Panorama

Frühling könnte es schwer haben"Daniel" frostet den Osten - Eisregen kommt aber für viele

02.02.2026, 12:20 Uhr
00:00 / 05:28
Vereist-ist-das-Elbufer-vor-der-historischen-Altstdtkulisse
Im Osten - hier Dresden - herrscht weiter Dauerfrost. (Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland ist beim Wetter derzeit zweigeteilt - mit fast 20 Grad Temperaturunterschied. Und der Winter hat dieses Jahr regional wohl einen langen Atem, wie ntv-Meteorologe Alexander prophezeit. In den nächsten Tagen spielt dann das Thema Glätte wieder eine große Rolle.

ntv.de: Wie krass sind die Wetterkontraste derzeit über Deutschland?

Björn Alexander: Es sind wirklich extreme Unterschiede. Das zeichnet sich einerseits beispielsweise beim Blick auf die taufrische Gesamtbilanz für den Monat Januar ab. Der war - verglichen mit den vergangenen drei Jahrzehnten - in Berlin und Brandenburg zum Beispiel fast drei Grad zu kalt. Im Saarland, also im äußersten Westen, verlief der Januar hingegen fast durchschnittlich temperiert oder nur leicht zu kalt.

Und andererseits?

Haben sich diese Kontraste zu Februarbeginn sogar nochmals verschärft. Zum Start in die neue Wetterwoche hat sich die Luftmassengrenze, die diagonal über Deutschland verläuft, weiter intensiviert. Entlang des Rheins erreichen die Temperaturen weiterhin Spitzenwerte bis um die 10 Grad, während es im Nordosten und Osten bitterkalt ist.

Was heißt das konkret?

In der Uckermark werden zum Wochenbeginn maximal minus 8 Grad Celsius und dort fühlt es sich mit dem Wind um die Mittagszeit an wie minus 17 Grad. In Berlin liegen die gefühlten Temperaturen bei um die minus 15 Grad.

Woher kommen diese enormen Unterschiede?

Auf der einen Seite liegt Hoch "Daniel" mit Schwerpunkt über Finnland, der Ostsee und Südschweden. An dessen Südflanke weht bitterkalte und trockene Festlandsluft mit einem teilweise lebhaften Wind in den Norden und den Osten Deutschlands. Auf der anderen Seite halten die Tiefdruckgebiete über dem Atlantik dagegen und drücken feucht-milde Luft in den Westen und Südwesten unseres Landes. Eine sogenannte Grenzwetterlage, die im Übergangsbereich wiederholt mit Glätte einhergeht und deren Temperaturkontraste sich erst im Laufe der Woche verringern.

Wird das auch das Ende des Winters sein?

Das große Winterfinale könnte sich noch etwas hinziehen. Einige Wettermodelle spekulieren nämlich noch mindestens bis ins zweite Februardrittel auf eine Fortdauer der winterlichen Witterungsverhältnisse. Und auch die Polarwirbelprognose zeigt wiederholt Ansätze, dass es die Frühlingsluft in diesem Jahr deutlich schwerer haben könnte, in ganz Deutschland Fuß zu fassen. Last but not least: Die experimentellen Langfristberechnungen zeigen für den Norden und den Osten Deutschlands für den Februar ebenfalls einen zu kalten Verlauf.

Die Eiszeit geht weiter - die Glätte auch?

Auch die Winterdienste werden regional leider weiterhin alle Hände voll zu tun haben. Grund sind die Niederschlagsgebiete, die die Tiefs vom Atlantik her schicken und die gegen das massive Kaltluftpolster und die markante Luftmassengrenze anrennen. Am gefrorenen Boden mit Glatteisgefahr - aber auch Schneeglätte wird weiterhin ein Thema sein.

Was heißt das konkret?

In der Nacht zum Dienstag kommt im Südwesten und Westen erneut Regen auf, der besonders im Bergland gefrieren und für Glatteis sorgen kann. Vor allem von Oberschwaben und der Schwäbischen Alb und anschließend bis in den Bereich von Eifel, Sauerland und nach Westfalen könnte es mitunter sehr gefährlich werden, bevor der Regen mehr und mehr in Schnee übergeht. Im Tagesverlauf schneit es am Dienstag dementsprechend vom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens über Franken bis nach Thüringen und Sachsen teilweise erneut kräftig.

Wie entwickeln sich die Glättewarnungen am Mittwoch und Donnerstag?

Am Mittwoch dürfte sich die Glättelage vor allem im Nordosten zuspitzen, bevor am Donnerstag ein Tief aus Richtung Tschechien im Osten und Norden nicht nur für eine vorübergehende Abschwächung der Kälte, sondern auch für eine angespannte bis gefährliche Entwicklung sorgen könnte.

Worauf müssen wir uns einstellen?

Hier haben die Wettercomputer momentan einen Gefahren-Mix im Programm, der von kräftigem Schneefall bis hin zu gefrierendem Regen reicht. Auch wenn die Unsicherheiten noch erheblich sind, so sollten wir diese Entwicklung genau im Auge behalten, da die Glätte-Entwicklung in den betroffenen Gebieten sogar unwetterartige Ausmaße annehmen könnte.

Welche Wetterkarten zeigt uns der weitere Wochenverlauf?

Nach einer zum Teil angespannten Situation in Sachen Glätte in der Nacht zum Freitag sollte sich die Lage am Freitag tagsüber entspannen. Dabei bleibt es durchwachsen bis trüb. Das Ganze bei Tageshöchstwerten zwischen minus 1 Grad im Nordosten und bis zu 11 Grad am Rhein. Das Wochenende bewerten die Wettercomputer noch sehr unterschiedlich. Aber: Leider sind auch neue Niederschläge nicht auszuschließen. Und wenn diese auf den hochwinterlichen und tiefgründig gefrorenen Nordosten treffen, dann ist die nächste Rutschpartie leider nicht auszuschließen.

Quelle: ntv.de

Wetter