Panorama

Nachfahre von legendärem MafiosoFBI verhaftet John Gotti junior

23.03.2017, 08:12 Uhr
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John Gotti senior war aufgrund seiner zahlreichen Anklagen eines der bekanntesten Mitglieder der US-amerikanischen Cosa Nostra nach Al Capone. (Foto: AP)

John Gotti war ein berüchtigter New Yorker Gangster-Boss. Seit Al Capone hatte es keinen gegeben, der die Justiz und das FBI so verhöhnte wie er. Nach seinem Tod eiferte sein Enkel dem Mafia-Paten nach - jetzt sitzt er erstmal hinter Gittern.

Wie der Opa, so der Enkel: John Gotti, Nachfahre des gleichnamigen New Yorker Mafioso, eifert offenbar seinem legendären Großvater nach - allerdings mit bescheidenem Erfolg. Der 23-Jährige wurde unter anderem wegen Verdachts auf Beteiligung an einem Raubüberfall inhaftiert, wie Staatsanwältin Bridget Rohde sagte.

Gotti soll bei einem Überfall im April 2012 auf eine Bank im New Yorker Stadtteil Queens mitgemacht haben. Er habe mit einem Komplizen vor dem Gebäude Schmiere gestanden, während ein weiterer Kumpan versucht habe, mit einer Bombendrohung von den Angestellten Geld zu erpressen. Nach Angaben der Justizbehörde wurden ihm aber nur 5491 Dollar (gut 5000 Euro) ausgehändigt.

Zwei Tage vorher habe Gotti mit zwei Begleitern ein Auto angezündet - auf Geheiß von Vincent Asaro, einem einflussreichen Mitglied der New Yorker Bonanno-Mafia-Clans. Der Autobesitzer soll dem 82-jährigen Asaro die Vorfahrt genommen haben. Gotti junior wurde am Mittwoch einem Bundesrichter in Brooklyn vorgeführt und wegen Diebstahls und Brandstiftung angeklagt. Er kam in Untersuchungshaft.

Die Justizbehörden schickten zudem sechs weitere Verdächtige hinter Gitter, darunter auch Asaro. Asaro war 2015 von dem Vorwurf freigesprochen worden, im Jahr 1978 an dem sogenannten Lufthansa-Raub am Flughafen John F. Kennedy beteiligt gewesen zu sein. Bei dem brutalen Überfall erbeuteten die Täter Geld und Schmuck aus dem Lufthansa-Frachtzentrum.

Der 2002 verstorbene Gotti senior war das einflussreiche Oberhaupt der Gambino-Familie in New York und ein stadtbekannter Gangster. Seit Al Capone hatte es keinen Gangster-Boss gegeben, der wie Gotti von 1985 bis 1990 die Justiz und das FBI verhöhnte. Aufgrund seines eleganten Auftretens in der Öffentlichkeit mit vielen eleganten Maßanzügen bekam er den Spitznamen "Dapper Don" (der elegant gekleidete Don) verpasst.

Quelle: dsi/AFP

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