Panorama

Fastnachtsumzug eskaliert Frau in Hexenkessel verbrüht

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Nachtumzüge in der Faschingszeit haben besonders im Südwesten Deutschlands Tradition.

(Foto: imago stock&people)

2000 "Hexen" in fantasievollen Kostümen ziehen am Samstag durch die Eppinger Innenstadt, Tausende Besucher schauen ihnen dabei zu. Für eine junge Frau aus dem Publikum wird der Abend allerdings zum Alptraum.

Bei einem Fastnachtsumzug in Baden-Württemberg ist eine junge Zuschauerin in einen siedenden Hexenkessel geworfen worden und hat schwere Verletzungen an den Beinen erlitten. Die 18-Jährige stand im Publikum des Umzugs der Eppinger Hexenzunft. Wie der SWR berichtet, hätten andere Zuschauer die junge Frau hochgehoben und sie zu einer Gruppe Hexen mit einem Ziehwagen getragen. Auf diesem Wagen stand der Kessel mit dem heißen Wasser. Zwei als Hexen verkleidete Personen hätten dann den Kessel geöffnet und die Frau darüber gehalten.

Was dann genau geschah, ist noch unklar. "Sie wurde in einen heißen Hexenkessel geworfen", sagte ein Polizeisprecher. Die Frau habe von den Füßen bis zu den Kniekehlen im heißen Wasser gestanden. Sie trug laut Polizei schwere Verbrühungen davon und wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht.

Nach einem Bericht der "Heilbronner Stimme" stand der Kessel auf einer Feuerstelle. Wer die Zuschauerin bei dem sogenannten Nachtumzug in den Kessel warf, hat die Polizei noch nicht herausgefunden. Das werde noch ermittelt, sagte der Sprecher. Zu klären sei auch die Frage, ob es sich dabei um einen Scherz gehandelt habe. Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke (parteilos) sagte dem Blatt: "So etwas darf nicht passieren." Der Vorfall werde an diesem Montag im Rathaus aufgearbeitet.

Bei dem Umzug verkleiden sich die Teilnehmer als Hexen, Hunderte Menschen nehmen daran teil. Wie der Verein "Hexenzunft Eppingen" auf seiner Internetseite schreibt, findet der Nachtumzug seit 2003 am Samstag vor dem "Fasnetswochenende" statt. Daran beteiligen sich Gruppen aus dem In- und Ausland.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa