worden, weil Teile des Prozesses bereits nichtöffentlich waren und in solchen Fällen laut Gesetz und Rechtsprechung auch nichtöffentlich plädiert werden müsse. Für alle Plädoyers sowie das danach mögliche letzte Wort des Angeklagten sind somit nun Publikum und Presse zugelassen. Der Vertreter der Nebenklage sowie der Verteidiger plädieren neuen Planungen des Gerichts zufolge am kommenden Montag.

Hussein K., zu dessen Alter es widersprüchliche Angaben gibt, werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und vergewaltigt zu haben. Die Frau ertrank im Fluss Dreisam. Die Eltern des Opfers sind in dem Prozess Nebenkläger. Das Urteil ist für den 22. März geplant.

Quelle: ntv.de, dpa