Früher prominent im Rocker-Club Ehefrau zum Sex verkauft: Haft für "Hells Angels"-Mitglied gefordert

Ein 62-jähriger Schwede soll seine eigene Ehefrau bedroht, abhängig gemacht und dutzendfach zum Sex verkauft haben. Mit dem Missbrauch seiner Frau soll er sein Leben finanziert haben. Die Anklage pocht auf lange Haft für den Mann, der früher offenbar zur Chefriege der "Hells Angels" gehörte.
Er wird beschuldigt, seine Frau zur Prostitution mit rund 120 Männern gezwungen zu haben: Am Montag hat die schwedische Staatsanwaltschaft eine zehnjährige Haftstrafe für den 62-jährigen Schweden gefordert. Die Anklage wirft ihm schwere Zuhälterei, Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Er soll demnach seine Frau bedroht und von Drogen und Alkohol abhängig gemacht haben.
Der Schwede soll seine Frau gegen ihren Willen zu Sex mit Dutzenden Männern gezwungen und von den Einnahmen gelebt haben. Dafür soll er Anzeigen im Internet geschaltet und Buchungen verwaltet haben. Die mutmaßlichen Taten sollen sich sowohl physisch als auch online abgespielt haben. Der Anklage zufolge fuhr der Schwede seine Frau zu jedem Treffen mit den Freiern und überwachte diese.
Der Anklage zufolge verdiente der heute 62-jährige Schwede durch den Verkauf sexueller Dienstleitungen seiner Partnerin mehr als 500.000 schwedische Kronen (46.000 Euro). Die Ehefrau, die von der Staatsanwaltschaft als "schutzbedürftig" beschrieben wurde, fordert eine Entschädigung von umgerechnet rund 100.000 Euro.
Der angeklagte Schwede war Berichten zufolge früher ein ranghohes Mitglied im Rocker-Club "Hells Angels". Er war im Oktober des vergangenen Jahres im Norden Schwedens festgenommen worden, nachdem die Frau ihn angezeigt hatte. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe.
Der Verkauf von Sex ist in Schweden nicht illegal, der Kauf hingegen schon. Das Fördern oder Profitieren von Prostitution ist ebenfalls illegal. Auch den Freiern, die aus ganz Schweden kommen sollen, droht damit eine Strafe. Der Fall wird in Schweden mit dem der Französin Gisèle Pelicot verglichen, deren Mann sie betäubt und fremden Männern zur Vergewaltigung angeboten hatte.