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Mutmaßlicher "deutscher Taliban" vor Gericht Hat Josef D. eine psychische Störung?

Er schließt sich einer Terrorgruppe an, reist mit ihnen nach Afghanistan, will kämpfen. Bei einem Besuch in Deutschland wird er gefasst. Jetzt muss sich Josef D. vor Gericht verantworten. Seine Anwälte erklären, Josef D. sei möglicherweise schwer krank.

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Josef D. vor Gericht. Für das Verfahren sind zunächst 15 Verhandlungstage angesetzt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein mutmaßlicher "deutscher Taliban" muss sich wegen Terrorverdachts vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Der 31-Jährige aus Lünen hat laut Bundesanwaltschaft der ausländischen Terrorgruppe "Deutsche Taliban Mudschahedin" (DTM) angehört. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass er geisteskrank sei, erklärten seine Anwälte am Rande des Prozessauftakts. Bei der Untersuchung durch einen Sachverständigen hätten sich Hinweise auf eine schwere psychische Erkrankung ergeben.

Josef D. soll Mitte Juni 2009 ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gereist sein, um sich an den Kämpfen in Afghanistan zu beteiligen. Die "Deutschen Taliban Mudschahedin" hätten aus acht bis zwölf islamistischen Kämpfern aus der Bundesrepublik bestanden.

Der Gruppe soll auch der Deutsche Eric Breininger angehört haben, der durch seine Video-Botschaften als "deutscher Taliban" bekannt wurde. Breininger war Medienberichten zufolge 2010 bei Kämpfen in Pakistan ums Leben gekommen. Danach zerfiel die Gruppe.

In der Klinik festgenommen

Der nun Angeklagte D. habe sich ein Kalaschnikow-Gewehr zugelegt. Wegen einer chronischen Durchfallerkrankung habe er aber nicht an Anschlägen und Angriffen der Gruppe auf afghanische und US-Einrichtungen teilnehmen können, so die Bundesanwaltschaft. Er habe als Logistiker und Haushälter im Stützpunkt der DTM fungiert.

Um seinen sterbenden Vater im Krankenhaus zu besuchen, soll Josef D. vor einigen Monaten von Jordanien nach Deutschland zurückgekehrt sein. Im April sei er in der Klinik festgenommen worden, sagten seine Anwälte. Nun müsse seine Schuldfähigkeit geprüft werden.

Das Gericht hat für das Verfahren zunächst 15 Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess soll an diesem Dienstag fortgesetzt werden. In Berlin war im vergangenen Dezember ein weiteres früheres DTM-Mitglied zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Quelle: n-tv.de, sko/dpa

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