Panorama

Polizei äußert Verdacht Ein Passagier stirbt bei Flixbus-Unglück

Bei einem schweren Busunfall kommt auf der Autobahn 9 bei Leipzig ein Mensch ums Leben, sieben weitere Passagiere werden schwerst verletzt. Während die Bergungsarbeiten weitergehen, wird ein erster Verdacht zur Unfallursache bekannt.

Um 17.28 Uhr am Sonntagnachmittag nimmt die Fahrt eines Fernbusses auf der Autobahn 9 bei Leipzig ein katastrophales Ende. Der Bus gerät an einer Böschung in Höhe des Parkplatzes Bachfurt von der Fahrbahn ab und kippt um. Ein Mensch kommt dabei ums Leben, sieben andere Passagiere werden schwerst verletzt. An Bord waren insgesamt 74 Menschen und der Fahrer. Die A9 wird in beide Richtungen voll gesperrt.

"Das ist alles relativ schnell passiert", berichtet ein 24 Jahre alter Student, der in dem Unglücksbus saß. Er habe Splitter fliegen sehen. Die Passagiere hätten dann sehr schnell zu den Nothämmern gegriffen und die Scheiben eingeschlagen, um ins Freie gelangen zu können. Er selbst habe zum Glück nur eine kleine Platzwunde am Kopf erlitten. Die Betreuung der Unfallopfer sei sehr schnell und professionell angelaufen.

Dutzende Rettungswagen eilten am frühen Sonntagabend zur Unfallstelle, die auf sachsen-anhaltischem Gebiet zwischen den Anschlussstellen Leipzig-West und Bad Dürrenberg liegt. Auch Hubschrauber wurden angefordert. Sie brachten die Schwerstverletzen in Krankenhäuser in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die leichter Verletzten wurden in einem grauen Rettungszelt betreut, das auf der Fahrbahn aufgebaut war. Ein Kriseninterventionsteam war ebenfalls vor Ort. Zur Unfallursache äußerte die Polizei bereits eine erste Vermutung. Demnach soll der Fahrer bei einem Sekundenschlaf die Kontrolle über den Bus verloren haben.

Flixbus spricht Mitgefühl aus

Die Polizeiexperten sicherten Spuren und markierten mit grünen und orangenem Spray die letzten gefahrenen Meter des Busses. Ein rot-weißes Verkehrsschild, das die Einfahrt des Parkplatzes markiert, lag zerknittert auf dem Boden. Es sah aus, als habe der Bus es überfahren. Links neben der zerwühlten Böschung lag der völlig zerstörte grüne Bus auf der Seite. Seine Warnblinker leuchteten. "Der Bus war im Auftrag von Flixbus planmäßig zwischen Berlin und München unterwegs", bestätigt das Fernbusunternehmen. "Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Fahrgästen und Busfahrern sowie deren Familien und Freunden."

Die Einsatzkräfte waren mit schwerem Gerät vor Ort, um den umgestürzten Bus zu bergen. Der Tote konnte erst mehrere Stunden nach dem Unfall aus dem Wrack geholt werden. Angaben zur Identität konnte die Polizei zunächst nicht machen. Auch Alter und Herkunft der Verletzten sind unklar. Der Bus sollte mit einem Kran hochgehievt werden.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa