Panorama

32 Jahre StillstandDeutsche ertragen eine Million Staukilometer

13.02.2015, 06:50 Uhr
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Allein 30 Prozent der Staukilometer entfielen 2014 auf NRW. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl der registrierten Staus in Deutschland legt im vergangenen Jahr um 15 Prozent zu. Vor allem im Westen der Republik müssen Autofahrer Geduld beweisen, und besonders an einem Tag der Woche rollt der Verkehr nicht richtig.

Im vergangenen Jahr gab es laut ADAC 475.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 980.000 Kilometern. Das sei ein neuer Rekord, teilte der Autoclub mit. Insgesamt summierten sich die gemeldeten Staus auf eine Dauer von 285.000 Stunden - umgerechnet mehr als 32 Jahre. Die Steigerung geht offenbar vor allem auf die genauere Erfassung der Verkehrslage zurück.

Im Vergleich zum Vorjahr habe die Zahl der registrierten Staus und der Staukilometer um etwa 15 Prozent zugenommen. Die Zahl der gefahrenen Kilometer sei aber nur um 2,5 Prozent gestiegen. Der Transitverkehr und der Individualverkehr nähmen weiter zu, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. "Wir haben schon einen gewissen Verkehrszuwachs, aber bei den Staumeldungen haben wir große Sprünge, die sich nie und nimmer dadurch erklären lassen."

Ein Grund für die Steigerung ist, dass der Verkehr immer präziser beobachtet wird. Es gebe Stauscanner, die über GPS die Handydaten von Autofahrern registrierten. Außerdem würden Reisedaten von Lkw-Flotten systematisch ausgewertet. So entstünden weitaus genauere Staubilder als früher durch Polizeimeldungen und Hubschrauberbeobachtung.

Samstag ist nicht der Stautag

Hinsichtlich der Staukilometer lagen erneut Nordrhein-Westfalen (30 Prozent), Bayern (19 Prozent) und Baden-Württemberg (14 Prozent) an der Spitze. Auf diese drei Bundesländer entfielen somit 63 Prozent aller Staukilometer. Der Anteil am Autobahnnetz der drei Bundesländer liegt bei etwa 45 Prozent. Nordrhein-Westfalen sei ein riesiger Ballungsraum mit einem dichten Netz an Autobahnen, erläuterte Hölzel. In Bayern und Baden-Württemberg rollt besonders viel Ferienverkehr Richtung Süden.

Wenngleich gefühlt der Samstag der Stautag schlechthin ist, ergibt die Statistik ein anderes Bild. "Der Freitag ist über das Jahr gesehen am meisten betroffen. Denn da gibt es Pendlerverkehr und Wochenendheimfahrer", sagt Hölzel. Der Samstag sei im Jahresschnitt sogar der stauärmste Tag. In den Ferienmonaten könne das natürlich anders aussehen.

Die Auswertung zeige einmal mehr, dass das deutsche Autobahnnetz an Kapazitätsgrenzen stoße, erläuterte der ADAC, der die Interessen von Autofahrern und Automobilindustrie vertritt. Der Straßenbau hänge den Vorgaben hinterher. Von 2200 Autobahn-Kilometern, die laut Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen zwischen 2001 und 2015 vordringlich ausgebaut werden sollten, sei bis Ende 2014 nur die Hälfte realisiert worden. Bei der Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans müsse neben der Sanierung und dem Erhalt des Autobahnnetzes ein Schwerpunkt auf der Engpassbeseitigung liegen.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa

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