Panorama

In mehr als hundert Fällen Ex-Jugendleiter wegen Missbrauchs verurteilt

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Der Angeklagte Christian L. zu Prozessbeginn im Landgericht in Freiburg.

(Foto: dpa)

Ein Mann, der als Jugendbetreuer für die evangelische Kirche gearbeitet hat, wird wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Er verging sich an mehreren Jungen - und das über Jahre. Schon lange vorher gibt es den Verdacht, dass der Mann ein Kinderschänder ist.

Das Landgericht Freiburg hat den früheren Leiter einer evangelischen Pfadfindergruppe im baden-württembergischen Staufen wegen teils schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in mehr als hundert Fällen verurteilt. Der deutsche Staatsbürger, der vier Jungen zwischen neun und 13 Jahren missbraucht haben soll, wurde zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt, zudem wurde die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Dies teilte ein Sprecher nach der Urteilsverkündung mit.

Der heute 42-jährige Mann, der früher bei der evangelischen Kirche angestellt war, soll sich zwischen 2010 und 2018 zum Teil mehrfach in der Woche an den Jungen vergangen haben. Zwei der Jungen soll er in der evangelischen Pfadfindergruppe in Staufen kennengelernt haben, die er damals leitete. Den beiden anderen Jungen soll er bei Freizeitaktivitäten und auf einem Campingplatz begegnet sein.

Die Taten fanden nach Erkenntnissen der Ermittler in der Wohnung des Mannes statt. Er war bereits 2004 des Missbrauchs beschuldigt worden, wurde damals aber frei gesprochen und danach von der Kirche wieder angestellt.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann ursprünglich insgesamt 676 Taten vorgeworfen. Vor Gericht kamen dann 330 Taten. Nach dem Urteil wird im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft von der Verfolgung möglicher weiterer Taten abgesehen. Der Angeklagte wurde neben der Freiheitsstrafe zusätzlich zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 8000 und 10.000 Euro verurteilt.

Die Taten des Jugendbetreuers stehen in keinem Zusammenhang mit dem jahrelangen Missbrauch eines Jungen in Staufen, der 2017 bundesweit Schlagzeilen machte.

Quelle: ntv.de, hul/AFP

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