Panorama

"Der Ball der Heuchler" Banon schreibt über Strauss-Kahn

Ob die Begegnung zwischen Tristane Banon und Dominique Strauss-Kahn je ein juristisches Nachspiel hat, ist noch nicht entschieden. Für die Autorin Banon war sie jedenfalls inspirierend genug, um ein Buch darüber zu schreiben. Es kommt schon in wenigen Tagen auf den Markt.

Die französische Schriftstellerin Tristane Banon will ihre Vorwürfe gegen den zurückgetretenen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nun in einem Buch erläutern. In dem Roman mit dem Titel "Le Bal des hypocrites" ("Der Ball der Heuchler") berichte die 32-Jährige, warum sie schließlich Strafanzeige gegen Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung erstattet habe, teilte der Verlag Diable Vauvert in Paris mit. Den Angaben zufolge soll das Buch zunächst in 40.000 Exemplaren aufgelegt werden und am 13. Oktober auf den Markt kommen.

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Banon während eine TV-Interviews am Tag der Gegeüberstellung bei der Polizei.

(Foto: AP)

Banon wirft Strauss-Kahn vor, im Jahr 2003 während eines Interviews "wie ein brünftiger Schimpanse" über sie hergefallen zu sein. Über den Vorfall hatte sie erstmals im Februar 2007 in einer Fernsehtalkshow berichtet. Der Name Strauss-Kahn war damals von dem Fernsehsender unkenntlich gemacht worden. Später bestätigte Banon aber, dass es sich um den Politiker handelte. Auf eine Strafanzeige verzichtete sie zunächst - nach ihren späteren Angaben aus Rücksicht auf ihre Mutter, die mit der Familie Strauss-Kahns befreundet war.

Erst nachdem die New Yorker Polizei "DSK", wie Strauss-Kahn in Frankreich genannt wird, im Mai wegen versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens festnahm, entschloss sich die Französin zu der Strafanzeige. Strauss-Kahn weist die Vorwürfe als "erfunden" zurück. Bei einer Gegenüberstellung vor der Polizei beharrten beide kürzlich auf ihrer jeweiligen Version. Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob ein formelles Ermittlungsverfahren aufgenommen oder ob der Fall zu den Akten gelegt wird. Falls es dazu kommen sollte, kündigte Banon bereits ein Zivilverfahren an.

In den USA stellte die Justiz Ende August ein Strafverfahren gegen den früheren Hoffnungsträger der französischen Sozialisten wegen versuchter Vergewaltigung und sexuellen Angriffs ein, da es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Klägerin, eines Zimmermädchens, gab. Ein Zivilverfahren läuft jedoch noch. Strauss-Kahn hatte wegen der Affäre im Mai als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten müssen.

Quelle: ntv.de, AFP

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