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Tödliche Tierquälerei Entführter Pinguin aus Mannheim ist tot

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Die Humboldt-Pinguine mit ihrem Watschelgang gehören zu den Publikumslieblingen im Mannheimer Tierpark.

(Foto: picture alliance / Uwe Anspach/d)

Am vergangenen Samstag wird ein kleiner Pinguin aus dem Mannheimer Tierpark entführt. Was im ersten Moment nach einem Scherz klingt, ist möglicherweise tödliche Tierquälerei. Eine Obduktion sollen Spuren zum Täter bringen.

Der seit Tagen vermisste Pinguin "Nummer 53" aus Mannheim ist tot. Ein Passant habe den Körper des erst zehn Monate alten Vogels am Morgen unweit des Luisenparks leblos gefunden, teilte die Polizei mit. Anhand einer Flügelmarke mit der Nummer 53 sei das Tier als der seit Samstag vermisste Humboldt-Pinguin erkannt worden. "Offenbar hatte sich der Täter an dieser Stelle des Tieres entledigt." Das Tier sei ohne Kopf gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher dem SWR.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim leitete ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt ein. Die Behörden schließen aus, dass der Pinguin von einem Wildtier gerissen oder aus dem Gehege im Luisenpark entlaufen sein könnte.

Peta setzt Belohnung aus

Mögliche Verletzungen müssen allerdings nicht zwangsweise von Menschen stammen. "Wenn ein totes Tier irgendwo liegt, zieht es andere Tiere an", sagte ein Experte, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Der Vogel wird derzeit im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe untersucht. "Der Todeszeitpunkt und ein mögliches Fremdeinwirken sollen geklärt werden", sagte Tierparksprecherin Wind. Die Polizei erhofft sich Hinweise auf den Täter.

Die Tierschutzorganisation Peta setzte eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf den Täter aus. "Wir hoffen, dass diese brutale Tat aufgeklärt und der Tierquäler überführt werden kann", sagte Peter Höffken von der in Stuttgart ansässigen Organisation. Tierquälerei sei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.

Entdeckt von Alexander von Humboldt

Tierparkdirektor Joachim Költzsch erklärte, "einen schlimmeren Ausgang hätte der Vorfall um unseren verschwundenen Pinguin nicht nehmen können". Es gehe um den emotionalen Wert, den das Tier bei den Mitarbeitern und Besuchern des Geheges gehabt habe. Alle seien erschüttert - erschüttert über den Tod, aber auch erschüttert über so wenig Achtung im Umgang mit Lebewesen.

Bei dem Pinguin handelte sich um einen Humboldt-Pinguin, die bis zu 60 Zentimeter groß, 5 Kilogramm schwer und 20 Jahre alt werden können. Benannt sind sie nach ihrem ersten Entdecker Alexander von Humboldt. Er soll die Tiere zwischen 1799 und 1804 auf seiner Amerikareise im heutigen Peru beobachtet haben. Auch der nördliche Teil von Chile gehört zu ihrem Lebensraum.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

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