Panorama

Operation Eiswasser-Dusche Diekmann fordert Wulff heraus

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Kalte Dusche: Diekmann hat die Eiswasser-Herausforderung schon hinter sich. Ob Ex-Bundespräsident Wulff nachzieht?

(Foto: Screenshot/www.facebook.com/kai.diekmann.77?fref=ts)

Eine Kamera, ein Kübel voller Eiswasser - und fertig ist der Sommer-Trend. Kaum ein Promi kann der "Ice Bucket Challenge" widerstehen. Auch "Bild"-Chef Kai Diekmann macht mit - und entschließt sich zu einer überraschenden wie gewagten Nominierung.

Es dauert nur 30 Sekunden, dann ist alles vorbei. Der adrett gekleidete Herr mit dem Rauschebart steht im Garten und spricht mit ernster Miene in die Kamera. Kai Diekmann nominiert seine Frau Katja Kessler, den Journalisten Stefan Niggemeier und "einen gewissen Christian Wulff". Dann kippt er sich vor laufender Kamera einen Kübel voller Eiswasser über den Kopf.

Amyotrophe Lateralsklerose - ALS

ALS führt zu Nervenzerstörungen und fortschreitenden Muskellähmungen. Die seltene Krankheit ist tödlich. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Über die genauen Ursachen und Mechanismen der Nervenkrankheit ist noch wenig bekannt.

ALS ist zwar nicht heilbar, aber zu behandeln, wobei sich der Patient darauf einstellen muss, im gelähmten Körper eingeschlossen zu sein. Der Physiker Stephen Hawking lebte dank künstlicher Beatmung jahrzehntelang mit ALS und starb im Alter von 76 Jahren.

Diekmann gegen Wulff - das Duell zwischen dem "Bild" -Chef und dem ehemaligen Bundespräsidenten hätte zweifellos seinen Reiz. Dass Wulff es annimmt, ist kaum vorstellbar. Wahrscheinlicher ist es, dass er die 24-Stunden-Frist verstreichen lässt. Aber ob er nun zum Eimer greift oder nicht: An der Popularität der "Ice Bucket Challenge" wird dies nichts ändern. Kamera an, nominieren, duschen. Seit Wochen schwappt der Trend durch das Netz. Was dahinter steckt? Wer nominiert wird, muss innerhalb eines Tages nachziehen oder er spendet an eine Stiftung für Amyotrophe Lateralsklerose. Die Aktion soll auf die seltene Nervenkrankheit aufmerksam machen.

Das Ergebnis: Nach offiziellen Angaben kamen schon mehr als 10 Millionen Dollar an Spenden zusammen. Kaum ein Prominenter kann der Eiswasser-Herausforderung widerstehen. Mark Zuckerberg hat es ebenso getan wie Bill Gates, Tim Cook, George W. Bush, Justin Timberlake und Oprah Winfrey. Mit den Worten "Sorry darling" forderte Tennisspielerin Sabine Lisicki ihren Freund Oliver Pocher heraus. Fußballer Mario Götze nominierte Schauspieler Matthias Schweighöfer und den BVB-Spieler Marco Reus. Der wiederum forderte Schlagersängerin Helene Fischer und seinen Teamkollegen Mats Hummels. Per Schneeballprinzip breitet sich das Spiel immer weiter aus. Das Ende ist nicht absehbar.

Die Paarung Diekmann/Wulff ist nicht die erste, die es in sich hat. Brasiliens Fußball-Star Neymar nominierte Juan Camilo Zuniga, ausgerechnet jenen Kolumbianer, der ihn im WM-Viertelfinale mit seinem Foul unsanft aus dem Turnier beförderte. Zuniga bewies Größe. Er ließ es sich nicht nehmen - und kippte sich kurz später ebenfalls einen Eimer voller Eiswasser über sein Haupt.

Auch Politiker sind nicht sicher vor der Aktion. USA-Basketballer LeBron James forderte Präsident Barack Obama. Der mochte zwar nicht mitmachen, versprach aber zu spenden. Unbeantwortet blieben zwei Nominierungen von Stefan Kretzschmar. Der Ex-Handballer forderte Joachim Löw ("Weil ich die WM-Frisur nochmal sehen will") und Angela Merkel (weil LeBron James Barack Obama nominiert hat). Aber Kretzschmars Wunsch blieb ebenso unerhört wie die Herausforderung von Schauspieler Vin Diesels an Wladimir Putin.

Für Christian Wulff dagegen ist es noch nicht zu spät. Die 24 Stunden laufen am Donnerstagvormittag um 11 Uhr ab. Es dauert ja nur ein paar Sekunden, dann ist alles vorbei.

Quelle: ntv.de, cro

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