Panorama

Flutwelle erreicht Krakau Deutsche Deiche gut wie nie

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Die Weichsel in Krakau ist so voll wie nie. Teile der Altstadt sind bereits überflutet.

(Foto: REUTERS)

Brandenburg muss sich auf Hochwasser vorbereiten. Experten sagen ein starkes Ansteigen der Oder bereits am Freitag voraus. Derweil liegt der Pegel der Weichsel in Krakau bei über 9 Meter und damit höher als bei der Jahrhundertflut von 1997.

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In der polnische Kleinstadt Chelm sind Straßen zu Flüssen geworden.

(Foto: dpa)

In Polen hat die Flutwelle der Weichsel die historische Königsstadt Krakau erreicht. Der Pegel des Flusses habe dort die 9-Meter-Marke überschritten und liege höher als bei der Jahrhundertflut von 1997, berichtete der Fernsehsender TVN24. Im Zentrum der Stadt musste eine Brücke gesperrt werden, Stadtteile wurden überflutet. Einige Straßenbahn- und Buslinien mussten eingestellt werden.

Die Flutwelle auf der Oder erreichte ebenfalls den westlichen Teil Schlesiens mit der Hauptstadt Oppeln (Opole). Der Chef des Verwaltungsbezirks, Ryszard Wilczynski, sagte, die Welle sei dort aber um ein Drittel schwächer als 1997. Insgesamt mussten in den besonders gefährdeten Ortschaften in Südpolen mehr als 2200 Menschen ihre Häuser verlassen. Allein in Schlesien wurden mehr als 2660 Häuser überflutet und zahlreiche Straßen beschädigt.

Brandenburg rüstet sich

Der Zustand der Brandenburger Oder-Deiche ist nach Angaben des Landesumweltamtes so gut wie nie. Es gebe dort nur noch wenige Schwachpunkte, sagte Behördenpräsident Matthias Freude. "Wir arbeiten derzeit daran, die Deichbaustellen an der Oder für das kommende Hochwasser zu sichern." Seit der verheerenden Oderflut von 1997 seien die Deiche auf deutscher Seite auf 160 Kilometer Länge erneuert worden.

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Gespannte Ruhe herrscht derzeit noch an der Oder in Brandenburg.

(Foto: dpa)

Die polnischen Prognosen zu den Niederschlägen im Oberlauf der Oder seien am Dienstagmorgen um 50 Zentimeter zurückgenommen worden, sagte Freude. Grund sei, dass sich das große Niederschlagsgebiet von der polnischen Oder in Richtung Weichsel verlagert habe. "In den polnischen Beskiden sind seit Anfang Mai 410 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das ist etwa so viel wie in einem ganzen Jahr im Oderbruch fällt."

Land unter in Ungarn

Die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage verschärfen in Teilen Ungarns die Hochwasser-Lage weiter. Entlang einer Strecke von 770 Kilometern herrsche an den nord - und ostungarischen Flüssen Sajo, Hernad, Bodva, Zagyva, Ipoly und Tarna Hochwasseralarm. Das sagte der Staatssekretär im Umweltministerium, Laszlo Kothaly, auf einer Pressekonferenz in Budapest.

Noch nie zuvor hätten diese Gewässer derartige Wassermengen geführt, fügte er hinzu. Nach Angaben des ungarischen Katastrophenschutzes mussten in den vergangenen Tagen 2300 Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. 1400 von ihnen konnten bisher nicht in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Die Wassermassen dieser Flüsse fließen unter anderem über die Theiß und Donau ins Schwarze Meer.

In Deutschland ist endlich Wetterbesserung in Sicht. Nur noch bis Donnerstag beherrschen Regenwolken das Geschehen, das Pfingstwochenende verspricht Sonnenschein und fast sommerliche Temperaturen bis 25 Grad.

Quelle: ntv.de, dpa