Panorama

Gericht schließt Getestete aus Berlin: Genesene und Geimpfte dürfen tanzen

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Die Discokugel in Clärchens Ballhaus in Berlin-Mitte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gerade stellt ein Berliner Club-Projekt Feiern mit negativem PCR-Test eine gute Prognose aus. Doch das Verwaltungsgericht Berlin schlägt einen anderen Weg ein: Danach dürfen Geimpfte und Genesene in der Hauptstadt künftig tanzen. Wer nur einen Test vorlegen kann, muss draußen bleiben.

Das Verwaltungsgericht Berlin hat das generelle Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen in der Hauptstadt gekippt. Uneingeschränkte Öffnungen seien zwar vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht erlaubt, Veranstaltungen ausschließlich für geimpfte und genesene Personen seien jedoch vorläufig zuzulassen, teilte das Gericht mit (Az.: VG 14 L 467/21). Das gilt allerdings nicht für negativ getestete Personen. Das Gericht gab damit dem Eilantrag einer Betreiberin einer Diskothek überwiegend statt.

Die Antragstellerin hatte sich gegen das in der Berliner Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geregelte Verbot gewandt, nach dem Tanzlustbarkeiten in geschlossenen Räumen nicht für den Publikumsverkehr geöffnet werden dürfen. Das Tanzverbot verfolge einen legitimen Zweck, nämlich die Virus-Ausbreitung einzudämmen, und sei dafür auch als geeignet und erforderlich anzusehen, so das Gericht. Es bestehe zwar nach wie vor eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, sodass die entsprechenden Regelungen des Infektionsschutzgesetzes weiter anzuwenden seien, erklärte das Gericht. Es sei aber hinsichtlich geimpfter und genesener Personen "voraussichtlich als unverhältnismäßig" zu bewerten. Diskothekenbetreiber würden durch das umfassende Verbot erheblich in ihrer verfassungsrechtlich geschützten Berufsausübung beeinträchtigt.

"Test nur eine Momentaufnahme"

Diese Einschränkungen stünden in keinem angemessenen Verhältnis zu den sehr überschaubaren Auswirkungen, die Infektionen von Geimpften und Genesenen auf das Infektionsgeschehen hätten. Anders verhalte es sich bei der Gruppe der getesteten, aber nicht geimpften oder genesenen Personen. Ein Test stelle nur eine Momentaufnahme dar. Getestete hätten keinen erhöhten Schutz vor Ansteckung und schweren Verläufen und wiesen dann potenziell eine höhere Infektiosität auf, argumentierte das Gericht. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Ein Berliner Pilotprojekt unter Beteiligung der Charité hatte zuvor Clubbesuche ohne Maske mit negativen PCR-Tests untersucht und nur sieben Corona-Fälle festgestellt. Kultursenator Klaus Lederer wertete dieses Ergebnis als gutes Zeichen für die künftige Normalisierung des Clublebens in der Hauptstadt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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