Dämmmaterial nie beanstandetAusgebrannte Unglücksbar wurde fünf Jahre lang nicht kontrolliert

Viele Fragen zum tödlichen Unglück im schweizerischen Crans-Montana sind noch offen. Auf einer Pressekonferenz hält Bürgermeister Nicolas Féraud zumindest eines fest: Der Brand- und Sicherheitsschutz in der Bar wurde einige Jahre lang nicht überprüft.
Die Bar, in der bei einer Brandkatastrophe in der Silvesternacht im Schweizer Skiort Crans-Montana 40 Menschen ums Leben gekommen sind, war seit Jahren nicht mehr von den Behörden kontrolliert worden. Von 2020 bis 2025 habe es in dem Lokal "Le Constellation" keine Brandschutz- und Sicherheitskontrollen gegeben, sagte Bürgermeister Nicolas Féraud bei einer Pressekonferenz: "Wir bedauern dies zutiefst".
Bei Kontrollen etwa 2019 und davor sei das Dämmmaterial an der Decke nie Thema gewesen, sagte Feraud. Es habe auch nie Hinweise auf mögliche Risiken gegeben. Allerdings habe es für das Untergeschoss der Bar eine Begrenzung von 100 Besuchern gegeben. Zu den möglicherweise zu schmalen Treppen und versperrten Notausgängen äußerte sich Féraud nicht. Zuvor waren Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter laut geworden, die Notausgänge hätten von ihnen nicht geöffnet werden dürfen. Zudem soll eine Treppe nach einem Umbau der Bar deutlich schmaler gewesen sein. So hätten die Besucher nach Ausbruch des Brandes nicht schnell genug fliehen können.
Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar ins neue Jahr feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 116 weitere wurden verletzt. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt.
Den Ermittlungen zufolge wurde die Feuersbrunst in der Keller-Bar offenbar durch an Sektflaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst, die zu nahe an die Decke gehalten wurden. Gegen die Betreiber des Lokals wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
Als Sofortmaßnahme hat die Gemeinde beschlossen, die Verwendung von sämtlichen pyrotechnischen Gegenständen in geschlossenen Räumen zu verbieten. Und dem Betreiberpaar sei nun die Betriebsbewilligung für ein zweites Restaurant in Crans-Montana entzogen worden, teilte Feraud mit.