Panorama

Prozess in USA angeblich unfair "El Chapo" legt Revision ein

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Nachdem er in Mexiko bereits einmal aus dem Gefängnis hatte fliehen können, lieferte Mexiko "El Chapo" 2017 in die USA aus.

(Foto: dpa)

Zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre wurde Drogenboss "El Chapo" in den USA verurteilt. Das will der Mexikaner nicht akzeptieren. Denn die US-Behörden hätten es bei der Strafverfolgung gegen seinen Mandanten, "blindwütig übertrieben und die Verteidigung behindert, so "El Chapos" Anwalt.

Der frühere mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán hat Revision gegen seine lebenslange Haftstrafe eingelegt. Die US-Behörden hätten es bei der Strafverfolgung "blindwütig übertrieben", heißt es in dem Dokument, das "El Chapos" Anwalt bei einem New Yorker Gericht einreichte und das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "El Chapo", 25 Jahre lang Anführer des mächtigen Sinaloa-Kartells, befindet sich derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado.

"El Chapos" Verteidiger Marc Fernich argumentiert nun unter anderem, "außergewöhnliche und beispiellose" Sicherheitsmaßnahmen hätten eine faire Gerichtsverhandlung verhindert. Da "El Chapo" schon vor dem Schuldspruch Anfang 2019 zweieinhalb Jahre in Einzelhaft verbracht habe, sei es ihm kaum möglich gewesen, mit der Verteidigung zusammenzuarbeiten.

Zudem wirft der Anwalt des 63-jährigen Mexikaners der US-Justiz vor, Berichte ignoriert zu haben, nach denen mehrere Jurymitglieder während der Verhandlungen ihren Fall in den Medien verfolgten - was der Richter verboten hatte, um eine Einflussnahme auszuschließen. Die Jury hatte "El Chapo" in einem der größten Drogenprozesse der amerikanischen Geschichte in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden - darunter Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationale Verbreitung von Kokain und Heroin sowie Geldwäsche und Schusswaffengebrauch. "El Chapo" wurde zu lebenslanger Haft plus 30 Jahren verurteilt.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa