Panorama

Taucht bald das Bernsteinzimmer auf? Gurlitt soll das Versteck kennen

28181756.jpg

Eine Kopie des sagenumwobenen Bernsteinzimmers können Besucher im St. Petersburger Katharinenpalast bewundern.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Die Berichte über den in München aufgetauchten Nazi-Schatz werden immer skurriler. Als hätte man drauf wetten können wird jetzt behauptet, der untergetauchte Kunsthändler Gurlitt wisse, wo das legendäre Bernsteinzimmer zu finden sei.

Noch im vergangenen Monat hat ein Schatzsucherteam in Wuppertal nach dem legendären Bernsteinzimmer gesucht. Der private Suchtrupp ist nicht der einzige seiner Art. Seit seinem Verschwinden am Ende des Zweiten Weltkriegs ist das als "Achtes Weltwunder" gerühmte Bernsteinzimmer, ein Geschenk Preußens an Russland, ein Objekt der Begierde für Schatzsucher. Trotz vieler aufwendiger Suchaktionen ist die auf 100 bis 150 Millionen Euro geschätzte Kostbarkeit bis heute verschollen.

Licht ins Dunkel der Geschichte könnte jetzt ausgerechnet der Cousin des verschwundenen Kunsthändlers Cornelius Gurlitt bringen. Das behauptet zumindest der ehemalige Fotograf Ekkeheart Gurlitt in der "Bild"-Zeitung: Sein Cousin wisse, wo sich das Bernsteinzimmer befinde.

In Cornelius Gurlitts Wohnung in München waren rund 1400 Werke vor allem der klassischen Moderne gefunden worden, die bisher als verschollen galten. Wahrscheinlich hatte dessen Vater Hildebrand Gurlitt viele Arbeiten selbst gekauft.

Geheimnis wird erst auf dem Sterbebett gelüftet

Wie authentisch die Angaben von Ekkeheart Gurlitt sind, ist unklar. In der "Bild"-Zeitung behauptet er, sein Cousin habe sein Geheimnis ein Leben lang gehütet und wolle es erst am Ende seiner Tage lüften. Wo sich der 79-jährige Kunsthändler jetzt aufhält, ist nicht bekannt. Auch sein Cousin will sich dazu nicht äußern. "Ich darf dazu nichts sagen", sagte der 64-Jährige, der schon seit fast 30 Jahren in Barcelona lebt.

Laut "Focus" war Cornelius Gurlitt offiziell nie einer deutschen Behörde bekannt. Weder besaß er eine Steuernummer, noch zahlte er in eine Krankenkasse ein oder bezog eine Rente. Der 1956 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Hildebrand Gurlitt war Kunsthändler während der Nazi-Zeit und einer der Vertrauten Adolf Hitlers. Er hatte vom Propagandaministerium den Auftrag erhalten, "entartete Kunst" aus deutschen Museen ins Ausland zu verkaufen.

"Entartete Kunst" ersatzlos eingezogen

Möglich wurden die Verkäufe von Kunstwerken der klassischen Moderne durch das "Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst" vom 31. Mai 1938. Dieses verfügte, dass entsprechende Kunstwerke "ohne Entschädigung zugunsten des Reiches eingezogen werden könnten, soweit sie sich vorher im Eigentum von Reichsangehörigen oder inländischen juristischen Personen befunden hatten". Allerdings wurden damals zahlreiche Kunstwerke "nicht zugunsten des Reiches" eingezogen, sondern eher zugunsten der beteiligten Kunsthändler - also auch zu Gurlitts Vorteil. Spekulationen, Hildebrand Gurlitt könne vom Verbleib des Bernsteinzimmers gewusst haben, sind bislang nicht belastbar.

Quelle: ntv.de, ppo

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.