Panorama

Mehrere Menschen verschüttet Erdbeben überrascht Zagreb im Schlaf

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Mindestens eine Person wurde bei dem Erdbeben getötet.

(Foto: REUTERS)

Ziegel fallen von den Dächern, Mauern stürzen ein: Am frühen Morgen sorgt ein Erdbeben in Zagreb für schwere Schäden. Auch die Kathedrale der kroatischen Hauptstadt wird in Mitleidenschaft gezogen. Ein 15-Jähriger wird tot geborgen.

Zwei mittelstarke Erdbeben in einer Abfolge von etwas mehr als einer halben Stunde haben am Morgen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb schwere Schäden angerichtet. In den Trümmern eines Hauses hätten Rettungskräfte die Leiche eines 15-jährigen Jungen gefunden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Hina. Mehrere Personen wurden verschüttet. Laut dem Nachrichtenportal 24sata.hr wurden Dutzende Menschen verletzt. "Es hat über zehn Sekunden gedauert", sagte ein Zeuge. "Es war bei Weitem das Stärkste, das ich je gefühlt habe".

Medien zufolge fielen Ziegel von den Dächern, Fassaden bekamen Risse, Mauern stürzten ein und Trümmer beschädigten parkende Autos. Auch die Kathedrale im Zentrum, das Wahrzeichen der Stadt, wurde beschädigt - eine der beiden Turmspitzen fiel aus mehr als 100 Meter Höhe zu Boden. Ein Reuters-Reporter vor Ort sagte, Menschen seien aus ihren Häusern auf die Straße geflohen. In großen Teilen der Stadt fiel zudem der Strom aus.

Das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) gab die Stärke des ersten Bebens um 6.24 Uhr mit 5,3, die des zweiten Bebens um 7.01 Uhr mit 5,0 an. Die Zentren der beiden Beben lagen sieben beziehungsweise zehn Kilometer nördlich von Zagreb. Das Innenministerium forderte die Menschen auf, zunächst draußen zu bleiben, aber keine Gruppen zu bilden, um eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. "Halten Sie Distanz. Stellen Sie sich nicht zusammen. Wir sind mit zwei schweren Krisen konfrontiert, dem Erdbeben und der Epidemie", erklärte Innenminister Davor Bozinovic. Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts/AFP