Podolski-Bild entferntBreitbart entschuldigt sich für Foto-Fauxpas

Um eine Meldung über Schlepperbanden im Mittelmeer zu bebildern, gräbt die Redaktion der rechten Webseite Breitbart.com tief im Archiv. Die Wahl fällt auf ein Foto von Lukas Podolski. Nun entschuldigt sich das Portal - und tritt erneut ins Fettnäpfchen.
Das rechte Nachrichtenportal Breitbart.com hat sich dafür entschuldigt, ein Foto des Fußballers Lukas Podolski als Symbolbild für einen Geflüchteten aus Nordafrika verwendet zu haben. "Das Foto sollte als Symbolbild einer Person auf einem Jetski dienen", erklärte der britische Ableger der Seite von Stephen Bannon, dem ehemaligen Berater von US-Präsident Donald Trump.
Dafür wolle man sich beim Weltmeister entschuldigen, hieß es weiter. "Es gibt keine Beweise, dass Herr Podolski ein Mitglied einer Schleuserbande oder ein Opfer des Menschenhandels ist", kann man nun in einer "Anmerkung der Redaktion" auf der Breitbart-Seite lesen. In dem Text ist der Redaktion allerdings ein weiterer Fauxpas unterlaufen. "Wir wünschen Herrn Podolski alles Gute in seinem kürzlich verkündeten internationalen Ruhestand", schrieb das Londoner Büro. Der 32-Jährige Podolski spielt aber seit seinem Abschied aus der Nationalmannschaft im vergangenen März derzeit bei Vissel Kobe in der japanischen Liga.
Auf dem ursprünglichen Foto war ein gut gelaunter Lukas Podolski mit Sonnenbrille und mit zum Victory-Zeichen gespreizten Fingern als Mitfahrer auf einem Jetski zu sehen - das Bild stammt von der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Das Portal nutzte das Foto für einen Artikel, in dem es heißt, die spanische Polizei habe einer Gruppe von Schleusern das Handwerk gelegt, die Menschen per Jetski nach Spanien gebracht haben soll. Am Sonntag wurde das Bild ausgetauscht, nachdem viele Leserkommentare und Medienberichte auf den Fehler aufmerksam gemacht hatten.
Podolski will sich die Verwendung seines Fotos nicht gefallen lassen. Wie sein Berater bestätigte, beauftragte der Ex-Kölner einen Anwalt mit der Angelegenheit. "Das ist eine Sauerei. Lukas distanziert sich davon und lässt sich nicht instrumentalisieren", sagte Nassim Touihri der "Bild"-Zeitung.