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Tief "Viktor" kennt nur Regen Goldener Oktober beginnt verspätet

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Nichts wie weg: Wer kann, verreist in den anstehenden Ferien.

dpa

Der September hatte vom unangenehmen Wetter etwas zu viel: zu grau, zu nass und zu kalt. Und zumindest der Oktober-Start wird nicht viel besser. Am Wochenende gewinnt der Osten. In der zweiten Monatshälfte der Süden.

Der September hatte vom unangenehmen Wetter etwas zu viel: zu grau, zu nass und zu kalt. Und zumindest der Oktober-Start wird nicht viel besser. Am Wochenende gewinnt der Osten. In der zweiten Monatshälfte der Süden.

In einigen Bundesländern wie in Niedersachsen, Sachsen oder Rheinland-Pfalz beginnen die Herbstferien. Außerdem steht für viele von uns ein langes Wochenende vor der Tür. Was erwartet uns in Sachen Wetter?

Insgesamt wird es häufig mal wechselhaft, zum Teil auch nass. Außerdem sind die ruhigen Zeiten, die wir zuletzt genießen konnten, zumindest vorübergehend vorbei. Denn der Oktober legt teilweise stürmisch los. Ein bisschen Grund zur Hoffnung auf den Oktober der goldenen Art gibt es allerdings auch - besonders in den südlicheren Landesteilen. Jedoch wahrscheinlich erst zur Mitte der kommenden Woche. Dann ist das lange Wochenende natürlich vorbei. Aber die Herbstferien in den Bundesländern, wo es jetzt losgeht, definitiv noch nicht.

Wenn ich in den Sommer zurück möchte. Welche Optionen gibt es?

Kurzentschlossene könnten beispielsweise aufbrechen in Richtung westliches Mittelmeer. Besonders Spanien sticht in Sachen Temperaturen hervor bei 25 bis 30 Grad, zum Teil auch darüber. Aber auch die Kanaren haben in den nächsten Tagen gerne mal Spitzentemperaturen um die 26 bis 28 Grad. Weniger warm ist es hingegen am zentralen Mittelmeer bis nach Griechenland. Denn dort sind vorerst einmal weiterhin noch kräftige Schauer und Gewitter möglich. Mitunter - wie zuletzt im Süden in Italiens -  mit Überschwemmungsgefahr.

Wie sieht es für die Daheimbleiber aus?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander hat wenig Gutes zum Wetter das anstehenden langen Wochenendes zu berichten.

Am Samstag von der Ostsee bis runter ans Erzgebirge sowie in Ostbayern noch am längsten freundlich und trocken. Im großen Rest dreht Tief "Viktor" auf und schickt von Westen her teilweise ergiebigen Regen und örtliche Gewitter. Mit der Front und den Regengüssen von "Viktor" dreht der Wind auf West bis Nordwest und frischt dabei spürbar auf. In Schauer- und Gewitternähe sind stellenweise stürmische Böen, vielleicht sogar einzelne Sturmböen nicht auszuschließen. Dazu Tageshöchstwerte zwischen 13 Grad auf den Eifelhöhen und bis zu 23 Grad im südlichen Ostdeutschland.

Und am Sonntag?

Wird es zwar etwas kühler, aber dafür wahrscheinlich auch weniger nass. Schauer sind aber nach wie vor unterwegs. Zuerst einmal betrifft das besonders die Osthälfte. Der Westen startet mit mehr Sonnenanteilen in den Tag, bevor nachmittags und abends bereits die nächsten Regenwolken nachfolgen.

Wie kühl wird es?

Die Temperaturen: für die 20-Grad-Marke wird es definitiv eng. Denn die Temperaturen erreichen maximal noch 13 bis 18, am Rhein gelegentlich bis 19 Grad.

Und damit ist dann ja auch schon Oktober. Lohnt sich zwischendurch noch eine kleine Bilanz für den September aus meteorologischer Sicht?

Aber sicher. Denn der September wird am Ende - gemessen am langjährigen Mittelwert - zu kalt ausfallen. Zudem ist überdurchschnittlich viel Regen gefallen. Passenderweise hat sich die Sonne eher zurück gehalten. Kurzum: zu kalt, zu grau und zu nass.

Lassen sich darauf schon Rückschlüsse auf den kommenden Winter ziehen?

Eher schwierig. Denn die jüngere Vergangenheit hat nach einem ähnlichen Septemberverlauf beide Extreme bereits gebracht. 2007 folgte auf einen kühlen September ein fast 3 Grad zu warmer Winter. 2010 erlebten wir das andere Extrem. September und Oktober zu kalt. Und dann der Rekorddezember (unter 4 Grad kälter als der Durchschnitt!) mit Weißer Weihnacht und allem, was dazu gehört. 

Einige Forscher haben zuletzt vor einem kalten Winter in Europa gewarnt. Was ist dran?

Die Jahreszeitenvorhersage passt in die Schublade: Klamauk und anderer Firlefanz. Natürlich gibt es experimentelle Berechnungen - zum Beispiel vom amerikanischen Wetterdienst. Diese deuten bei uns aber eher auf einen zu milden Winter hin. Und dann gibt es immer wieder Zusammenhänge im Bereich Sonnenaktivität, die als Indikator für eine Prognose genommen werden. Auch das ist so eine Sache, die nur sehr bedingt für einen nachhaltigen Wintereinbruch verantwortlich gemacht werden kann. Einziges Indiz, das vielleicht für einen "richtigen" Winter sprechen würde, ist die Statistik. Denn rein statistisch gesehen, wäre es mal wieder Zeit für einen ausgedehnteren Winter. Allerdings ist diese Aussage natürlich nicht wissenschaftlich belastbar.

Zurück zum naheliegenden Wettergeschehen. Wie verläuft der Brückentag?

Immer wieder Schauer, die bevorzugt im Norden auch kräftig ausfallen können. Nachmittags und abends könnte dann auch den Westen und Nordwesten ein kleines, aber intensives Randtief erreichen. Damit dürften auch dort ergiebige Regenfälle, lokale Gewitter und ein stürmischer Wind einsetzen, der später einzelne Sturmböen bis ins Flachland bringen könnte. Zuvor erreichen die Temperaturen tagsüber nach wie vor magere 13 bis 19 Grad.

Klingt gruselig. Bringt der Tag der Einheit mehr Lichtblicke?

Südlich der Mitte könnte es für die Lichtblicke am Dienstag recht schwierig werden. Denn irgendwo zwischen Main, Donau und Alpen berechnen die Wettermodelle ein Wolkenband mit Dauerregen und nur wenig Chancen für die Sonne. Ansonsten ist es nach wie unbeständig und windig bis stürmisch. Vor allem an der Küste brausen weiterhin Sturmböen durch. Die Temperaturen gehen hierbei nochmals zurück und bringen es höchstens noch auf 9 bis 15 Grad. 

Danach wird es besser?

Im Süden sieht es nach einer deutlichen Wetterbesserung und einem durchaus goldenen Oktober aus. Bei den Nordlichtern wird es zwar wahrscheinlich auch etwas freundlicher. Die Tiefs bleiben aber weiterhin nah, so dass immer mal wieder Schauer unterwegs sein können. Auch der Wind bleibt es lebhaft und die Temperaturen sind kühler als weiter südwärts.  

Welche Werte erwarten uns?

Die Messlatte reicht vom kühlen Norden bei Spitzenwerten um die 10 bis 13 Grad bis hin zum milderen Süden, wo es immerhin Höchstwerte von 15 bis 18, vielleicht auch knapp 20 Grad werden könnten.

Quelle: n-tv.de

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