Panorama

"Schnackendes Strandgut" Flut trägt Kamera bis nach Süderoog

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Die Kamera überstand die Unterwasserreise weitgehend unversehrt.

(Foto: dpa)

Vieles was das Meer an die Strände dieser Welt spült, könnte wahrscheinlich gute Geschichten erzählen. Nur selten tun sie das allerdings wirklich so, wie jetzt eine Unterwasserkamera, die auf der Hallig Süderoog gefunden wird.

Dass auf einer Hallig Dinge angespült werden, ist nichts Besonderes. Aber auch erfahrene Strandgutsucher sind gelegentlich noch zu überraschen. Auf Süderoog wurde Anfang November eine wasserdichte Kamera gefunden, die anscheinend ihren eigenen Untergang an der britischen Küste gefilmt hat und wohl mehr als 800 Kilometer weit durchs Meer bis Deutschland getrieben ist.

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Nach wahrscheinlich zwei Monaten in der Nordsee landete die Kamera an der Küste Schleswig-Holsteins auf der Hallig Süderoog. Die beiden Hallig-Bewohner Nele Wree und Holger Spreer suchen nun mit einem Facebook-Post unter der Überschrift "Schnackendes Strandgut" den Besitzer.

Das könnte möglicherweise gar nicht so schwer sein. Denn den Aufnahmen auf der Kamera kann man entnehmen, wie die Reise in England losging. Ein elf Minuten langes Filmchen auf der Speicherkarte zeigt verwackelte Aufnahmen von einem Strandurlaub eines kleinen Jungen am 1. September 2017. Irgendwann interessiert sich das Kind mehr für seinen Wassereimer als für die Kamera, die vom Boden aus noch einige Minuten das Strandleben aufzeichnet, wie auf den Bildern zu sehen ist. Dann kommt die Flut und reißt die Kamera ins Wasser. Minutenlang wirbelt der Zuschauer mit ihr durch die Unterwasserwelt.

Um den Jungen zu finden, haben Wree und Spreer aus Süderoog das Video ins Internet gestellt. Mehr als 30.000 Mal wurde das Filmchen bereits angeklickt. Englische Seenotretter haben mittlerweile entdeckt, dass der noch unbekannte Junge die Kamera in der Thornwick Bay nahe Flamborough Cliffs in East Yorkshire verloren haben muss. Mit einer Simulation konnten Experten der Seenotleitung Bremen das bestätigen.

Demnach trieb die Kamera südöstlich, dann in einer langen Kurve Richtung Nordosten bis auf die Höhe von Esbjerg in Dänemark, und dann wieder nach Süden bis Süderoog - insgesamt wohl eine Strecke von 800 bis 900 Kilometern. "Vielleicht bekommt der kleine Junge am Ende ja sogar seine Kamera wieder", sagte Hallig-Bewohner Spreer.

Quelle: ntv.de, sba/dpa