Panorama

Sieben Jahre ein GeheimnisBericht: Mutmaßlicher Epstein-Abschiedsbrief aufgetaucht

30.04.2026, 22:02 Uhr
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Der Fall Epstein schlägt weiter hohe Wellen. (Foto: REUTERS)

Auch Jahre nach dem Tod von Jeffrey Epstein ranken sich etliche Verschwörungsmythen rund um den Fall des Multimillionärs. Jetzt kommt ein mutmaßlicher Abschiedsbrief ans Licht der Öffentlichkeit. Dieser legt nahe, dass sich der Sexualstraftäter das Leben nahm.

Ein mutmaßlicher Abschiedsbrief des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein ist offenbar sieben Jahre lang unter Verschluss gehalten worden. Das Schriftstück sei von Epstein vor seinem Suizid verfasst worden und befindet sich in einem Gericht in New York, berichtet die "New York Times".

Das Schreiben sei 2019 von einem Zellengenossen entdeckt worden, nachdem Epstein nach einem ersten Suizidversuch leblos in seiner Zelle aufgefunden worden war. Der Sexualstraftäter wurde nach dem Versuch, sich das Leben zu nehmen, innerhalb der Justizvollzugsanstalt verlegt. Wenige Wochen später wurde der Multimillionär dann tot aufgefunden.

Der Mitgefangene Nicholas Tartaglione fand den Brief nach eigenen Worten Epsteins in einem Comic und übergab diesen seinen Anwälten. Damit wollte er den Vorwurf entkräften, dass er Epstein körperlich angegriffen hatte. Denn: Nach dem ersten mutmaßlichen Suizidversuch hatte Epstein erklärt, dass er nicht versucht hatte, sich umzubringen, sondern von Tartaglione angegriffen worden war. Der Sexualstraftäter erklärte damals gegenüber Gefängnismitarbeitern auch, dass er nicht suizidgefährdet sei.

Richter versiegelt Schreiben

Das Schreiben wurde als Beweisstück in dem Fall des Mitinsassen durch einen Bundesrichter versiegelt und damit unter Verschluss gehalten, heißt es in dem Bericht. Warum der Brief versiegelt wurde, ist nicht bekannt. Die "New York Times" beantragte im Laufe des Tages, Einblick in das Schriftstück zu erhalten. Der damalige Mithäftling Tartaglione erinnert sich gegenüber der Zeitung daran, dass in dem Schreiben stand: "Was soll ich denn machen, in Tränen ausbrechen? Es ist Zeit, Abschied zu nehmen."

Der Brief ist nicht Teil der vom US-Justizministerium freigegebenen Akten zum Fall Epstein. Die Behörde selbst hat nach eigenen Angaben auch keine Kenntnisse zu dem Schreiben. Kritiker werfen dem Ministerium seit Langem vor, dass nicht alle Unterlagen in dem Fall freigegeben und speziell besonders delikate Aspekte der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht wurden.

Epstein starb 2019 im Gefängnis im Alter von 66 Jahren. In einem Untersuchungsbericht wird sein Tod als Suizid eingestuft. Zahlreiche Verschwörungsmythen zweifeln die offizielle Darstellung seines Todes an. Beweise gibt es hierfür jedoch nicht.

Der Multimillionär Epstein hatte zusammen mit seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell über Jahrzehnte einen Missbrauchsring betrieben. Er missbrauchte selbst junge Frauen und Minderjährige.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie Suizidgedanken haben oder jemand in Ihrem Umfeld, suchen Sie bitte Hilfe - bei der Telefonseelsorge unter 0800 / 111 0 111, dem Notruf 112, dem medizinischen Notdienst 116 117 oder auf suizidprophylaxe.de

Quelle: ntv.de, lme

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