Panorama
Samstag, 02. April 2011

Polizei vermutet Familiendrama: Boxerin vor Kampf angeschossen

Boxerin Rola El-Halabi bereitet sich auf ihre Comeback vor, in wenigen Minuten will sie in den Ring steigen. Da schießt ihr Stiefvater und früherer Manager auf sie. Zuvor hatte er bereits zwei Wachmänner niedergeschossen. Der Täter wird festgenommen.

Die Veranstaltung wurde abgebrochen.
Die Veranstaltung wurde abgebrochen.(Foto: dapd)

Eine junge Profi-Boxerin und zwei Wachleute sind vor einem Boxkampf in Berlin niedergeschossen worden. Die Polizei nahm nach der Tat einen 44-Jährigen fest. Der Schütze sei der Stiefvater und ehemalige Manager der Boxerin, sagte Geschäftsführer Malte Müller-Michaelis vom Veranstalter Arena Boxpromotion. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Südwest Presse". Der Mann soll sich demnach Anfang des Jahres mit seiner Stieftochter zerstritten haben.

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte diesen familiären Hintergrund zunächst nicht. Das Motiv der Tat auf der Trabrennbahn in Karlshorst sei bislang unklar, sagte Sprecher Martin Steltner. Die Mordkommission ermittelt wegen versuchten Totschlags.

Die 25-jährige Leichtgewichtskämpferin und die beiden angeschossenen 34 und 36 Jahre alten Sicherheitsmänner wurden ins Krankenhaus gebracht und operiert. Lebensgefahr bestand nicht, wie die Behörden mitteilten. Bei der Boxerin handelt es sich nach Angaben des Veranstalters um die ehemalige WIBF- und WIBA-Weltmeisterin Rola El-Halabi aus Ulm. Die gebürtige Libanesin sollte in Berlin um den Weltmeistertitel des Boxverbandes IBF im Leichtgewicht gegen die Bosnierin Irma Adler kämpfen.

Der Täter hatte nach ersten Erkenntnissen der Polizei vor der Kabine der Leichtgewichtsboxerin auf die Wachleute geschossen. "Markerschütternde Schreie aus dem Kabinenbereich" habe man in der Sporthalle am Boxring gehört, sagte Veranstalter Müller-Michaelis. Nachdem der Stiefvater die Sicherheitsleute überwunden hatte, soll er den Angaben Müller-Michaelis' zufolge in die Kabine eingedrungen sein und alle Anwesenden außer seiner Tochter hinausgescheucht haben. Danach soll er mehrere Schüsse auf sie abgefeuert haben.

Nach den ersten Schüssen begann der Veranstalter, die zu der Zeit noch etwa 600 Zuschauer in Sicherheit zu bringen. Alarmierte Polizisten räumten dann die Halle. Sie konnten auch den Täter überwältigen und seine Waffe sicherstellen.

Quelle: n-tv.de