Thomas L. setzte sich nach Brasilien abFlüchtiger Mörder schickt Youtube-Grüße

Im März wird Thomas L. aus Bayern verurteilt. Das Gericht ist überzeugt: Er ist der "Strohballen-Mörder", der seinen Onkel aus Habgier getötet hat. Doch vor einigen Tagen verschwindet der Mann - und meldet sich nun per Video zu Wort.
Ein flüchtiger Mörder aus Bayern hat auf Youtube seine Rückkehr nach Deutschland angekündigt. "Ich kümmere mich momentan selbst um einen Rückflug", sagte der verurteilte Verbrecher in einem Video, das ihn in Brasilien zeigen soll. In einem weiteren Film beteuerte der 34-jährige erneut seine Unschuld. Die Behörden in Deutschland hätten einseitig gegen ihn ermittelt und ihn sofort als einzig möglichen Täter gesehen.
Diese Behörden versuchten inzwischen, seine Rückkehr aus Brasilien zu erzwingen. "Wenn er zurückkommt, erledigt sich unser Rechtshilfeersuchen von selbst", sagte Klaus-Dieter Fiedler von der Staatsanwaltschaft Straubing nach Veröffentlichung des Videos. Das Auslieferungsersuchen bei den brasilianischen Behörden laufe jedoch derzeit weiter.
Der Mann, der als sogenannter Strohballen-Mörder bekannt wurde, sollte Mitte August eine lebenslange Haftstrafe antreten. Als Polizisten ihn in seiner Wohnung in Niederbayern abholen wollten, war er verschwunden. Nach Überzeugung des Landgerichts Regensburg hat er im Februar 2007 seinen Onkel aus Habgier getötet und die Leiche zwischen Strohballen am Straubinger Tierpark abgelegt.
Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte im März den Haftbefehl gegen den Mann aufgehoben - bis zur Entscheidung über seine Revision. Als diese verworfen wurde, erfuhr er dies drei Tage vor der Staatsanwaltschaft und nutzte den zeitlichen Vorsprung zur Flucht. Thomas L. war mit einer Brasilianerin verheiratet und hatte bereits vor dem Prozess längere Zeit in Südamerika verbracht.