Panorama

Neue Einstufung durch WHO Corona-Ausbruch ist jetzt eine Pandemie

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WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnet die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 als Pandemie.

(Foto: imago images/Xinhua)

Angesichts der weltweiten Verbreitung des neuartigen Coronavirus ändert die Weltgesundheitsorganisation das Vokabular: WHO-Chef Tedros spricht nun von einer Pandemie. Damit betont die UN-Behörde die globale Dimension der Krise - doch sonst ändert sich damit nichts.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Verbreitung des Coronavirus als Pandemie eingestuft. Die Zahl der Fälle außerhalb Chinas sei in den vergangenen beiden Wochen um das 13-Fache angestiegen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bisher infizierten sich weltweit bereits mehr als 110.000 Menschen mit dem Coronavirus.

Es gibt jedoch keine offiziellen Kriterien der WHO, ab wann ein Krankheitsgeschehen als Pandemie einzuordnen ist. Landläufig wird darunter eine Krankheit verstanden, die sich unkontrolliert über Kontinente hinweg ausbreitet. Laut dem Robert-Koch-Institut handelt es sich bei einer Pandemie um eine weltweite Epidemie.

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WHO-Chef Tedros kritisierte zugleich fehlendes Handeln durch die Staaten weltweit. "Wir haben die Alarmglocken laut und deutlich geläutet", erklärte er. Nach Angaben der WHO hat sich das Virus inzwischen in 115 Länder ausgebreitet, fast 4300 Menschen sind gestorben. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen und Wochen die Zahlen weiter ansteigen werden", sagte Tedros.

"Alle Länder können den Verlauf dieser Pandemie noch ändern", betonte der 55-Jährige. "Findet, isoliert, testet und behandelt jeden Fall und geht jeder Spur nach." "Dass wir die Situation nun als Pandemie bezeichnen, ändert nichts an der Beurteilung der WHO hinsichtlich der Bedrohung durch dieses Virus", betonte Tedros. "Es ändert auch nichts daran, was die WHO macht. Und es ändert auch nichts daran, was die Länder tun sollten."

Bereits 1878 Infektionen in Deutschland

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wurde im Dezember erstmals in China entdeckt und hat sich seitdem über den Globus verbreitet. In Europa ist vor allem Italien von dem Ausbruch betroffen. In Deutschland sind bislang mindestens 1878 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

 

Besonders stark betroffen sind in Deutschland die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils weit mehr als hundert Fällen. Bislang sind bundesweit drei mit Sars-CoV-2-Infizierte gestorben, alle in Nordrhein-Westfalen.

Die Zahlen auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis zum Mittwochnachmittag zum Teil deutlich niedriger als die von den Bundesländern veröffentlichten Angaben. Das RKI listet nach eigenen Angaben ausschließlich Fälle auf, die ihm über den Meldeweg oder über offizielle Quellen mitgeteilt werden. "Da gibt es immer etwas Zeitverzug, vor allem in solch dynamischen Lagen." Diese Fallzahlen will das RKI nun täglich gegen 18 Uhr veröffentlichen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa