Panorama

Niedriger als die Konkurrenz Astrazeneca: Corona-Impfstoff zu 70 Prozent wirksam

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Nach Angaben von Astrazeneca zeigt der Impfstoff AZD1222 im Durchschnitt eine 70-prozentige Wirksamkeit gegen Sars-CoV-2.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Im Rennen um einen Impfstoff gegen Covid-19 vermeldet auch der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca einen Erfolg: Laut einer Zwischenanalyse zeigt der Impfstoff AZD1222 eine Wirksamkeit von 70 Prozent. Das ist allerdings deutlich weniger als die Präparate von Konkurrenten wie Biontech und Moderna.

Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem Corona-Impfstoff vorgelegt. Das Vakzin vermeide mit im Mittel 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, teilte das Unternehmen auf Basis von Daten aus der wichtigen Phase-3-Studie mit. Berücksichtigt wurden sowohl Daten bei einmaliger als auch zweifacher Impfung. Die Wirksamkeit der Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna liegt für Doppelimpfungen nach vorläufigen Daten bei rund 95 Prozent. Die US-amerikanische Kontrollbehörde FDA hatte angekündigt, einen Impfstoff bereits bei einer Wirksamkeitsrate von 50 Prozent zu genehmigen.

Der gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Astrazeneca-Wirkstoff gehörte bereits seit Längerem zu den vielversprechenden Kandidaten: So hatte die EU bereits vorab bis zu 300 Millionen Dosen davon bestellt. Insgesamt haben verschiedene Länder bereits Milliarden Dosen bei Astrazeneca in Auftrag gegeben. Der Astrazeneca-Impfstoff kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

Der Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den mRNA-Impfstoffen.

Gute Wirkung auch bei Älteren

Die Oxford-Forscher hatten erst kürzlich im Fachmagazin "The Lancet" berichtet, dass ihr Impfstoff in klinischen Tests der Phase 2 auch bei Älteren gut wirkt. In der Phase-2-Studie habe es bei Teilnehmern sowohl unter als auch über 56 Jahren eine gute Immunantwort gegeben, schrieb das Team. Das Vakzin sei von Älteren sogar besser vertragen worden als von Jüngeren. Den Angaben zufolge waren rund 240 der 560 gesunden Studienteilnehmer über 70 Jahre alt. Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf.

Astrazeneca überprüft seinen Impfstoff in einer klinischen Phase-3-Studie in Großbritannien und Brasilien. Etwa ab zwei Wochen nach Erhalt der zwei Impfdosen zeige sich eine Schutzwirkung gegen Covid-19, teilte das Unternehmen mit. Es habe bei der Studie keine ernsten Sicherheitszwischenfälle gegeben.

Der britische Premierminister Boris Johnson begrüßt die Mitteilung des Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford, wonach der von beiden entwickelte Corona-Impfstoff eine Wirksamkeit von womöglich bis zu 90 Prozent erreichen kann, als "fantastische" Nachricht. "Unglaublich aufregende Nachrichten, dass sich der Impfstoff aus Oxford in Studien als so wirksam erwiesen hat", erklärt Johnson auf Twitter. "Es stehen noch weitere Sicherheitsprüfungen an, aber das sind fantastische Ergebnisse."

Quelle: ntv.de, kst/dap/rts