Panorama
Das Leben eines Eisbärs: Knut wurde vier Jahre alt.
Das Leben eines Eisbärs: Knut wurde vier Jahre alt.(Foto: dapd)
Samstag, 19. März 2011

"Alle hier sind total geschockt": Berliner Eisbär Knut ist tot

Der Berliner Eisbär Knut ist tot. Das vierjährige Tier brach im Zoo zusammen und wird tot im Wasser gefunden. Woran der bekannteste Eisbär Deutschlands gestorben ist, ist noch nicht bekannt. Das Tier soll nun obduziert werden.

Berlins Eisbär-Star Knut ist tot. Nach Angaben von Bären-Kurator Heiner Klös brach das vierjährige Tier zusammen und trieb tot im Wasser des Eisbärgeheges. Wodurch Knut gestorben ist, ist noch unklar. "Knut ist am Nachmittag ins Wasser gegangen, zuckte noch und war kurz danach tot", sagte Klös. "Alle hier sind total geschockt", beschrieb Zoosprecherin Claudia Bienek die Situation im Zoo.

Trauriges Ende: Knut treibt im Wasser seines Geheges.
Trauriges Ende: Knut treibt im Wasser seines Geheges.(Foto: dapd)

Nach Angaben von Klös befand sich der Eisbär allein im Gehege. Seine drei Mitbewohnerinnen, seine Mutter Tosca sowie die Eisbärinnen Nancy und Katjuscha, waren bereits eingesperrt. Um die Todesursache zu klären, soll Knut jetzt obduziert werden. Klös sagte der Zeitung "B.Z.", nach der Suche nach der Todesursache müsse geprüft werden, was mit Knut wissenschaftlich anzufangen sei. "Er wird sicher in ein Museum kommen."

Knut, der im Dezember vier Jahre alt geworden war, lebte seit dem vergangenen Herbst mit den drei Eisbärinnen in einem Gehege. Zuvor war Knuts gleichaltrige Partnerin Gianna in ihren Heimatzoo nach München zurückgekehrt.

Trauer und Kritik

Mit solchen Bildern eroberte der Eisbär die Herzen der Menschen weltweit.
Mit solchen Bildern eroberte der Eisbär die Herzen der Menschen weltweit.(Foto: dapd)

Mit Trauer und Kritik haben Politiker und Experten auf die Nachricht vom Tod Knuts reagiert. "Das ist eine traurige Nachricht", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. "Wir alle hatten den Eisbären ins Herz geschlossen. Er war der Star des Berliner Zoos."

Auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, äußerte sich betroffen. Zugleich übte er Kritik an der Haltung des Tieres im Zoo. "Das kurze und qualvolle Leben von Knut zeigt erneut, dass Eisbären nicht in den Zoo gehören, auch wenn sie Knut heißen", sagte Apel. Er nehme das Schicksal von Knut zum Anlass, die komplette Haltung von Wildtieren in deutschen Zoos auf den Prüfstand zu stellen, kündigte der Tierschützer an.

Aufzucht unter den Augen der Welt

In Berlin war seine Geburt eine kleine Sensation, denn es war die erste Geburt eines Eisbärenjunges seit über dreißig Jahren. Das Muttertier nahm das Junge aber nicht an. Der Tierpfleger Thomas Dörflein zog es daraufhin unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit groß.

Tausende Besucher guckten zu, wenn Dörflein mit dem Eisbären-Baby im Gehege spielte. Auch ausländische Zeitungen und Fernsehsender berichteten über Knut. Die deutsche Post brachte eine Briefmarke mit einem Foto Knuts heraus. Das Interesse verlor sich, als Knut größer wurde und damit auch seine niedliche Erscheinung verlor. Sein "Ziehvater" Dörflein starb überraschend im September 2008 im Alter von 44 Jahren.

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Quelle: n-tv.de