Panorama

Rocker brachten die Frauen Bordellchef muss fünf Jahre ins Gefängnis

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Jürgen Rudloff hat ein Geständnis abgelegt.

(Foto: dpa)

Mit Hilfe von Rockerbanden vermittelt ein Bordellbetreiber Frauen und zwingt diese in die Prostitution. Vor dem Stuttgarter Landgericht gesteht er: "Ich habe andere die Drecksarbeit machen lassen." Das Gericht spricht nun sein Urteil.

Das Landgericht Stuttgart hat zwei Verantwortliche einer Bordellkette zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sprach im sogenannten "Paradise"-Prozess nach elf Monaten Verhandlung den 65-jährigen Bordellbetreiber Jürgen Rudloff und den 52 Jahre alten Marketingverantwortlichen Michael Beretin wegen Beihilfe zur Zuhälterei und zum schweren Menschenhandel schuldig. Es verurteilte die beiden zu Haftstrafen von fünf Jahren sowie drei Jahren und drei Monaten.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten es die beiden Verantwortlichen der "Paradise"-Bordelle in Leinfelden-Echterdingen in Baden-Württemberg und in Saarbrücken ermöglicht, dass dort von März 2008 bis Dezember 2014 mindestens 17 "den Gewalttätigkeiten von Menschenhändlern und Zuhältern ausgelieferte junge Frauen zeitweise der Prostitution ohne wesentlichen eigenen Verdienst nachgehen mussten".

Bereits im Februar hatten die beiden Angeklagten ein Geständnis abgelegt. "Ich habe andere die Drecksarbeit machen lassen", so Rudloff. Laut Staatsanwaltschaft hatten Rockerbanden wie "Hells Angels" Frauen in die Bordelle gebracht, sie dort misshandelt und zur Prostitution gezwungen. Laut Rudloff seien die Kontakte ins Rocker-Milieu nötig gewesen, "um stets ausreichend Frauen zur Verfügung zu haben".

Gegen den ehemaligen Chef der Bordellkette ordnete das Gericht zudem an, Wertersatz in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro einzuziehen. Dem Urteil war nach Gerichtsangaben eine Verfahrensabsprache vorausgegangen.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP